Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 27 (8.7.1921)
- Date
- 1921-07-08
- Page
- Seite 337 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 337 spreche: mein Vater war vornehmer als der deine.“ Der deutsche Orientalist Professor Dr. Delitzsch aber beweist mit dem ganzen Rüstzeug seiner Wissenschaft, daß die Vaterschaft zum neuen Testament viel vornehmer ist, als die Vaterschaft zum alten. Das Faustische liegt nicht darin, daß man zwei Seelen in seiner Brust hat. sondern darin, da'ß man es e i n s i e h t. Aus der Jüdischen Well Deutschland. Eine Massenkundgebung für das iüdische Palästina fand als gemeinsame Kundgebung der verschiedenen großen jüdischen Verbände Deutschlands, die eine positive Stellung zum Pa'lästinaprogramm eingenommen haben, dieser Tage in Berlin statt. Als Redner traten auf: der Vorsitzende des deutschen Rabbinerverbandes Rabbiner Dr. Nobel aus Frankfurt a. M.. Professor Einstein, der Vorsitzende des Verbandes jüdischer Jugendvereine Dr. Alfred Apfel. Kurt Blume n f e 1 d. Mitglied des Großen A.-C. der Zionist- Weltorganisation und Dr. Hantke als Versammlungsleiter. Die Redner traten alle voll Begeisterung und zugleich mit sachlichster Begründung für den Aufbau Palästinas als Aufgabe der Judenheit ein und stürmischer Beifall begleitete ihre Ausführungen. Osteuropa. Abschaffung von zivilrechtlichen Beschränkungen für Juden in Polen. Warschau. 17. Juni. Bei der letzten Sitzung der juristischen Kommission des polnischen Parlaments, in welcher die Abschaffung der aus der russischen Zeit überkommenen zivilrechtlichen Beschränkungen für Frauen behandelt wurden, stellte der jüdische Deputierte Hartglas den Antrag, auch den Absatz des bürgerlichen Gesetzbuches, laut welchem in Polen Nichtchristen nicht die Vormundschaft über Christen übernehmen dürfen, zu streichen. Sämtliche Kommissionsmitglieder stimmten diesem Antrag mit Rücksicht auf die staatsgrundgesetzliche Gleichberechtigung zu bis auf zwei Angehörige der nationalen Volksvereinigung (Paderewskipartei). Der Vertreter des Justizministers dagegen ersuchte zwecks Einholung von Direktiven (?) um Verschiebung eines Beschlusses bis zur nächsten Sitzung. Die Kommission nahm diesen Antrag an. (W. M.) Der Jüdische Nationalrat von Litauen ist legalisiert worden. Palästina. Der Papst gegen den Zionismus. W. T. B. berichtet: Nach einer Stefanimeldung hat der Papst in einem Geheimen Konsistorium der Beunruhigung über die Tätigkeit der Juden in Palästina Ausdruck verliehen. Er würde versuchen, den armen Bewohnern dieses Landes Hilfe zu senden, aber seine Mittel seien beschränkt. Er beklagt das Übergewicht der Juden an den heiligen Stätten der Christenheit und ermahnt die Regierungen, bei dem Völkerbund Schritte zu tun, der die Regelung des englischen Mandats in Palästina zu prüfen habe. Klischeeanstalt in Jerusalem. Nathan Chawkin aus München hat in Jerusalem eine Klischeeanstalt eröffnet. Interessennahme eines Berliner Exportkonzerns an Palästina. Die Orienthandelsfirma „Standard- Bau- und Industriebedarf G. m. b. H.“ in Berlin welche spezielle Handelsbeziehungen mit Palästina und Nachbarländern unterhält und in jüngster Zeit verschiedene industrielle Ausrüstungen für Palästina beschaffte, hat sich dem bekannten Berliner Exportkonzern Hecht, Pfeiffer & Co. angeschlossen. Der Anschluß bezweckt den *Ausbau des bisherigen Geschäfts, die Möglichkeit der Vorbereitung und Durchführung auch größerer wirtschaftlicher Unternehmungen, namentlich in Palästina und Nachbarländern. Die Inhaber der „Standard“ sind zwei aus dem Orient stammende Zionisten, darunter ein Palästinenser. (Ziko.) Übergabe der Schulen des Hilfsvereins der deutschen Juden an die zionistische Organisation. Jerusalem, 30. Juni. In den letzten Tagen ist die Übergabe der Gebäude und Inventarien der Schulen des Hilfsvereins der deutschen Juden an die zionistische Organisation zum Abschluß gelangt. Einberufung eines Parlaments in Palästina. Jerusalem. 28. Juni. (Jüd. Korr.-Bur.) Der High Commissioner Sir Herbert Samuel übermittelte dem Waad Leumi eine offizielle Mitteilung, da'ß das englische Kolonialministerium seinem Vorschlag auf Einberufung eines aus der Bevölkerung Palästinas zu wählenden Parlaments zugestimmt habe. Die Mitteilung besagt weiter, daß demnächst die Verfassung für Palästina proklamiert werden soll, die den Text der Balfour-Deklara1tion enthalten wird. Die jüdische Einwanderung wird in Übereinstimmung mit der Erklärung des Oberkommissärs vom 3. Juni erlaubt und' geregelt werden. Hierzu berichtet die „Wiener Morgenzeitung“: Die unerwartete amtliche Mitteilung Sir Herbert Samuels rief unter der palästinensischen Judenheit, insbesondere im Waad Leumi, die größte Überraschung hervor. Der Waad1 Leumi trat zu einer außerordentlichen Vollsitzung zusammen, um die durch die eingetroffenen Mitteilungen des Oberkommissärs geschaffene Lage zu erörtern. Zwei Mitglieder des Waad Leumi, und zwar die Herren David Yellin und Ben Zwi begeben sich nach Prag, um an der Sitzung des großen zionistischen Aktionskomitees teilzunehmen und dort einen ausführlichen Bericht über die gegenwärtige politische Lage im Lande zu erstatten. Feuilleton Derech erez un tejre.*) A id an oreman, wos is amol gewen a rnelamed, is amol arajngegangen zu einem a gwir, sajnem takir a gewesenen talmid1), beten a nedowe2). Der melamed is arajn. un der gwir hot af em a kuk gegeben, asej wi er wolt em gor kein mol nit gesen, un fregt em: „wer sajt ir das, reb id? Vun wanen kumt ir.“ Entfernt der mela- *) aus „Rosinkes mit Mandeln“. 0 Schüler. 2) Unterstützung.