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Das jüdische Echo · 1921-07-22 · 29 (22.7.1921) · p. Seite 358

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
29 (22.7.1921)
Date
1921-07-22
Page
Seite 358 (sequence 4)
Language
German
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358 Das Jüdische Echo Nr. 29 Herabsetzung der Garnison in Palästina auf ein Minimum, sowie radikale Änderungen in der Zusammenseztung des Verwaltungspersonals, welches sich als schädlich erwiesen habe. Eine gute, verläßliche und ehrliche Polizei wäre mehr wert als die Garnison, welche sich dann als überflüssig erweisen würde. Dann würden aber auch all die Stimmen in England verstummen, welche als Argument gegen den Zionismus der Regierung vorwerfen, daß sie zur Förderung des Zionismus in Palästina eine kostspielige Armee erhalte. Weiters fordert Weitzmann die Bewilligung einer jüdischen Miliz und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß diese sich auch als durchführbar erweisen werde. Die Schaffung einer repräsentativen Körperschaft in Palästina hält Weitzmann dermalen nicht für wünschenswert, und er machte die Mitteilung, daß er aus diesem Grunde in London die Vertagung dieses Projekts bis zur Bestätigung des Mandats verlangt habe. Unter seinen Forderungen befinden sich auch diejenigen auf Bewilligung größerer Konzessionen, Bestätigung der Agrarbank und die schleunige Regelung der Einwanderungsfrage. Weitzmann gibt ferner der Meinung Ausdruck, daß alle Bemühung aufgewendet werden müsse, um Samuels Stellung in London zu festigen, weil er dann in die Lage käme, in Palästina eine andere Politik zu machen, als er dies gegenwärtig zu tun gezwungen ist. Er berichtete weiter über die Ergebnisse seiner Reise in Amerika und gibt der Überzeugung Ausdruck, daß die Juden Amerikas allein in der Lage wären, die vom Keren Hajessod angeforderte Summe zu sichern. Er macht den gewesenen Führern der zionistischen Organisation in Amerika den Vorwurf, eine an Verbrechen grenzende Sabotage zu üben und sich von assimilatorischen Tendenzen leiten zu lassen, weil sie das eigentliche Wesen des Zionismus zu begreifen nicht imstande sind. Kanada allein werde im Laufe eines Jahres dem Keren Hajessod eine Million Dollar zuführen. Seiner Meinung nach müßten in kurzer Zeit die bedeutendsten und fähigsten Männer der Organisation nach Amerika fahren, dann wäre es möglich, dort jährlich an zwanzig Millionen Dollar zu erreichen. Diese Frage müßte im Mittelpunkt der Beratungen stehen. Allerdings müßte aber auf der anderen Seite den Juden von Amerika der Beweis erbracht werden, daß mit Hilfe der dort gesammelten Beträge schon jetzt eine von Grund auf neu organisierte Arbeit in Paläsina begonnen werde, was auch von großer politischer Bedeutung wäre. Im übrigen dürften aus Amerika bis zum Herbst monatlich 50 000 Pfund einlangen, außerdem 200 000 Pfund, die bereits überwiesen wurden. Schließlich erklärt Weitzmann sich bereit, selbst auf die Dauer eines Jahres nach Amerika zu gehen. Dr. Weitzmann faßt das neue Programm für Palästina in drei Punkte zusammen, und zwar: Zielbewußte systematische Politik in der ATaberfrage, ernste Inangriffnahme der Lösung der Agrarfrage und Festsetzung des Minimalprogramms für die Kolonisationsarbeit. Es dürfe nicht zugegeben werden, sagt Dr. Weitzmann, daß die zionistische Organisation von der Schwäche Samuels angesteckt werde. In der Fortsetzung der Generaldebatte erteilte S o k o 1 o w ausführliche Aufklärungen über die politische Situation; er besprach die Frage der Grenzen, die arabische Politik und diie Notwendigkeit der Schaffung eines jüdischen Selbstschutzes. Nach den Informationen Sokolows beabsichtige Herbert Samuel in Palästina kein Parlament einzuberufen, sondern den bestehenden Staatsrat (Advisory Council) zu erweitern und zu reorganisieren. Weiters teilte Sokolow mit, daß er dem Völkerbund ein ausführliches Memorandum über die Lage in Palästina vorgelegt habe. J abotinsky führte in ausführlicher Rede aus, daß der Schlüssel zur Situation in Palästina die militärische Lage ist. Die militärischen Machthaber sind uns zum Teile nicht freundlich gesinnt, und die Araber wissen das und werden dadurch ermutigt, der jüdischen Einwanderung Widerstand entgegenzusetzen und jüdisches Leben und Eigentum zu bedrohen. Wir müssen daher unbedingt für die Verteidigung und den Schutz der Juden sorgen, und der einzige Weg dazu ist die Wiederherstellung des englisch-jüdischen Bataillons. Als es 5000 jüdische Soldaten in Palästina gab, war völlige Ruhe im Lande, obwohl Ägypten gleichzeitig in Flammen stand. Redner erörtert eine Reihe von Einzelfragen, die mit dieser Frage im Zusammenhang stehen. (Wr. Mgztg.) Die Sitzungen des zionistischen Aktionskomitees am Mittwoch und Donnerstag waren den Berichten über die Palästina-Arbeit gewidmet. Den Anfang machte der Schatzmeister der Londoner Exekutive, Herr Josef Cowen, mit dem Bericht der Finanz- und Budgetkommission. Dem Bericht, der sich auf die Monate März bis Juni dieses Jahres erstreckt, ist zu entnehmen, daß in dieser Zeit durchschnittlich 22 000 Pfund monatlich nach Palästina überwiesen wurden, wovon 8000 Pfund monatlich für Immigrationszwecke bestimmt waren. Die Ausgaben der Exekutiven außerhalb Palästinas betrugen im Durchschnitt monatlich 3900 Pfund. Die Einnahmen kamen zum größten Teil aus den Sammlungen für den Keren Geulah, für den in der Berichtszeit 45 000 Pfund einliefen. Hievon kam der größte Teil, 23 000 Pfund, von der südafrikanischen Föderation. Der Keren Hajessod trug in der Berichtszeit 39 000 Pfund bei. Der Referent weist auf die außerordentliche Ausgabe von 15 000 Pfd. für diie Hilfsaktion nach den Exzessen in Jaffa hin. Für die Zukunft empfiehlt Cowen, um im Einklang mit den zu erwartenden Geldeingängen zu bleiben, die Auslagen für das palästinensische Schulwerk auf 50 000 Pfund zu begrenzen. Sodann erstattete Ussischkin ein ausführliches Referat über die Palästina-Arbeit. Er schildert zunächst die Lage im Lande; die allgemeine Unzufriedenheit mit dem Erreichten komme daher, daß unsere Anforderungen außerordentlich gewachsen sind. Unsere Position sei heute politisch, ökonomisch und kulturell unvergleichlich stärker als vor dem Kriege. Gegen alle Schwierigkeiten sei intensive Arbeit die beste Hilfe. Redner erwidert sodann auf einige Vorwürfe der Reorganisationskommission, geht dann zur politischen Lage und zur Araberfrage über und bespricht ausführlich den Bodenankauf in Emek Jesreel, der uns 50 000 Dunam Boden im Herzen Palästinas gebracht hat. Sodann legt er Mode ff. Herrenschneiderei Reiche Stoff-Auswahl Ermäßigte Preise V.Braan&Cie., MQnchen Neuhauseretr. 15/1, gegenüber der alten Akademie Sport

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