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Das jüdische Echo · 1921-07-15 · 28 (15.7.1921) · p. Seite 350

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
28 (15.7.1921)
Date
1921-07-15
Page
Seite 350 (sequence 8)
Language
German
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T50 Das Jüdische Echo Nr. 28 Darstellungen zu den Kap. 40, 43 und 45 sind Wertvolle Anschauungsmittel zum Verständnis über Einrichtung des binjan heosid2). Weitere Einzelheiten vorzuführen, müssen wir uns enthalten. Das Buch muß gelesen werden. Lassen wir nur noch die Mahnung des Autors am Schlüsse des Geleitwortes auf uns wirken. „Mehr als je rfruß Jecheskel in unseren Tagen gehört werden, da* es gilt die gewaltigen Ziele, für deren Verwirklichung das heilige Wort des Propheten die sjförstreuten Glieder des Gottesvolkes gewinnen will, in ihrer von verworrenen und erbärmlichen Tagesmeinungen losgelösten Klarheit vor Augen '%u halten.“ . Das Werk sei den Bibliotheken, den Lehrern lind allen Freunden jüdischer Wissenschaft angelegentlichste mpfoh1en.?) Heiligtum der Zukunft. M. Schweitzer, München. Feuilleton Der Sänger. Von Eugen Ho ef lieh. Nahe bei Essrat Jissrael ist ein Yemenitenquartier, dessen Bewohner mir freundlich waren, jyenn ich zu ihnen kam und stets mit guten Worten rtieiner gedachten, weil sie meiner Liebe sicher waren. Meine ganze Ehrfurcht aber galt ihrem Chacham, einem uralten, weißen Manne. Nie ward die Feierlichkeit der Lichter größer, als wenn ich fcte vor ihm brennen sah in der Stunde des Sabbataufganges. * Von diesem Chacham, der stets schwieg, von dessen Lippen kein Wort kam. weder in der Frühe des Aufganges noch in der Stunde des Abends, in aüer Zeit, da ich ihn kannte, es sei denn, daß in Manchen stillen Stunden, da die sanfte Umnachtung, die ihn umgab, sich löste und er aus den Namen der Mütter die Zahlen suchte als Zeichen der Zukunft, von diesem alten Manne, der der beste Sänger in allen Quartieren der Yemeniten von Säana bis Jerusalem gewesen war, wurde erzählt und ich hörte die Erzählung vor den äusern der Yemeniten, die leise und ehrfürchtig ir berichteten: Dieser Chacham, der Jä’ub el wahdani, kam vor vielen Jahren hierher in die Heiligste und die Stimme seines Gesanges drang aus dem Bethause ins die Stadt, daß die Beter in allen Bethäusern aitjiorchten auf den Sänger der Yemeniten. Und die Gewalt seines Gesanges drang vor die Stufen des Thrones, gelobt sei der, dessen Namen er trägt, daß die Dienstengels eilfertig herabeilten, die Sünden der Kinder dieser Gemeinde von ihren Häuptern zu nehmen. Bis eines Abends, der Tag der Versöhnung war angebrochen, dieser große Sänger vor die Lade des Gesetzes trat und er nicht gesammelt war zum Dienste des Gebetes. Da verging die Gnade über seinem Haupte und sein Gesang, der mächtig anhub, wie immer, ging in falsche Bahnen und die Gemeinde wandte sich in den Schmerzen ihrer Versündigung. Da verhüllte Ja’ub el wahdani sein Antlitz und er floh in die blaue Finsternis seiner Stube, die ihn umfing und mählich in Träume hinüberleitete, aus denen plötzlich Elijahu, der Prophet erwuchs und gewaltig vpf dem stand, der falsch gesungen hatte im Dienste des Königs: Weil du ungesammelt vortratst aus der Gemeinde der Sünder, wandten die T$ne deiner Kehle ihre Bahn! Und als Ja’ub sich dös Morgens erhob, siehe, da lag der Älteste seines Samens, Jossef, tot auf seinem Lager. Wir trugen ihn