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Das jüdische Echo · 1921-07-15 · 28 (15.7.1921) · p. Seite 346

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
28 (15.7.1921)
Date
1921-07-15
Page
Seite 346 (sequence 4)
Language
German
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346 Das Jüdische Echo Nr. 28 Das jüdische Leben in Sowjetrußland. Ein Vertreter der palästinensischen Arbeiterorganisation, der sich vor einiger Zeit nach Sowjetrußland zum Studium der dortigen Lage begab, gab über das jüdische Leben in Sowjetrußland nachstehende interessante Erklärungen: „Infolge der Eröffnung der Einwanderung nach Palästina begann die zionistische Bewegung in Sowjetrußland wieder aufzuleben. Die jüdischen Kommunisten. die den Zionismus als eine Gefahr für ihre kommunistischen Grundsätze betrachten, ergriffen unverzüglich Maßnahmen, um die Bewegung im Keime zu ersticken. Die Maßnahmen waren ausnahmslos gegen alle zionistischen Parteien gerichtet. Auch die poale-zionistische Partei war trotz ihrer Sympathie für die bolschewistischen Ideen von diesen Maßnahmen betroffen. Im letzten Memorandum der jüdischen Sektion der R. K. P. (Russisch Kommunistische Partei) wird die Verfolgung der Zionisten unumwunden anempfohlen. Mit Rücksicht darauf konnten die Bemühungen der Poale Zionisten, die Auswanderung ihrer Anhänger zu reorganisieren, keine Erfolge haben. Die „Hechaluz“-Bewegung ist im ständigen Wachsen begriffen. Im Oktober 1920 trat die zweite „Hechaluz“-Konferenz in Charkow zusammen. Infolge des Verbotes jedweder Förderung der zionistischen Bewegung mußte die Konferenz im Geheimen abgehalten werden. Viele Vertreter der Kwuzoth aus der Ukraine und Sowjetrußland nahmen an dieser Konferenz teil, ein großer Teil war jedoch infolge der Verkehrsschwierigkeiten zum Fernbleiben gezwungen. Die von der Konferenz gefaßten Beschlüsse waren insbesondere in Bezug auf die Organisierung der Auswanderung von großer Wichtigkeit. In jenen Städten, die nicht imstande waren, ihre Vertreter zur Tagung zu entsenden, wurden kleine Versammlungen veranstaltet. auf denen die Beschlüsse der Konferenz mitgeteilt und die Durchführungsmodalitäten besprochen wurden. Auch im Kaukasus faßte die „Hechaiuz“-Bewegung Wurzel; heute gibt es dort bereits viele organisierte Gruppen und es bilden sich auch fortwährend neue. In Baku wurden im Zusammenhänge mit der Verhaftung der Menschewiki und der Sozialrevolutionäre, die der Aufreizung der Erdarbeiter zum Streik beschuldigt waren, auch die Mitglieder der Zeire-Zion verhaftet und zwei Wochen lang im Gefängnis gehalten. In der Ukraine nimmt die Auswanderungsbewegung eine gewaltige Ausdehnung an. Tagtäglich versuchen größere oder kleinere Gruppen von Juden die Grenze zu überschreiten. Die ukrainischen Behörden ergriffen drakonische Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Bewegung und1 drohten an, jeden der Überschreitung des Auswanderungsverbotes Schuldigen mit Tod und Beschlagnahme des Eigentums zu bestrafen. In den Gouvernements Kiew, Podolien und Cherson sind über 15 000 Flüchtlinge, die vor den von den Marodeuren veranstalteten Pogromen geflüchtet sind. Diese Flüchtlinge entsendeten zu der ukrainischen Regierung eine Abordnung, auf deren Intervention mit Unterstützung der Poale-Zion und der Sozialdemokraten erstere eine Kommission ernannte, die die Heimkehr bezw. Auswanderung dieser Flüchtlinge organisieren und unterstützen soll- Im Kaukasus und insbesondere in Georgien weilen viele Flüchtlinge aus Persien, die auf eine Gelegenheit wa'rten, nach Palästina auszuwandern. Der Schriftsteller Stanislawski ist in Jekaterinoslaw gestorben. Nach einem hartnäckigen Kampfe mit den jüdischen Kommunisten gelang es dem hebräischen Theater „Habimah“ mit Unterstützung permanenter russischer Artisten die Anerkennung als eines nationalen Theaters von der Sowjetregierung zu erlagen. (J. C. B.) Aus dem jüdischen Leben in der Schweiz. Vor kurzem hat sich eine „Schweizerische Gesellschaft zur Förderung der jüdischen Nationale bibliothek in Jerusalem, Pro bibliotheca judaica“, unter dem Vorsitz des Kantonsschulprofessor Artur Hirsch gebildet. Es ist ihr gelungen, für das Kuratorium eine Reihe angesehener Persönlichkeiten zu gewinnen, darunter jüdische Universitätsprofessoren in Zürich, Basel, Bern, wie Leon Asher, Julius Landmann, Fritz Ephraim, Alfred Stern, Artur Wresohner, Männer, die sonst keine Gelegenheit haben, am jüdischen Leben in der Schweiz teilzunehmen, sich aber vorbehaltlos bereit erklärten, die Bestrebungen zur Schaffung einer jüdischen Bibliothek in Palästina, die wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werden kann, zu unterstützen. Zahlreiche Bücherspenden aus akademischen Kreisen sind schon eingelaufen. Die Schweizerische Gesellschaft ist der Ansicht, daß ehestens eine Arbeitsgemeinschaft mit den das gleiche Ziel verfolgenden deutschen, österreichischen, lettischen und in anderen Ländern zu gründenden Komitees hergestellt werden müßte, um eine vernünftige Arbeitsteilung und die Feststellung eines bestimmten Arbeitspensums herbeizuführen. In der Schweiz wird noch viel geduldige Arbeit zu verrichten sein, um die latenten Kräfte in der hiesigen Judenheit zu wecken. Dagegen haben die Schweizer Juden für die Angelegenheiten traditioneller Hilfeleistung größeres Verständnis. Nach längeren Vorbereitungen gelang es, einen „Verband der Juden in der Schweiz“ ins Leben zu rufen, der sich in erster Linie die Aufgabe stellt, sein Augenmerk der jüdischen Emigration, soweit die Schweiz davon berührt wird, zu widmen. Diese hat längst aufgehört, ein Einwanderungsgebiet für die Ostjuden darzustellen, im Gegenteil lichtet sich wegen der schweren wirtschaftlichen Krise und der abweisenden Fremdenpolitik der Behörden die ostjüdische Kolonie zusehends. Hier einzugreifen und zu helfen, ist ebenso notwendig, als den ostjüdischen Amerikafahrern, die, übel beraten, ihren Weg durch das den Reisepfennig verschlingende Schweizerland nehmen, werktätig zur Seite zu stehen. Der neue Verband1, der seine Entstehung der unermüdlichen Aufklärung des Ingenieurs S. Ginsburg verdankt, hat jedoch weitergehende Ziele, indem er erklärt, „all den Juden wirksame Hilfe angedeihen lassen zu wollen, die in ihrer Eigenschaft als Juden leiden“. Da sich ihm schon führende Männer aus den anderen Gemeinden angeschlossen haben, darf man erwarten, daß er sich Mode fT. Herrenschneiderei Reiche Stoff-Auswahl Ermäßigte Preise Uraun 4 Cie., Indien Neuhauaerstr. 151, gegen- Dber der alten Akademie Sport

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