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Das jüdische Echo · 1921-05-27 · 21 (27.5.1921) · p. Seite 263

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
21 (27.5.1921)
Date
1921-05-27
Page
Seite 263 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 21 Das Jüdische Echo 263 Tat. Zum ersten Male hat damit eine nichtzionistische Organisation ihren Willen bekundet, sich mit aller Kraft für den Aufbau Palästinas einzusetzen. Der Beschluß ist auf Grund der Reden Dr. Apfels so zu verstehen, daß damit eine Beteiligung am Keren Hajessod angebahnt wird. Die Kloake. Die Kloake, die sich „Münchner Beobachter“ nennt, entsandte einen Spitzel in eine geschlossene Versammlung der in München lebenden Ostjuden. Der Edeling ist natürlich nicht auf seine Rechnung gekommen und mußte, damit es rentiert, natürlich etwas zusammenlügen. Er hat aus der Tatsache, daß im Bericht Aufwendungen für Wahlzwecke erwähnt wurden, gleich 67 000 Mk. für Wahlen gemacht und natürlich verschwiegen, daß im wesentlichen von jüdischen Gemeindewahlen die Rede gewesen ist. Daß es dem Beobachter nicht paßt, wenn in jüdischen Kreisen Zeitungen, die seiner Rassen- und Klassenverhetzung entgegentreten, empfohlen werden, ist begreiflich. Dem Beobachter bei seiner bekannten Manier eine Berichtigung zu schicken, liegt unter meiner W ürde. Jakob Reich, Vorsitzender des Gesamtausschusses der Ostjuden. Aus der Jüdischen Welt Der Kongreß im September. Wie das J. C. B. erfährt, hat die Exekutive der Zionistischen Organisation die Einberufung eines Zionisten-Weltkongresses für den 4. September in Karlsbad, in der Tschechoslowakei, in Aussicht genommen. Eime endgültige Entscheidung wird noch diese Woche erfolgen. Die Wahl der Delegierten für den Kongreß hat während der Monate Juni und Juli stattzufinden. Palästina VerständigungsVerhandlungen zwischen Arabern und Juden. Reuter meldet aus Jerusalem: Am 4. ds. Mts. fand beim Gouverneur von Jerusalem eine Besprechung der führenden Persönlichkeiten der Araber und Juden statt, um zu der Frage Stellung zu nehmen, auf welche Weise die infolge der Ausschreitungen in Jaffa entstandenen Mißhelligkeiten beigelegt werden könnten. Der Gouverneur legte alle Maßnahmen dar. welche die Regierung bisher ergriffen hat und noch zu ergreifen entschlossen ist. Die Konferenz faßte nach eingehender Diskussion und nach einer offenen Aussprache der Vertreter beider Nationen einhellig den Beschluß, diie Regierung bei der Herstellung der Ordnung durch beruhigendes Einwirken auf die Bevölkerung und mit allen sonst zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen. Wirkung der Jaffaer Vorgänge auf die Einwanderung. London, 10. Mai. Mit Rücksicht auf die Vorgänge in Jaffa erschien es angezeigt, bis zur völligen Herstellung der Ordnung die Landung von Reisenden in Jaffa vorübergehend einzustellen. Infolgedessen wurden Dampfer mit Emigranten an Bord in verschiedenen kontinentalen Häfen zurückgehalten. Sobald sich die Verhältnisse entsprechend gebessert haben, wird auch bezüglich der Landung in Jaffa der frühere Zustand unverzüglich wieder hergestellt werden. Ein Heim für alleinstehende Frauen und Mädchen in Palästina. Wie uns aus Bukarest berichtet wird, hat die zionistische Kolonisationsgesellschaft „Karmel Mare“ hundert Parzellen am Karmel, nördlich von Haifa, durch ihre Mitglieder erworben. Durch eine Spende der Frau Lazar M a r g u 1 i e s ist nun auf diesem Areal ein Platz für ein zu errichtendes Frauenheim mit 50 Zimmern gesichert worden. Für dile Ausführung des Baues sind etwa drei Millionen Lei erforderlich, eine Summe, die die zionistischen Frauen Rumäniens gewiß aufbringen werden, um den schönen Plan der Frau Margulies zu verwirklichen. Amerika Eine Konferenz der polnischen Juden in Amerika. In New York fand eine Konferenz der polnischjüdischen Landsmannschaften statt, an welcher sich Vertreter von mehr als zwanzig polnischjüdischen Organisationen in New York beteiligten. Sie hatte den Zweck, sich mit der Wiedererrichtung des Verbandes der polnischen Juden in Amerika zu befassen. An die Versammelten, wurde von den einzelnen Referenten die Aufforderung gerichtet, sich zu einem Zentralverband zu vereinigen und mit aktiver Arbeit für die Juden in Polen einzusetzen. Folgende Resolutionen wurden gefaßt: 1. Alle polnisch-jüdischen Organisationen und Vereine in Amerika zum Zusammenschluß in eine zentrale Körperschaft einzuladen. Die Ausarbeitung der Bestimmungen für diese Vereinigung wurde einer elfgliedrigen Kommission übergeben. 2. Die Konferenz beschließt, sich an der Arbeit für den jüdischen Kongreß in Amerika zu beteiligen. 3. Die Konferenz begrüßt die zionistische Delegation in Amerika und schließt sich der Arbeit für den Keren Hajessod an. Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten. Die Exekutive der amerikanischen Zionistenorganisation beschloß, die Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten auf den 5. Juni d. J. nach Clevland (Ohio) einzuberufen. Auf dieser Konferenz wind nebst der Wahl einer neuen Leitung die Politik der amerikanischen Zionisten gegenüber der zionistischen Weltorganisation endgültig bestimmt werden. Die zionistische Delegation wird infolgedessen bis nach dieser Konferenz in Amerika verbleiben. literarisches Echo Scholem Alejjchem, Menachem Mendel. Aus dem Jüdischen übertragen von Siegfried Schmitz. R. Löwit-Verlag, Wien und Leipzig 1921. Preis brosch. Mk. 18.—, geb. Mk. 25.—. Menachem Mendel, der Heimat, Weib und Kinder verläßt, um in der Fremde sein Glück zu machen, der sich nacheinander als Börsenspekulant, als Makler, Schriftsteller, Heiratsvermittler und Versicherungsagent versucht, dabei über seinen Projekten die letzten paar Groschen vertut, um immer wieder zu scheitern, und der schließlich über das große Wasser geht, um dort ein neues, wie er glaubt, erfolgreicheres Leben zu beginnen, ist der Typus des Phantomen nachjagenden, für jeden praktischen Beruf verlorenen „Luftmenschen“ aus dem jüdischen Osten. Eine bitter-wehmütige Tragik bildet den Kern dieses Briefwechsels Menachem Mendels und seiner Gattin Scheine Scheindel in Kasriliwke, den uns der geniale

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