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Das jüdische Echo · 1921-05-20 · 20 (20.5.1921) · p. Seite 252

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
20 (20.5.1921)
Date
1921-05-20
Page
Seite 252 (sequence 6)
Language
German
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252 Das Jüdische Echo Nr. 20 stehen soll, müssen alle Eüizelbestreb ungen der landsmannschaftlichen Organisationen dahinter zurücktreten. Wie in der Vergangenheit, so müssen auch in der Zukunft die Zionisten aller Länder sich als eine große Einheit fühlen und dürfen nichts unternehmen, was wie eine Art Trennung aussieht. Die Referate über unser Thema haben nur dann Sinn und Wert, wenn sie von dem Gesichtspunkt ausgehen, zu untersuchen, wofür sich die in Deutschland lebenden Juden am besten eignen, und welche besondere Aufgaben im Kreise des Gesamtzionismus sie daher am besten zu leisten imstande sind. Um gleich in medias res zu gehen, so ist es klar, daß zwei Dinge den deutschen Zionisten nicht obliegen können, nämlich große Geldmittel für Palästina aufzubringen und große Einwanderermassen dorthin zu schicken. Erster es ist die Pflicht der westlichen, letzteres die der östlichen Zionisten. Die Gründe hierfür sitnd so klar, daß es Zeitverschwendung sein würde, darüber noch Worte zu verlieren. Dennoch dürfen die deutschen Juden sich auch diesen Notwendigkeiten nicht entziehen, und die Ergebnisse des Keren Hajessod allein bei den deutschen Zionisten zeigen ja zur Genüge, daß Erhebliches geleistet werden kann. Das gleiche zeigt die Wanderungsbewegung deutscher Juden nach Palästina. Wenngleich sie vorläufig noch relativ klein ist, so ist doch die Zahl derjenigen deutschen Juden, die nach Palästina auszuwandern wünschen, eine sehr große, und auch die der im Vorhereitungsstadium zur Auswanderung befindlichen deutschen Juden ist relativ ziemlich bedeutend und prozentual sicher viel größer als in den Westländern, dagegen natürlich nicht nur absolut, sondern auch relativ bedeutend kleiner als in den östlichen Gebieten, den Ländern andauernder oder periodischer Judenunterdrückung. Namentlich in der jüdischen Jugend Deutschlands ist das Streben, ihre Zukunft an Palästina zu binden, ungemein groß und äußert sich oft sogar leidenschaftlich und stürmisch. Die Frage, wie sich unsere Jugend am besten vorbereiten soll, um in Palästina zu nützlichen Gliedern der jüdischen Gemeinschaft zu werden, macht den Leitern des Palästinaamtes dauernd schwere Sorgen. Sie zerfällt in zwei Teile, erstens, welche Berufe sind in Palästina momentan am nötigsten und wichtigsten bezw. nach welchen ist dort ein wirkliches Bedürfnis vorhanden, zweitens, zu welchen Berufen in Palästina eignen sich die deutschen Juden am besten? KD*a*a*c»oK=}»o«o*aK3«3K=>*aK3*o*a 8 Die Beantwortung beider Fragen ist schwer und verantwortungsvoll. Zwar ist Palästina im wesentlichen ein Agrarland, die landwirtschaftlichen Verhältnisse liegen aber so, daß normalerweise nicht nur praktische Kenntnisse sowie längere Erfahrung im Lande, sondern auch sehr erhebliche Geldmittel nötig sind, um eine Ansiedlung als Landwirt in Palästina ratsam erscheinen zu lassen, abgesehen davon, daß es nicht leicht ist, geeigneten Boden zu rentablen Preisen zu erlangen. Als Landarbeiter zu gehen, ist zwar möglich, doch erfordert das soviel Entsagung, daß die immerhin durch längeres Wohlleben etwas verweichlichten deutschen Juden nur zum geringen Teile ein solches Leben längere Zeit auszuhalten vermögen, namentlich dann, wenn nicht die bestimmte Aussicht, nach einer Reihe von landwirtschaftlichen Diienstjahren angesiedelt zu werden, sie immer wieder von neuem anspornt. Solche Aussicht konnte zwar die Ica (Jewish Colonisiatiion Association) bezw. Baron Edmund von Rothschild vor dem Kriege den eigenen Siedlern zusprechen, die Zionistische Organisation verfügt dagegen leider noch nicht über die großen für die Anlage von Kolonien erforderlichen Mittel. Bei einem Gelderfordernis von ungefähr 500 £ per Kolonist würde beispielsweise die Ansiedlung von 1000 Kolonisten schon 500 000 £, entsprechend (bei jetzigem Kurse) 130 Millionen Mark erfordern, also den fünffachen Betrag der bisher in Deutschland für fünf Jahre gezeichneten Keren Hajessod-Beträge. Trotzdem sollte meines Erachtens Deutschland auch in bezug auf Kolonisation nicht ganz untätig bleiben; es sollte sich bestreben, wenigstens eine landwirtschaftliche Kolonie deutscher Juden anzulegen, schon aus dem Grunde, weil wir schon eine Anzahl in Deutschland landwirtschaftlich vorgebildeter junger Leute in Palästina haben und noch mehr in Deutschland in der Ausbildung begriffene Chaluzim innerhalb der nächsten Jahre bestimmt nach Palästina gehen werden. Da die deutsche Landwirtschaft in der Welt vorbildlich ist, so ist es für Palästina auch von großer Bedeutung, daß die hier geschulten und ausgebiildeten Landwirte in Palästina Gelegenheit erhalten, zum Nutzen des Landes ihre Kenntnisse wirklich dauernd zu verwerten, was natürlich in ihrer Bindung als Mitglieder von Kwuzoth oder als Angestellte meist kleiner einseitig wirtschaftender Pflanzer nicht gut möglich ist. Rechnen wir mit einer zu gründenden Kolonie von 100 Siedlern, so würde man vom Nationalfonds die Bereitstellung oder Reservierung eines L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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