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Das jüdische Echo · 1921-06-03 · 22 (3.6.1921) · p. Seite 277

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
22 (3.6.1921)
Date
1921-06-03
Page
Seite 277 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 277 Amt warnt dringend vor der Reise nach Berlin, da eine Weitersendung unmöglich und die Unterkunftsmöglichkeit in Berlin sehr gering ist.. Die Wiederaufnahme des Verkehrs wird der Öffentlichkeit rechtzeitig mitgeteilt werden. Alle Palästinafahrer, die ihre Abreise aufschieben und inzwischen eine neue Arbeitsstelle antreten mußten, werden aufgefordert, dem Palästina-Amt ihre Adresse bekanntzugeben, damit sie von der Wiederaufnahme des Transportverkehrs verständigt werden können. Israelitische Landeskirchen» Versammlung in Stuttgart. Am 23. Mai trat in Stuttgart die israelitische Landeskirchenversammlung zusammen, der es obliegt, die durch die Trennung von Staat und Kirche bedingte neue Kirchenverfassung für die israelitische Religionsgemeinschaft in Württemberg zu beraten und zu beschließen. Der von der Oberkirchenbehörde ausgearbeitete neue Verfassungsentwurf schließt sich eng an den bisherigen an und bringt nur Änderungen, welche infolge der Lösung vom Staate unerläßlich sind mit wenigen Ausnahmen, wozu die Beseitigung des amtlichen Vorsitzes der Rabbiner und Vorsänger im Kirchenvorsteheramt und die Einführung des Frauenwahlrechts gehört. Die Oberleitung der kirchlichen Angelegenheiten soll künftig einer von den Israeliten des Landes jeweils auf 6 Jahre gewählten Landeskirchenversammlung anvertraut sein, die aus 16 allgemeinen und zwei Rabbinerbezw. Lehrer-Abgeordneten besteht, wie die verfassungsgebende Versammlung. Von der Landeskirchenversammlung wird die Oberkirchenbehörde gewählt mit sieben Mitgliedern, nämlich einem Geistlichen und einem Juristen und fünf ehrenamtlichen Mitgliedern. Erstere beide werden auf zwölf, letztere auf sechs Jahre bestellt; wird ein Abgeordneter der Landeskirchenversammlung in die Oberkirchenbehörde gewählt, so hat er aus jener auszuscheiden. Die Verteilung der Zuständigkeiten zwischen Oberkirchenbehörde und Landeskirchenversamjnlung entspricht im großen und ganzen derjenigen zwischen engerem und weiterem Rat der bisherigen staatlichen Oberkirchenbehöde. Bei der Beratung des Verfassungsentwurfs wird erwogen werden müssen, ob der vorgesehene, bei der geringen Zahl von Israeliten in Württemberg (nicht ganz 12 000 Köpfe) allzu umfangreiche Apparat nicht wesentlich vereinfacht werden kann, ob nicht etwa statt der Oberkirchenbehörde einem kleinen Ausschuß der Landeskirchenversammlung unter Zuwahl eines Geistlichen und eines Juristen die Verwaltung zu übertragen wäre. Aus der jüdischen Weit Deutschland. Der deutsche Rabbinerverband für das Palästinawerk. Der deutsche Rabbinerverband faßte auf seiner Frankfurter Tagung, an der etwa 100 Vertreter aller Richtungen des deutschen Judentums (mit Ausnahme der extremen Trennungsorthodoxie) anwesend waren, einstimmig folgenden Beschluß: Durch die Neugestaltung der Verhältnisse in Palästina ist die Hoffnung gegeben, daß für zahlreiche unserer Glaubensbrüder dort eine Heimstätte geschaffen wird. Der Rabbinerverband erklärt es für eine heilige Pflicht des gesamten Judentums an diesem Werk Anteil zu nehmen und sich an der Aufbringung der Mittel tatkräftig zu beteiligen, in der Voraussetzung, daß der Aufbau im Geiste der Lehre des Judentums erfolgt und die aufgebrachten Mittel dem Dienst parteipolitischer Zwecke entzogen werden. (Ziko.) Palästina. Kein Wechsel in der britischen Palästina-Politik. Die Zionistische Weltorganisation erhielt von der britischen Regierung die offizielle Versicherung, daß die Einstellung der Einwanderung nach Palästina nur vorübergehender Natur sei. Die britische Regierung brachte abermals klar zum Ausdruck, daß ihr Beschluß, das Mandat über Palästina zum Zweck der Errichtung einer jüdischnationalen Heimstätte zu übernehmen, unumstößlich sei, und daß dieser Entschluß durch gewalttätige Elemente der palästinensischen Bevölkerung nicht erschüttert werden könne. Die britische Regierung und die palästinensische Verwaltung seien fest entschlossen, die Ordnung im Lande aufrechtzuerhalten und die Entwicklung seines Reichtums zugunsten aller seiner Einwohner durchzuführen. Eine entsprechende Erklärung gab auch der Oberkommissar für Palästina, Sir Herbert Samuel, einer Abordnung der Zionist Commission in Jerusalem. (Ziko.) Die Untersuchung der Jaffaer Unruhen. Als Mitglieder der Aufruhr-Untersuchungskommission sind das Mitglied der Zionistischen Kommission, Henry Sacher und ein ehemaliger Legionsoffizier, Kapitän H. Samuel, ernannt worden. (Ziko.) Jüdische Selbstwehr in Palästina. Der ehemalige Kommandant der Jüdischen Legion in Palästina, Oberst Margolin, hat eine jüdische Selbstwehr in Städten und Kolonien, wo Juden in größerer Anzahl wohnen, organisiert (Ziko.) Amerika. Die Einwanderungsbill unterschrieben. New York, 24. Mai. (Jüd. Korr.-Bur.) Trotz zahlreicher Telegramme, die an den Präsidenten der Vereinigten Staaten mit dem Ersuchen abgesandt wurden, die Einwanderungsbill zurückzuziehen, Unterzeichnete Präsident Harding vorgestern das vom Kongreß und Senat angenommene Gesetzesprojekt, betreffs der Einschränkung der Einwanderung. Diese Tasache rief große Entrüstung bei der jüdischen Bevölkerung Amerikas hervor. * Die Unterzeichnung der Bill, welche für vierzehn Monate gilt, bedeutet einen starken Schlag für die jüdischen Massen, von denen viele auf eine Einwanderung nach den Vereinigten Staaten rechnen. Nach der Lage der Dinge mußte man mit einer Unterzeichnung durch Harding rechnen. Ägypten. Schwere Ausschreitungen in Ägypten. Im Zusammenhang mit den Ereignissen in Jaffa ist es interessant zu erfahren, daß es in Alexandrien und in Kairo zu äußerst schweren Ausschreitungen gegen Europäer gekommen ist. Europäische Quartiere wurden ausgeplündert, mehrere Europäer ermordet, darunter auch englische Sodaten. Einige Europäer wurden von den Arabern lebendig verbrannt. Das englische Militär mußte einschreiten und von der Waffe Gebrauch machen.

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