Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1921-08-05 · 31 (5.8.1921) · p. Seite 384

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
31 (5.8.1921)
Date
1921-08-05
Page
Seite 384 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/9072829-9103024-9145330--04238-9077063
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

384 Das Jüdische Echo Nr. 3 Die Bewaffnung der jüdischen Kolonien. Die arabische Zeitung „Al-Karmel“ teilt mit, daß die Einwohner von Nazareth den Gouverneur von Phönizien angefragt haben, ob das Gerücht der Bewaffnung der jüdischen Kolonien richtig sei. Daraufhin erteilte der Gouvernur folgende Antwort: Über Galiläa könne er nichts aussagen. Was Phönizien anbetrifft, hat die Militärverwaltung den jüdischen Kolonien eine kleine Anzahl von Gewehren zur Verfügung gestellt, mit denen sie sich im Falle eines Angriffes verteidigen sollen, bis die Regierung ihnen Hilfe schicken kann. Die Juden werden diese Gewehre nie zu Angriffen gehrauchen. Die Regierung hat folgendes Verfahren gewählt: Die Gewehre werden in einem Zimmer unter Verschluß aufbewahrt, den Schlüssel erhält der Regierungsbeamte, falls ein solcher in der Kolonie vorhanden ist; falls es in der Kolonie keinen Regierungsbeamten gibt, werden die Schlüssel dem Vorsteher der Kolonie übergeben, der persönlich die Verantwortung für den vorschriftsmäßigen Gebrauch der Waffen trägt. Die Gewehre dürfen nur auf Befehl des Gouverneurs oder im Falle der Notwehr an Personen verteilt werde, die bei der Regierung eine Kaution hinterlegt haben. Jeder rechtswidrige Gebrauch der Waffen zieht den Verlust der Kaution und die strafrechtliche Verfolgung nach sich. Die Ablösung des Egyptian-Labour-Corps Bekanntlich sind beim englischen Militär in Palästina mehrere Tausend ägyptische Arbeiter beschäftigt. Seit langem werden mit der Militärverwaltung Unterhandlungen geführt wegen Ablösung dieses sogenannten „Egyptian-Labour-Corps“ durch Juden. Es handelt sich meistens um grobe Arbeiten. Die Verhandlungen stießen auf Schwierigkeiten von beiden Seiten. In der letzten Zeit hat die Militärverwaltung beschlossen, probeweise 200 jüdische Arbeiter anzustellen. Falls der Versuch gelingen sollte, werden allmählich weitere jüdische Kräfte herangezogen werden. literarisches Echo Eine Geschichte des Zionismus.*) Wer sich bisher über die Geschichte des Zionismus. von ihren Anfängen bis zur jüngsten Gegenwart, informieren wollte, war genötigt selbst zum Historiker zu werden. Er fand nur Material, aber nirgends die zusammenfassende Darstellung, die ihn über das Werden dieser Bewegung und ihren jetzigen Stand fortlaufend unterrichtet hätte. Da *) Zu haben in München in der Ewer-Buchhandlung, Wagmüllerstr. 19. erschien im vorigen Jahre Adolf Böhms „Zionistische Bewegung“ (im Weltverlag, Berlin); sie gab in prägnanter Form und in tiefeindringender Betrachtungsart, diese Geschichte bis zum Tode Herzls. Wie wir jetzt erfahren, wird noch vor dem XII. Zioniistenkongreß in Karlsbad der zweite Band dieses Werkes (ebenfalls Weltverlag), der die Geschichte des Zionismus bis zur Gegenwart behandelt. vorliegen. Man darf mit Recht auf diese Darstellung gespannt sein, die ein Mann vom Range Böhms diesem neuesten Abschnitt der Geschichte gegeben hat. Der bereits erschienene erste Teil läßt vermuten, daß wir in diesen beiden Bänden nun wirklich die „Geschichte des Zionismus“ in deutscher Sprache vor liegen haben. Feuilleton Der Judenspeer. Von Moror. Die schlagende Verbindung im R. P. C. (Reichs- Panierträger-Konvent) Schlapp in i'a besaß früher neben anderen Trophäen einen prachtvollen krummen Säbel mit massiv silbernen Korb. Auf diesem waren die Worte eingeprägt: „Einer hochverehr liehen Schlappinia in dankbarster Erinnerung an gütigst gewährten Waffenschutz ehrerbietigst gewidmet von Siegfried Chajes von Pflaumloch s t u d. i u r. et p h i 1 o s. S./S. 1893.“ Sonst unterschied sich die schimmernde Wehr in nichts von anderen Ehrensäbeln. Auch hatte unser des Rechts und der Philosophie beflissener Siegfried sein neidliches Schwert tadellos geschwungen. Groß und kräftig gebaut, hatte er seinem schmächtigen Gegner schon nach dem dritten Gange mit einer bewundernswerten Außenquart die Hälfte des linken Ohres und der Nase abgehauen, und, was ihn noch mehr ehrte, er war gestanden wie eine Eiche und hatte beim Nähen nicht einmal gemuckt. Gegen die Honorilgkeit des Kompaukanten Chajes wäre somit nicht das Geringste einzuwenden gewesen, wenn — ja wenn seine Wiege eben nicht in Plaumloch gestanden hätte. Es gibt historische Facta, die man, wenn man sie nicht leugnen kann, am klügsten verschweigt. Hätte Siegfried Chajes den Schlappiinern seine Herkunft aus Pflaumloch vorenthalten, statt sie ihnen — noch dazu in Silber! — einzuprägen, so hätte seine Dedikation wahrscheinlich kein anderes Schicksal gehabt wie andere Dedikationen. Die jungen Füchse, die mit ehrfürchtigem Blicke die stummen Zeugen heldischer Vorzeit an! L. Kielleuthner | kgl. bayer. Hoflieferant jj 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass 0 0 9 0 0 0 8 0 0 .J

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.