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Das jüdische Echo · 1921-06-24 · 25 (24.6.1921) · p. Seite 310

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
25 (24.6.1921)
Date
1921-06-24
Page
Seite 310 (sequence 4)
Language
German
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310 Das Jüdische Echo Nr. 25 tungsjahres eröffnet werden. Gleichzeitig werden Maßnahmen ergriffen werden für die Entwicklung der zwei Lehrerseminare für Lehrer und Lehrerinnen. Es sind auch Lehrer bestellt worden, die in den Beduinenlagern leben und dort die Kinder unterrichten. All dies wurde von den allgemeinen Einnahmen des Landes geleistet, ohne Notwendigkeit einer besonderen Besteuerung. Unterstützungen werden einer großen Anzahl von Schulen gegeben, die von Religionsgemeinschaften und anderen Organisationen erhalten werden. Ich komme jetzt zur politischen Situation. Ich bedauere außerordentlich, daß die Harmonie zwischen den Glaubensbekenntnissen und Völkern Palästinas, die herzustellen mein ernstestes Bestreben war, noch nicht erzielt worden ist, und ich habe sorgfältige Aufmerksamkeit den Maßregeln gewidmet, welche zu ihrer Sicherung geeignet sind. Zunächst möchte ich nochmals auf das unglückselige Mißverständnis zurückkommen, welches inbezug auf die Formel der Balfour-Deklaration — die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina — entstanden ist. Ich höre immer wieder, in vielen Kreisen, daß die arabische Bevölkerung Palästinas niemals ihre Zustimmung dazu geben wird, daß ihr Land, ihre heiligen Stätten und ihre Äcker ihnen weggenommen und Fremden gegeben werden; daß sie niemals ihre Zustimmung geben werden, daß eine jüdische Regierung eingesetzt wird, um die moslemische und christliche Majorität zu beherrschen. Die Leute sagen, sie können nicht verstehen, wieso die britische Regierung, deren Gerechtigkeit in der ganzen Welt bekannt ist, jemals zu einer solchen Politik ihre Zustimmung geben konnte. Ich antworte, daß die britische Regierung, welche in der Tat die Gerechtigkeit über alles stellt, niemals einer derartigen Politik 'zugestiimmt hat und niemals zustimmen wird. Das ist nicht der Sinn der Balfour-Deklaration. Vielleicht bringt die Übersetzung des englischen Textes ins Arabische nicht den wirklichen Sinn der Worte zum Ausdruck; sie bedeuten, daß den Juden, einem Volk, welches über die ganze Welt zerstreut ist. dessen Herzen aber stets nach Palästina gerichtet waren, die Möglichkeit gegeben wird, hier ihre Heimat zu finden und daß eine Anzahl von ihnen — innerhalb der Grenzen, welche durch die Zahl und die Interessen der gegenwärtigen Bevölkerung gegeben sind — nach Palästina kommen soll, um durch ihre Mittel und Kräfte dazu beizutragen, das Land zum Vorteil aller seiner Bewohner zu entwickeln. Wenn irgendwelche Maßnahmen notwendig sind, um die moslemische und christliche Bevölkerung zu überzeugen, daß diese Prinzipien in der Praxis werden beobachtet werden und daß ihre Rechte wirklich sicher sind, dann werden solche Maßregeln ergriffen werden. Denn die britische Regierung, welcher durch das Mandat das Glück der ff. Herrenschneiderei Reiche Stoff-Auswahl Ermäßigte Preise W. Braun & Cie., Mflndien Neuhauserstr. 151, gegenüber der alten Akademie palästinensischen Bevölkerung anvertraut ist, wird niemals eine Politik zulassen, welche diese Bevölkerung begründeterweise als mit ihren religiösen, politischen oder ökonomischen Interessen in Widerspruch stehend empfinden könnte. Was die Immigration betriff, so ist es in der Tat notwendig, daß ihr Umfang genau im Verhältnis steht zu der Beschäftigung, die die Immigranten im Lande finden können und ferner, daß diese Beschäftigung neue Arbeiten betrifft und Arbeiten von dauerndem Charakter. Die Immigration wurde eingestellt während der Untersuchung der Situation; sodann wurden Bestimmungen festgelegt, wonach Personen folgender Kategorien nach Palästina hereingelassen werden: Reisende, Personen mit selbständigem Vermögen, Fachleute, Verwandte palästinensischer Einwohner, welche von diesen wirtschaftlich ganz abhanden, und Personen, welche definitive Aussicht auf Beschäftigung haben, wobei der Arbeitgeber bzw. di'e Unternehmung genau angegeben sein muß. Hinzu kommt noch eine beschränkte Anzahl von Personen, welche zur Zeit der Verhängung des Einwanderungsverbotes gerade eingetroffen ist oder in europäischen Häfen eingeschifft wurde, denen jetzt gestattet werden wird, ins Land zu kommen. Aber es muß endgültig anerkannt werden, daß die Bedingungen Palästinas derart sind, daß sie nichts Derartiges wie eine Massenimmigration zulassen. Ich bin ängstlich darauf bedacht, daß die palästinensische Bevölkerung inniger mit der unter dem Mandat eingesetzten Verwaltung verbunden wird, und die Frage, in welcher Weise eine freie und anerkannte Meinungsäußerung gesichert werden kann, findet gegenwärtig die größte Beachtung der Londoner Regierung. Inzwischen schlage ich vor, sofort Schritte zu unternehmen, um eine innigere Beratung über wichtigere Verwaltungsmaßnahmen zwischen der Regierung und verantwortlichen Personen, die namens aller Teile der Bevölkerung sprechen, zu sichern. Es ist die Absicht der britischen Regierung, nach dem Inkrafttreten des Mandats Anstalten zu treffen für diie palästinensische Regierung. Die Interessen der nichtjüdischen Bevölkerung sollen nicht nur vollkommen durch, das Mandat selbst sichergestellt werden, sondern es werden sicherlich in diesem Dokument auch Einrichtungen dafür vorgesehen werden. Schon jüngst wurde in Aussicht gestellt, daß Schritte unternommen werden, um das System der Wahl der Stadtverwaltungen wieder einzuführen. Was die ernsten Unruhen betrifft, die jüngst in Jaffa und Umgebung stattgefunden haben, erwarte ich den Bericht der unparteiischen Kommission, welche jetzt die Ereignisse und ihre Ursachen untersucht, bevor ich selbst meine Meinung äußere. Sicher ist jedoch, daß nichts die schweren Verbrechen, Morde, Überfälle, Räubereien entschuldigen kann, welche dabei stattgefunden haben. Eine große Zahl von Fällen sind jetzt; im Stadium der Untersuchung, und diejenigen Personen, welche an den Verbrechen schuldig befunden werden, sollen ihre verdiente Strafe empfangen. Den Familien der Getöteten und den Geschädigten spreche ich meine herzliche Teilnahme aus.“ Churchills Parlamentsrede über Palästina. Churchill hat im englischen Unterhaus seine lang erwartete Erklärung zur Lage in Palästina

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