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Das jüdische Echo · 1921-07-01 · 26 (1.7.1921) · p. Seite 324

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
26 (1.7.1921)
Date
1921-07-01
Page
Seite 324 (sequence 6)
Language
German
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324 Das Jüdische Echo Nr. 26 wendig ist. Jeder englische Soldat in Palästina beschützt den Suezkanal. Zweifellos war bisher unsere militärische Atmosphäre gegen die Juden und für die Araber. Unsere Militärs verkehrten in den Kreisen der Effendis. der ehemaligen türkischen Beamten und Großgrundbesitzer. Und wenn uns heute hier von arabischen Wünschen gesprochen wird, so sind dies nur die Wünsche der Effendis. Diese hassen die Juden, und sie haben allen Grund dazu. Aus Rumänien, Rußland und Polen kommen Juden nach Palästina, nicht nur als Juden, sondern als Träger der Ideale der Arbeit, der westlichen Zivilisation, die sie nach Palästina verpflanzen wollen. Vor allem gründen sie Gewerkschaften. Und dann bemühen sie sich gemeinsam mit den unwissenden Arabern um Erzielung höherer Löhne, während die Effendis den unwissenden Araber ausbeuten wollen. Colonel Wedgewood ist auch der Meinung, daß die Unruhen in Jaffa durch die Hetze der Effendis hervorgerufen worden sind. Sie haben dieselben Mittel gebraucht, die man überall anwendet, um Judenpogrome zu veranstalten. Leider hat die Regierung die Einwanderung unterbrochen, mit anderen Worten, man hat für den Pogrom den gewünschten Preis bezahlt. Wenn wir keine Juden mehr ins Land lassen, dann tun wir das. was die Effendis wollen, Und wenn Sie den Effendis nachgeben, werden Sie demnächst mit einer Garnison von 5000 englischen Soldaten nicht mehr auskommen können. Redner sieht nur einen Weg, um die Juden im Palästina vor den Arabern zu schützen, ohne den britischen Steuerzahler übermäßig zu belasten, und dieser Weg ist, den Juden die Organisierung einer „Selbstwehr“ zu gestatten. Die Juden Palästinas und die Zionistische Organisation sind bereit, die zu diesem Zweck nötigen Gelder aufzubringen. Die Befürchtung, die Juden könnten die Araber angreifen, ist unbegründet. Alle Welt weiß, daß es für eine Minderheit nicht ratsam ist. eine Mehrheit anzugreifen. Die Juden sind das friedfertigsteVolkin der Welt Sie sind aber hier tatsächlich in einer Gefahr, denn auch die arabische Polizei hat sich an den Judenpogromen beteiligt. Redner schließt sich der Politik Churchills an, die für die Durchführung der Balfour-Deklaration in Palästina eintritt. Hierauf hielt der bekannte Kenner der Orientfragen, Major Ormsby-Gore. eine lange politische Rede, in der er zunächst die „Daily M i r o r “ und die „ M o r n i n g Post“ angreift, die glauben, daß England sich aus Jerusalem und Bagdad zurückziehen könne, ohne sein Prestige im Orient zu schädigen. England habe sich diesen Völkern gegenüber verpflichtet. Niemals in der Weltgeschichte hat ein großes Volk seine Versprechen auf diese Weise zurückgenommen, ohne dafür bestraft zu werden. Er spricht davon, daß Palästina noch fast unbewohnt ist, daß im Westjordanland keine reine arabische Bevölkerung vorhanden ist, und nur jüdisches Kapital und jüdische Arbeit können das Land a u f b a u e n. Lord Beaconsfald hat in Büchern wie „Tancred“ die Ideale geschildert, die das jüdische Volk während der zweitausendjährigen Verbannung gehegt hat. Diese Ideale beziehen sich nicht nur auf den Teil der Juden, die iln Palästina leben, sondern auf die gemeinsame Anstrengung des ganzen jüdischen Volkes, Palästina aufzubauen. Als ich sah, was jüdische Kolonisten in Palästina geleistet haben, überzeugte ich mich davon, daß der Zionismus eine praktische Politik ist. In Galiläa, wo es weniger Großgrundbesitz gibt, leben Araber und Juden friedlich nebeneinander. Nur in den Städten wird gegen sie gehetzt. Es ist richtig, daß in Palästina 15 Millionen Juden nicht Unterkommen können, aber es wollen auch nicht alle 15 Millionen Juden hingehen. Ein großer Teil des jüdischen Volkes wird wie bisher über die ganze Welt zerstreut bleiben. Sie werden aber alle durch die jüdische Tradition verbunden sein, deren einziger Mittelpunkt Palästina ist. Weiden Zionismus verstehen will, muß etwas von der jüdischen Religion wissen. Er ist untrennbar mit religiösen Idealen und religiösen Gefühlen verbunden. Der Zionismus ist untrennbar mit der Idee verbunden, daß die Bibel von palästinensischen Juden geschrieben wurde, daß der größte Beitrag des jüdischen Volkes an die Menschheit aus Palästina kommt, daß die Psalmen im Palästina geschrieben wurden, und sollten noch einmal Psalmen geschrieben werden, sie werden wieder in Palästina und von Juden geschrieben werden. Das ist die Idee des Zionismus, und aus dieser Idee heraus ist die Balfour-Deklaration entstanden. Gerade dieses Gefühl hat bei vielen Christen für den Zionismus Sympathien erweckt, und gerade dieser kulturelle Ausblick des Zionismus wird für den Nahen Osten von unschätzbarem Wert sein. Der Nahe Osten braucht dringend eine solche Bewegung. Wenn das nächste Jahrhundert eine Annäherung zwischen dem Orient und uns bringen wird, so wird das zum großen Teil dem Zionismus zuzuschreiben sein. Es ist leicht möglich, daß durch eine jüdische Universität in Jerusalem der Westen nach dem Osten verpflanzt werden wird. Der Westen wird' vom Osten die ethischen und geistigen Ideale übernehmen und dem Osten dakgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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