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Das jüdische Echo · 1921-07-15 · 28 (15.7.1921) · p. Seite 349

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
28 (15.7.1921)
Date
1921-07-15
Page
Seite 349 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 28 Das Jüdische Echo 349 des Laubfrosches ist. der sich braun färbte. — Wer nicht völkisch, sondern richtig beobachtet, der muß sehen, daß in puncto* Mimicry Gottes Kreaturen sich gegenseitig wenig vor zu werfen haben. Aus der Jüdischen Welt Palästina. Gründungstätigkeit in Haifa. Haifa* soll, so berichtet der Haifaer Berichterstatter der „Köln. Volksztg.“. nunmehr Mittelpunkt der Mehlindustrie und des Mehlhandels für das In- und Ausland werden. Hierzu hat sich eine Gesellschaft mit einem Kapital von 5 Mill. Franken gebildet, an deren Spitze Baron Rothschild steht. Eine ähnliche Gesellschaft hat sich gebildet zur Ausbeutung aller Landesprodukte für Essenzen und Parfümerien. Der früher deutsche Besitz auf dem Berge Karmel wird durch jüdische Unternehmer in kleinen Parzellen zum Zwecke von Neubauten verkauft. Auf dem sogenannten Karmel wurde ferner ein jüdisches Hotel für Sommerfrischler eröffnet, und viermal am Tage fährt ein Kraftwagen von der Stadt zum lateinischen wie deutschen Karmel. Rückgang der Lebensmittelpreise. Die Preise für Lebensmittel haben in Palästina einen weiteren Rückgang erfahren. Besonders sind Kartoffeln, Kaffee und Zucker im Preise gefallen. Immigration. Der Vertreter des Einwanderungsamtes der palästinensischen Regierung. Herr Morris, befindet sich gegenwärtig in Wien, um die Frage der Immigration nach Palästina* zu regeln. Das Wiener Palästina-Amt ersucht telegraphisch, mitzuteilen, daß alle vor dem 20. Mai erteilten englischen Visa zur Einreise nach Palästina ohne Vermerk des Herrn Morris als ungültig zu betrachten sind. Morris kommt in kurzer Zeit von Wien nach Berlin, um die Frage der Visa für die Palästinafahrer aus Deutschland hier zu regeln. Bis dahin darf kein Palästinafahrer die Reise antreten. Insbesondere wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Reise nach Wien oder Triest völlig zwecklos ist. Polens Preisausschreiben für jüdische Musiker. Der Jüdische Musikverein in Lemberg eröffnet ein Preisausschreiben für die besten Bearbeitungen jüdischer Volkslieder und zwar für Männer- oder gemischten Chor a capellä oder mit Klavierbegleitung. Diese Bearbeitungen müssen Originalarbeiten, dürfen weder im Druck veröffentlicht, noch bereits aufgeführt sein. Als Preise wurden festgesetzt: 4 erste Preise ä poln. Mark 3000.—, 4 zweite ä poln. Mk. 1500—4 dritte ä poln. Mk. 1000—, sowie weitere Anerkennungsschreiben. Die Preisgekrönten sowie mit Anerkennungsschreiben ausgezeichneten Werke werden alleiniges Eigentum des jüdischen Musikvereins in Lemberg, dürfen von demselben verlegt und nur von ihm aufgeführt werden. Die leserlich geschriebenen mit Motto versehenen Manuskripte (Partituren) sowie ein geschlossenes mit demselben Motto versehenes Kuvert, welches Namen und genaue Adresse des Autors enthalten, sind bis spätestens 1. Oktober 1921 als rekommandierte Sendung an den Vorsitzenden des Jüdischen Musikvereines H. Alfred Plohn in Lemberg (Polen) ul. Legionöw 5, zu senden. Der Jüdische Musikverein übernimmt für die eingesandten Manuskripte keinerlei Verantwortung und empfiehlt es. sich deshalb eine Kopie zurückzubehalten. Die Namen der Preisrichter werden Mitte September 1921, das Ergebnis des Preisausschreibens am 1. Dezember 1921 bekannt gegeben. Literarisches Echo Das Buch Jecheskel. übersetzt und erläutert von Dr. Joseph Breuer, Verlag von Sänger u. Friedberg, Frankfurt a. M. 1921.*) Von allen prophetischen Büchern ist wohl das Buch Jecheskel am wenigsten von den Bibelerklärern der neueren Zeit behandelt worden. Der Grund hierfür mag wohl der sein, daß dieses Buch sich wesentlich anders darstellt, als die übrigen. Wenn auch in den andern noch viel dunkles zu erhellen ist, so sind sie doch populärer geworden. Aber der Prophet Jecheskel1 bietet dem Übersetzer und Erklärer große Schwierigkeit. Sagt doch der Prophet selbst von sich „halo memaschel mescholim hu“1). Und die Bildersprache ist nicht so leicht zu enträtseln. Auch darin unterscheidet er sich wesentlich von den andern, daß er vor Beginn seiner Spruchreden erst Handlungen auszuführen hat. Er solle sich 490 Tage auf die Seite legen, soll über Haupt- und Barthaar das Schermesser führen, soll sich Auswanderungsgeräte anfertigen und wandern am Tage vor ihren Augen. Die Schilderung der gewaltigen Erscheinung (Merkawah), die nach dem Wort der Weisen sich weder zum Übersetzen noch zur Erklärung im öffentlichen Vortrag eignet, die Priestergesetze, die manchmal scheinbar kleine Abweichungen des wajikro-Originals aufweisen, die zahlreichen Lehn- und Parallelsätze aus dem Pentateuch und den Propheten, besonders aus Jirmijabu, das tiefe Geheimnis des Gog-Magog-Problems udergl. mögen den Bibelforschern Zurückhaltung auferlegt haben. Nur die Bibelkritiker haben sich der Schriften dieses Propheten bemächtigt. Es ist daher freudigst zu begrüßen und dankbarst anzuerkennen, daß nun eine vorzügliche Übersetzung und ein fortlaufender Kommentar von einem Verfasser vorliegt, der die prophetische Sprache meisterlich versteht. Hätte der gelehrte Verfasser nur das Geleitwort geschrieben, das wäre auch schon eine Tat. Dieses schildert Jecheskel als den „Galutpropheten“ und trägt uns eine klare Disposition des „Galutbuches“ vor. Obwohl zu homiletischen Exkursionen der Text gar häufig reizt, bleibt der Autor doch nur im Rahmen der Wort- und Sacherklärung. In dem inhaltlich bekanntesten Kapitel 37, in der Gog- Magog-Rede (Kap. 38) geht er auch auf diesem Geleis, und was er uns darin zu sagen hat, entkleidet die Rede des Mystischen. Die graphischen *) Zu haben in München in der Ewer-Buchhandlung. l) Siehe, nur in Gleichnissen sucht er zu reden. FRIEDRICH HAHN Spezialgeschäft für Feinkost und Lebensmittel MÜNCHEN, THEATINERSTR. 48 TELEFONRUF Nr. 24421 Freie Zusendung ins Haus

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