zu Grabe, doch kaum hatte der Ostwind den Hiigel getrocknet, warfen wir einen zweiten auf und bargen Dalud in ihm, den zweiten Sohn des Chachams. Und ehe drei Tage vergangen waren, ergriff Fieber den dritten seiner Söhne und er rang mit dem Tod, bis er ihm verfiel am Abend des fünften Tages. Sechs Söhne hatte dieser Mann und sechs begruben wir im Monat Elul ... Ja, o Herr, sechs Hügel warfen wir auf und wir waren bereit, den siebenten zu graben, für Ja’ub el wahdani. Aber Ja’ub erfuhr nicht die Gnade des Sterbens. Schweigend saß er in der Stille seiner Stube und blickte vor sich hin, dunkel war seine Stirne und seine Augen schlossen sich dem Pfeile der Sonne. Eines Nachts aber brach ein Schrei aus seiner Brust, der uns aufschreckte von unseren Lagern und wir sahen den Chacham, voll wirrer Gebärden, die Straße hinabrennen, bis die farblose Dunkelheit sein rotes Kleid verschlang. Sechs M'onde sab keiner den verstummten Sänger, bis er eines Morgens wieder vor dem Bethause saß, stumm und starr. Nie erfuhr einer, wo er die Zeit seiner Abwesenheit verbracht hatte. Selten spricht er ein Wort, aber was er spricht, tritt ein, denn auf seiner Zunge liegt ein Befehl Gottes. So erzählten die Yemeniten. Meine ehrfürchtige Liebe zu dem alten Manne aber wuchs von diesem Tag an ins Unermeßliche. Oft ging ich hin, ihm meine Ehrfurcht zu bezeugen, doch er sprach nicht, nur segnend hob er die Hand über meinem Eingang und über meinen Ausgang. Um diese Zeit aber schoß die Not hoch: auf in Jerusalem. Mann und Weib vergingen an Hunger und die Nächte waren erfüllt vom Schreien der Sterbenden und von den Schritten der Männer, die hinter den Bahren gingen. Vor dem Bethaus der Sephardim aber, da der Thron Elijahu des Propheten steht, weinten die Weiber, weil die Lampe in der Kammer des Thrones zu verlöschen drohte. Bringt keiner Öl, schrien sie, bringt keiner Öl für das heilige Licht? Und sie schrien und rasten die Mauern entlang in toller Ohnmacht der Verzweiflung, bis um die Mittagszeit eines Tages ein Mann aus der Kammer trat und in die siebenfach ineinandergeschachtelte Synagoge rief: Das Licht ist verlöscht! Da schwiegen die Weinenden und es war, als würde ein Engel den Raum verlassen, der nun angefüllt war bis an die Decke mit den Sünden der Beter und mit ihrem Unglauben. An diesem Tage aber, da das Licht in der Kammer Elijahu des Propheten verlöschte, verlosch das Licht Ja’ub, des Sängers, und er ging ein in die Barmherzigkeit Gottes, gelobt sei sein Name! In dieser Nacht noch ward er begraben auf dem Ölberg bei den Vätern. Und in dieser Nacht, so berichten die Yemiten, habe seine Stimme in ihrem Bethaus gesungen, so rein und so gewaltig, wie nie in der Zeit seines Lebens, wie nie eine Stimme vor ihr. Dies ist die Geschichte des Sängers Ja’ub el wahdani, von dem gesagt wird, daß er der größte Sänger a'ller Zeiten des Yemen war. (W.-Mgz.) Gemeinden-u. Vereins-Echo Bar Kochba München. Leichtathletik- Abteilung. Bei den Reichsjugendwettkämpfen am 3. Juli wurde Otto Kornhauser (Jahrgang 1903) im Dreikampf um einen halben Punkt zurück zweiter, im Dreisprung mit 11,30 m erster und im 100 m Laufen in 12,2 Sek. zweiter. Erwin Goldfarb (Jahrgang 1906) im Dreikämpf erster. Die Ausscheidungswettkämpfe für die Vereinsmeisterschaft am 31. Juli findet Mittwoch, den 20. Juli abends 6 Uhr statt. Alle für die einzelnen

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