Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 29 (22.7.1921)
- Date
- 1921-07-22
- Page
- Seite 359 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 359 das Budget für die Palästina-Arbeit im kommenden Jahre vor. Das Referat Ussischkins wurde durch die gründlichen Darlegungen des Leiters des Palästina-Amtes D r. Artur Ruppin ergänzt, der zunächst auf die Vorwürfe der Reoa-ganisationskommission kurz reflektierte. Um die heutige Lage und die bisher angewandten Methoden zu verstehen, müsse man sich an die Zeit vor dem Kriege erinnern, wo unser Palästina-Budget nicht soviele Francs betrug, als heute englische Pfund und wir deshalb eine Pfennig-Kolonisation betreiben mußten. Redner berichtet über verschiedene Käufe städtischen Bodens, auf dem wir heute über 12 000 baureife Parzellen verfügen. Die größte Tat des letzten Jahres war der Kauf des Emek Jesreel, eine weitere Tat die Gründung der Arbeiterbank. Referent gibt sodann Erklärungen zum Palästina-Budget, in welchem für das kommende Jahr an geschäftlichen Anlagen 1 100 000 Pfund und an nichtgeschäftlichen Anlagen 400 000 Pfund vorgesehen sind. Unter den geschäftlichen Anlagen sind die wichtigsten: 300 000 Pfund für Bodenkauf und Meliorationen durch den Jüdischen Nationalfonds, 200 000 Pfund für die Kredite für städtischen Kleinhausbau, 325 000 Pfund für Ansiedlung landwirtschaftlicher Arbeiter und landwirtschaftliche Kredite, und 50 000 Pfund für die Beteiligung an dem Ruthenbergschen Bewässerungsobjekt. Die nichtgeschäftlichen Anlagen sind hauptsächlich für Schulwesen, landwirtschaftliche Versuchsstationen, soziale Fürsorge, Sanitätswesen und erste Fürsorge für Einwanderer bestimmt. Am Donnerstag vormittags berichtete Professor Dr. Otto Warburg über den Jüdischen Nationalfonds. Der Fonds besaß bis Juli 1920 bloß 18 000 Dunam, Ende 1920 bereits 22 000 Dun am, welche Ziffer dank dem Ankauf im Emek Jesreel auf 72 000 Dunam gestiegen ist. Redner stellt fest, daß die Regieunkosten des Jüdischen Nationalfonds nicht ganz 2 Prozent der Einnahmen betragen. Richard Lichtheim berichtet über die Arbeit des Palästina-Einwanderungsdepartements der Londoner Exekutive und über die mannigfachen Schwierigkeiten, welche sich bei der Bewältigung der mit der Einwanderung zusammenhängenden Fragen ergaben. Vom Februar 1919 bis Mai 1920 seien rund 14 000 Juden in Palästina neu eingewandert. Es folgt das Referat über den Keren Hajess o d. Berthold F e i w e 1 erörtert die allgemeine Frage der Konstitution des Palästina-Aufbaufonds, die endgültig erst auf dem Kongreß geregelt werden soll. — R o s o w s Bericht ist zu entnehmen, daß der Fonds bisher 154 000 Pfund eingenommen hat. Hievon stammen: 83 700 Pfund aus Amerika, 13 200 Pfund aus Beßarabien, 12 700 Pfund aus Kanada, 12 500 Pfund von Russen im Ausland, 11 000 Pfund aus Deutschland, 10 600 Pfund aus Polen, 7200 Pfund aus England, 3700 Pfund aus der Tschecho-Slowakei, der Rest aus verschiedenen Ländern. Von den Einnahmen sind 27 000 Pfund ausgegeben, und zwar fast ausschließlich für Arbeiten in Palästina. Die Zeichnungserklärungen in den Vereinigten Staaten belaufen sich auf fünf Millionen Dollars. * Die Vorbereitungen zum 12. Zionistenkongreß in Karlsbad. Die Beratungen des Aktionskomitees wurden am Donnerstag in einer Nachtsitzung fortgesetzt. Die Debatte drehte sich um die Palästina- Arbeit, um die Frage der Einwanderung und des Keren Hajessod. Freitag wurde die Aussprache fortgeführt und eine Kommission zur Ausarbeitung der Resolutionen gewählt. Samstag fand eine Nachtsitzung statt, die bis 2 Uhr dauerte. Dr. Hantke (Berlin) referierte namens der Organisationskommission über die Vorbereitungen zum 12. Kongreß. Der Beschluß der Exekutive bezüglich der Einberufung des Kongresses wurde gutgeheißen. Der Kongreß wird demnach am Donnerstag, den 1. September in Karlsbad eröffnet werden. Die Kommission schlägt vor, daß nur an den beiden ersten Tagen Vormittagssitzungen abgehalten werden, während von Sonntag, den 4. September an nur Nachmittags-, und, falls nötig, Abendsiitzungen stattfinden sollen. Die Vormittage sollen für die Arbeiten der Kommissionen reserviert bleiben. Bezüglich der Zusammensetzung des Permanenzausschusses wurde beschlossen, daß im Prinzip die Mindestzahl zur Entsendung eines Delegierten sechs Mitglieder einer Gruppe betragen soll. Die Tagesordnung des Kongresses wurde wie folgt festgsetzt: Erster Tag: Eröffnungsreden von Weitzmann und S o k o 1 o w , Begrüßungsansprachen; nachmittags Wahl des Büros und andere Formalitäten, womöglich auch Beginn der Generaldebatte, da der Bericht der Exekutive gedruckt vorliegen wird. Zweiter und dritter Tag: Generaldebatte. Vierter und fünfter Tag: Palästina-Frage. Hierher gehören vor allem die Frage des Aufbaues Palästinas, die Einwanderungs- und Kulturfragen; über diese drei Gebiete sollen gedruckte Berichte vorliegen. Die Referenten sind von der Exekutive zu bestimmen. An den folgenden Tagen sollen die Referate über die Finanzen, Finanzinstitute, Keren-Hajessod und die Organisation erstattet werden. Sonntag, 11. September, soll der Kongreß geschlossen werden. (W. Mrgztg.) Deutschnationale — Nationaldeutsche Jugend — und wir. Die „München-Augsburger Abendzeitung“ ärgert sich in ihrer Nr. 253 über unseren Gareis-Artikel. Das kann ihr nicht verdacht werden, und es würde sich kaum lohnen, sich damit zu beschäftigen, wenn nicht die Ausführungen des Blattes neben bekannten Phrasen ein paar typische Bemerkungen enthielten. Die „M. A. Abendzeitung“ meint nämlich, das „Jüdische Echo“ müsse sich darüber klar sein, „daß es durch solch unerhörte Angriffe auf München seinen eigenen Lesern keinen guten Dienst erweist.“ Man scheint sich in manchen Kreisen daran gewöhnt zu haben, mit der jüdischen Furcht zu rechnen. Leider Gottes gibt es Juden, die stets danach schielen, was „die Anderen“ sagen, die sogar ihre Stellung zu jüdischen Fragen nicht nach ihrem Gewissen wählen, sondern nach der Die Baumspende zu Herzls Todestag ist Ehrenpflicht jedes Zionisten!