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Das jüdische Echo · 1921-08-12 · 32 (12.8.1921) · p. Seite 396

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
32 (12.8.1921)
Date
1921-08-12
Page
Seite 396 (sequence 6)
Language
German
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396 Das Jüdische Echo Nr. 32 Handel mit Palästina. Unter diesem Titel schreiben die „Frankfurter Nachrichten“ in ihrer Nr. 337: . Für Deutschland ist der wirtschaftliche Aufschwung Palästinas wohl bemerkenswert, weil einerseits keinerlei Beschränkungen und Sonderbestimmungen für die deutsche Einfuhr bestehen, und weil sich auch hier für den deutschen Import ein Tätigkeitsgebiet eröffnet, das in Zukunft bei systematischem Ausbau ein aufnahmefähiges Absatzgebiet bedeuten kann. Augenblicklich ist Palästina ebenso wie die meisten anderen Auslandsstaaten mit Waren aller Art überfüllt, sodaß zur Zeit an eilne Geschäftstätigkeit in größerem Maßstabe kaum zu denken ist. Aufnahmefähig ist lediglich das Haurangebiet und das Gebiet von Damaskus. Obwohl nun England großenteils den Einfuhrmarkt von1 Palästina beherrscht und obwohl Holland, Italien und in letzter Zeit besonders Amerika angestrengte Versuche machen, den englischen Kaufleuten den Rang abzulaufen, ist für die obengenannten Gebiete in einer Reihe von deutschen Erzeugnissen Absatz zu erwarten. Im Vordergrund stehen Lieferungen an Baumaterial, Eiisenwaren, Werkzeugen und Haushaltungsgegenständen, also vornehmlich «in täglichen Gebrauchswaren. Mit Einfuhrbeschränkungen, wie sie für deutsche Waren in der Türkei bestehen, ist hier nicht zu rechnen,; verboten ist lediglich die Einfuhr von Waffen, Munition, Salz, Opium und einigen anderen medizinischen Spezialitäten. An Zoll werden 11% des Wertes erhoben; ausgenommen sind Baumaterialien, die mit 3% belastet werden, während Reisegut zollfrei ist. Palästinas Hauptausfuhrerzeugnisse sind Orangen, Tabak und Baumwollerzeugnisse.... So liegen eigentlich die Verhältnisse in dem bisher von Deutschland wenig beachteten Palästina einigermaßen günstig. Selbst wenn nun augenblicklich unter dem Druck der Weltwirtschaftskrise ein geringerer Erfolg bei1 der Anknüpfung von geschäftlichen Verbindungen, zu erwarten sein wird, soll der Palästinamarkt von dem deutschen Exporteur stets im Auge behalten werden, da, wie bereits erwähnt, in Zukunft Palästina ein Land sein wird, mit dem sich ein lebhafter Güteraustausch ermöglichen läßt.“ Der XII. Zionistenkongreß in Karlsbad. Der große Kongreß der Zionistischen Weltorganisation, der am 1. September in Karlsbad eröffnet wird, wirft bereits seine Schatten voraus. Es ist das zwölftemal seit dem ersten Zionistenkangreß 1897 in Basel, daß sich die Delegierten 0 ♦ 0 der Zionistischen Organisationen aus allen Teilen der Welt zur Beratung ihrer Angelegenheiten versammeln. Aber welcher Unterschied besteht zwischen jener Baseler Versammlung und dem Kongreß in Karlsbad. Damals ein kleines Häufchen glühender Idealisten, die auf den Ruf Theodor Herzls nach Basel geeilt waren und dort die Zionistische Organisation gründeten. Wer nahm jenen Kongreß ernst? Die ganze offizielle jüdische Welt mit wenig Ausnahmen protestierte gegen dile utopiistischen Träumereien weltfremder Idealisten, von denen sie alle möglichen unerfreulichen Konsequenzen für die politische Stellung der Juden erwarteten. Inzwischen ist die zionistische Organisation zu einer der größten und verzweigtesten Organisationen der Erde geworden und hat — welcher Prophet war doch Herzl! — sich die Anerkennung des Völkerbundes errungen. Der XII. Zionistenkongreß in Karlsbad ist der er&fe Kongreß nach dem Vertrag von San Remo, durch den England das Mandat über Palästina zuerteilt wurde mit der ausdrücklichen Verpflichtung, das Land so zu verwalten, daß dort die nationale Heimstätte für das jüdische Volk entsteht.— Der bevorstehende Zionistenkongreß ruft in den weitesten Kreisen des jüdischen Volkes ein lautes Echo hervor. Nach den letzten Berichten kann man damit rechnen, daß mehr als eine Million Juden durch Bezahlung des „Schekels“ das Wahlrecht zum Kongreß sich erworben haben. Aus allen Teilen der Erde werden Delegierte nach Karlsbad kommen. Man erwartet eine sehr große Delegation aus Amerika und mit besonderem Interesse spricht man von der Delegation, die aus Sowjet-Rußland unterwegs ist und die nach letzten Nachrichten fast 70 Mann stark sein soll. Die Zahl der Delegierten, die zum Karlsbader Kongreß kommen, dürfte 5—600 betragen. Viele tausende Anmeldungen für Gastkarten liegen bereits vor und der große Theatersaal des „Schützenhaus“ in Karlsbad reicht bei weitem nicht aus, um alle die Besucher aufzunehmen, die sich zum Kongreß nach Karlsbad begeben wollen. Eine Fülle von Veranstaltungen werden den Kongreß umrahmen. Ein großes Turnfest der jüdischen Tumerschaft ist vorgesehen, sowie ein Match zwischen den besten jüdischen Fußballmannschaften. Die Freie jüdische Bühne aus Wien wird voraussichtlich im Stadttheater Karlsbads während deir Kongreßzeit einige Vorstellungen geben. Das H a k o a h - Orchester aus Wien wird einen großen Simphonieabend veranstalten, Lia Rosen, die bekannte Bibelrezitatorin wird i!m Kurhause lesen, Martin B u b e r L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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