Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 16 (22.4.1921)
- Date
- 1921-04-22
- Page
- Seite 201 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 201 lieber Programmpunkt der Partei. Nur fehlen ihr. wie Mayer-Koy immer wieder betonte, die erforderlichen Mittel. De Metz: „Wieviel Geld brauchen Sie?“ Mayer-Koy: „Mit 25 000 Mk. wäre uns vorläufig gedient.“ De Metz: „Man bekommt leichter Millionen als Tausende. Sie brauchen doch Millionen!“ Mayer-Koy: „Um die Propaganda durchgreifender gestalten zu können, jawohl.“ Mayer-Koy stellte dann an de Metz die klare Frage, ob er in der Lage sei, Gelder für die bayerische Königspartei zur Verfügung zu stellen oder etwas zu tun, daß sie von anderer Seite gegeben werden könnten. De Metz erklärte, er werde sehen, was er tun könne. Er wolle das Ansinnen weiterleiten, könne jedoch von sich aus noch nicht ja oder nein sagen. Offenbar um seiner Forderung stärkeren Nachdruck zu verleihen, behauptete dann Mayer-Koy, daß man sich auch schon von englischer Seite aus mit ihm in Verbindung gesetzt habe, um die Königspartei finanziell zu unterstützen. Allerdings könnte dann nicht mehr davon die Rede sein, Kontinentalpolitik im Sinne Frankreichs zu treiben. De Metz versprach, daß er die Sache weiterleiten wolle und ihm Nachricht geben werde. Das Blatt, welches die Veröffentlichung weiterer Dokumente ankündigt fordert die genannten Personen auf, die Sache vors Gericht zu bringen und konstatiert, daß trotz wiederholter ähnlicher Veröffentlichungen keine der Gegenparteien geklagt hat. Die antisemitischen Ehrenmänner weisen sich gegenseitig Landesverrat im Solde Frankreichs nach und — sind weiter Ehrenmänner. Offiziere und Volksführer! Ja. wenn Juden so was täten! Zentralverein und Palästina-Ärbeit. Der „Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ hielt dieser Tage in Berlin eine Sitzung des Gesamtvorstandes ab, in welcher nachstehende Resolution mit Majorität gegen eine erhebliche Minderheit, die sich lebhaft für die Teilnahme an der Palästinaaktion einsetzte, angenommen wurde: „Wäre die Besiedlung Palästinas nichts weiter wie ein soziales Hilfswerk, dann wäre vom Standpunkt des Zentralvereins nichts dagegen einzuwenden. Die Besiedlung Palästinas ist aber in erster Linie Ziel nationaljüdischer Politik, ihre Förderung und Unterstützung ist daher abzulehnen. Solange die sozialen und kulturellen Einrichtungen des deutschen Volkes und die religiösen und kulturellen Bedürfnisse des deutschen Judentums bitterste Not leiden, solange zahlreiche heimatlos gewordene Juden unsere Hilfe dringend brauchen, hat jüdischer Wohltätigkeitssinn Pflicht und Möglichkeit zu fruchtbarer Arheit.“ Mit dieser Resolution hat der Zentralverein der Sache des deutschen Judentums einen schlechten Dienst erwiesen. Wir sind überzeugt, daß weite Kreise des deutschen Judentums und auch ein erheblicher Teil der Mitglieder des Zentralvereins kein Verständnis dafür haben werden, daß bei einer für die Zukunft d es Gesamtjudentums so entscheidenden Aktion, in diesem geschichtlichen Augenblick, eine Organisation deutscher Juden den Versuch macht, das deutsche Judentum selbst von der Teilnahme auszuschalten. Wie wir hören, wandte sich auch Dr. Alfred Apfel in einer großen Versammlung in Dresden heftig gegen den Beschluß des Zentralvereines, den er als Sabotage der am 23. Januar geschaffenen Einheitsfront bezeichnete. Legalisierung des Keren Hajessod. Der Keren Hajessod ist in London als Gesellschaft unter dem Namen „Erez-Jsrael (Palestine) Foundation Fund Ltd“ registriert worden. Als generelle Aufgabe ist in Artikel 3 bezeichnet: „alle solchen Handlungen vorzunehmen, die notwendig oder förderlich erscheinen für den Zweck der Ausführung der Balfour-Deklaration. im Hinblick auf die Begründung eines jüdisch-nationalen Heims in Erez Israel.“ Die jetzige Registrierung ist nur als eine provisorische legale Form für den Keren Hajessod anzusehen, die in naher Zeit durch eine definitive ersetzt werden soll, welche den vielgestaltigen Bedürfnissen des Keren Hajessod vollkommen Rechnung tragen soll. Namentlich werden die Inhaber von Zertifikaten Gelegenheit finden, an der Verwaltung des Fonds teilzunehmen. Aus Vertretern der Zertifikate wird ein Council errichtet werden, dem außer dem Recht der Genehmigung der Bilanz und der Geschäftsführung die Berechtigung zur Wahl der Hälfte der Direktoren zustehen wird, während die andere Hälfte einschließlich des geschäftsführenden Direktors von der Zionistischen Organisation als der Jewish Agency bestellt werden soll. Der Council wird ferner das Recht .auf Einsetzung der Mitglieder zum Board of Trustees erhalten. Das erste Direktorium besteht aus den Herren Cowen, Dr. Feiwel, Jabotinsky, Naidiisch und Zlatopolsky, zu denen Professor Pick als Mitglied der Zentrale des Misrachi hinzukommt. Mit der Föderation Poale Zion finden Verhandlungen wegen Delegierung eines weiteren Direktors statt. (Z.K.) Professor Einstein und die zionistische Delegation in Ämerika. Die gesamte New Yorker Presse widmete der Ankunft Dr. Weizmanns, Professor Einsteins und der übrigen zionistischen Delegation spaltenlange Artikel. Sie beschrieb den Empfang der Delegation durch viele Tausende von Juden als die gewaltigste Demonstration und einen geradezu triumphalen Einzug, wie er seit der Rückkehr Roosevelts aus Ugande in New York nicht dagewesen sei. Zahlreiche spezielle Artikel werden der Persönlichkeit Albert Einsteins gewidmet. Eine besondere Delegation der Stadt New York, geführt von dem früheren Generalstaatsanwalt Wickersham, begrüßte in der New Yorker City Hall die Delegation, welche von dem New Yorker zionistischen Stadtrat Rosenblatt geführt wurde. Eine vieltausendköpfige Menge umlagerte das Rathaus und brachte Hochrufe aus. Im Namen der zionistischen Delegation, gleichzeitig für Professor Einstein, antwortete der Präsident der Zionistischen Organisation, Dr. Weizmann. Am 10. April fand eine Begrüßungsfeier in der Metropolitan Oper statt. (Z.K.)