Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 22 (3.6.1921)
- Date
- 1921-06-03
- Page
- Seite 276 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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276 Das Jüdische Echo Nr. 22 Ermessen an die Palästina-Ämter der Galuthländer. Ein Jahr nach der Ankunft des Immigranten erlischt die Verantwortlichkeit der zionistischen Organisation für ihn und verantwortlich bleibt bloß die palästinensische Regierung. Überdies können auf eigene Verantwortung und Gefahr solche Personen nach Palästina ein wandern, die beim englischen Konsulat ihres Wohnlandes den Nachweis erbringen, daß sie über genügende Mittel verfügen, um sich auf eigene Kosten ein Jahr lang in Palästina zu erhalten, oder die den Nachweis erbringen, daß sie sofort nach ihrer Ankunft Arbeit in Erez Jsrael erhalten. Der neue Ostjordanstaat. Die Konstituierung des neuen Staates östlich des Jordan unter Leitung des Emirs Abdullah, emes Bruders des Emirs Faisul, nimmt neuerdings festere Formen an. Dem Emir Abdullah stehen britische Berater zur Seite, auch wird das Land in verschiedenen Beziehungen mit der Verwaltung Palästinas verknüpft. Der „Kölnischen Volksztg.“ wird von ihrem palästinensischen Korrespondenten über das Ostjordanland berichtet: „Es ist das biblische Land der Idumäer, der Moabiter und .Ammoniten Es ist das Paradies der Archäologen von den Ruinen Petras im Süden bis zu denen Gadaras im Norden. An seiner Ostgrenze läuft die Hedschasbahn mit den Hauptstationen von Dezaa, Amman und Maan. Hauptstadt ist Salt, durch eine neue Straße und Jordanbrücke mit Jericho und so mit Jerusalem verbunden. Hauptstützpunkt war in der Türkenzeit die Festung Kerak. Kirchlich untersteht es mit seinen 7 bis 8 Pfarreien oder Missionsstationen dem Patriarchen von Jerusalem. Am merkwürdigsten ist wohl Madaba wegen der dort aufgefundenen Mosaikkarte, der ältesten geographischen Karte Palästinas, und nicht weniger wegen der dort lebenden katholischen Beduinen. Auch gibt es im Ostjordanland katholische und schismatische Griechen, aber durchgängig ist die Bevölkerung muslimisch. Das Postwesen ist noch wenig ausgebildet, obwohl die Ostjordanmarken bereits eine gewisse Berühmtheit erlangten. Fruchtbar in seinen Hochebenen, reichlich bewaldet, von Kalilagern durchzogen, bietet das Ostjordanland die schönsten Aussichten; hätte es nur eine sichere und gerechte Regierung. (Ziko.) Ämerican Joint Distribution Committee und Ärbeiterfürsorgeamt. Der Präsident des American Joint Distribution Committee, Herr Felix War bürg, bereist zur Zeit Europa, um in Gemeinschaft mit den europäischen Vertretern des Joint, insbesondere Herrn Bernhard Kahn, an Ort und Stelle die bisherige Tätigkeit des Joint zu prüfen und Richtlinien für die weitere Arbeit zu geben. Vertreter des Arbeiterfürsorgeamtes der jüdischen Organisationen Deutschlands, in dem bekanntlich alle großen jüdischen Organisationen Deutschlands, west- und ostjüdilsche. zusammengeschlossen sind und in dem das Fürsorgewerk für die Ostjuden zentralisiert ist, hatten eine Unterredung mit dem Herrn Präsidenten Warburg. Dem Arbeiterfürsorgeamt sind die für Deutschland bestimmten Gelder des Joint Distribution Committee zur Ostjudenfürsorge zugeflossen. Herr Warburg sprach über die Leistungen des Arbeiterfürsorgeamtes seine volle Befriedigung aus. Er sagte, daß in Amerika besonders die ruhige Art und Weise gefallen habe, mit der das Arbeiterfürsorgeamt, ohne sich irgendwie in parteipolitische Streitigkeiten einzumiischen und ohne seiner Arbeit einen parteipolitischen Charakter zu geben, die großen Aufgaben, die an es herangetreten seien/ sachlich und energisch gelöst habe. Er betonte, daß mit ganz wenigen Stellen des Joiint eine so große Zufriedenheit in Amerika herrsche, wie gerade mit der deutschen Stelle des Arbeiterfürsorgeamtes der jüdischen Organisationen Deutschlands. Hr. Warburg bemerkte jedoch ausdrücklich, daß die Joint-Gelder für Deutschland nicht mehr wie bisher überwiesen werden könnten. Die Not in den außerdeutschen Ländern, insbesondere der Ukraine, Polen und Rußland, sei so außergewöhnlich groß, daß dort vor allem tatkräftige Hilfe einsetzen muß. Das deutsche Judentum müsse in der Lage sein, einen erheblichen Teil der für dile Ostjudenhilfe notwendigen Gelder selbst aufzubringen. Amerikas Entschluß über weitere Hilfe werde sicher von den Leistungen hier abhängen. Es steht zu hoffen, daß der durchaus berechtigten Forderung des Herrn Präsidenten Warburg Folge geleistet wird und das deutsche Judentum die Aufgaben erfüllt, die ihm zukommen. Mitteilung des Berliner Palästina-Ämtes. Da zurzeit kein Schiffsverkehr nach Palästina existiert und vorläufig noch nicht abzusehen ist, wann er wieder aufgenommen wird, ersuchen wir alle diejenigen, die sich auf die Reise nach Palästina vorbereiten, unter keinen Umständen ihre Arbeitsstätte zu verlassen. Eine Abfertigung der Palästinafahrer kann vorläufig nicht vorgenommen werden, bis die Nachricht eintrifft, daß der Schiffsverkehr wieder aufgenommen ist. Das Palästina- L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 8 8 8 8 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass