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Das jüdische Echo · 1921-04-22 · 16 (22.4.1921) · p. Seite 200

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
16 (22.4.1921)
Date
1921-04-22
Page
Seite 200 (sequence 6)
Language
German
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200 Das Jüdische Echo Nr. 16 III. Beauftragte. 1. Friedhöfe: Albert Landauer, Selinger, J.-R. Oppenheimer, Frau Lucie Reinemann, Felix Feuchtwanger. 2. Krankenhaus : Albert Landauer, Popper, Frau Auerbach. 3. Pensionat: Albert Landauer, Nußbaum, Frau Luciie Reinemann. 4. Ritterstiftung : Adolf Lang, Dr. Feuchtwanger. Rosenthaler, Schachno. Frau Stark. 5. Lipschütz’sche Versorgungsanstalt: Lang, Frau Dr. Ellinger, Popper, Lichtenauer, Frau J.-R. Frankel. 6. Sch wester heim : Frau Dr. Ellinger, Gustav Frankel, Albert Landauer, Dr. Loewenthal, Dr. Oestreich. Deutsche Äntisemiten und französisches Geld» Solange es gegen die Juden geht, herrscht unter den deutschen Antisemiten schönste Eintracht. Aber im Augenblick, da sie die ausgetretene, bequeme Straße der Judenhetze verlassen und sich auf die verschlungenen, dornigen Pfade der deutschen Politik begeben, stoßen sie hart aneinander und reißen sich gegenseitig die Masken von den Gesichtern und die Kleider vom Leibe und stehen in erbärmlicher Unverhülltheit da. Im gesegneten Lande Bayern ist der Zustand vollster Durchtränkung mit antisemitischem Geiste erreicht. Alle Volksschichten sind glücklich dahin gebracht, das Volk der Juden, dieser „Volksverräter“ und „Knechte der Franzosen“, welche für schnödes Geld das deutsche Vaterland verraten und dem kämpfenden Germanenvolk den Dolch in den Rücken gestoßen haben, zu hassen und zu verachten.. Die Arbeit gegen die Juden ist getan, die politischen Parteien wandten sich der Lösung anderer Aufgaben zu und nun kam es zum Krach. Die antisemitischen Helden gerieten aneinander und traktieren sich mit Wahrheiten, die alles jemals gegen Juden Gesagte übertreffen. Nachstehend eine Probe aus dem Organ der bayerischen Christlichsozialen „Das neue Volk“, welches der antisemitischen Brudergenossenschaft, der bayerischen Königspartei, nachweist, daß sie mit französischem Geld an der Zerreißung Deutschlands arbeitet. Das Blatt bringt ein Protokoll über die Verhandlungen, welche in Speyer am 18. März zwischen Herrn Mayer-Koy, dem Vorsitzenden der bayerischen Köniigspartei, und dem Delegierten der französischen Besatzungstruppen itn der Pfalz, Oberst de Metz, stattfanden. Die Richtigkeit des Protokolls wird von zwei Zeugen bestätigt. Der Besprechung wohnten außer Mayer-Koy und dem Verfasser des Protokolls das Mitglied der Landesvorstandschaft, Freiherr v. Müller (München), und der Kreisvorsitzende der bayerischen Königspartei für die Pfalz, Major a. D. Ludwig Zöller (Zweibrücken), bei. Nach dem Protokoll entwickelte Mayer-Koy zunächst das Programm der bayerischen Königspartei und betonte, daß er außerordentlich gute Beziehungen zu einflußreichen bayerischen Politikern habe. Auf die Frage des Obersten de Metz, wie sich voraussichtlich die Verhältnisse in Bayern in der nächsten Zeit gestalten würden, erwiderte Mayer-Koy. daß der Zug immer weiter nach rechts gehe. Die Zeit sei nicht mehr fern, wo der Wille des Volkes seinen Ausdruck finden werde. Eine Propaganda aber in dem Umfang, wie sie notwendig sei, koste ungeheures Geld. Die Königspartei könne diese Summen nicht aufbringen. Es müsse jedoch im Interesse Bayerns und der Entente ein Weg gefunden werden, um die Propaganda trotzdem in großzügiger Weise durchführen zu können. Vor allem solle das Organ der Königspartei, der „Bayerische Königsbote“ als Tageszeitung ausgebaut werden. Im Laufe der Unterredung interessierte sich de Metz ganz besonders für die Stellung der bayerischen Königspartei zum Norden des Reiches, zu Preußen. Mayer-Koy erwiderte darauf, es müsse bestimmt damit gerechnet werden, daß sich Bayern mit der Zeit vollständig vom Reiche loslösen werde. De Metz: „Wer wird voraussichtlich der Repräsentant der neuen bayerischen Monarchie werden?“ Mayer-Koy: „Kronprinz Rupprecht.“ De Metz: „Ja, warum unterstützt dann das bayerische Königshaus Ihre Partei nicht in dem Maße, wie Sie es wünschen?“ Mayer-Koy: „Das bayerische Königshaus gibt jährlich 50 000 Mark. Diese Summe ist aber viel zu gering, um damit eine ausreichende und erfolgversprechende Propaganda treiben zu können.“ Mayer-Koy kam dann darauf zu sprechen, ob nicht die Partei von französischer Seite mit größeren Mitteln unterstützt werden könnte. Man könne dabei eine gemeinsame Linie beschreiten im Kampfe gegen Preußen-Berlin und im Kampfe um die Kontinentalpolitik. Beide Punkte lägen im Interesse Bayerns wie auch Frankreichs. Auch die Bekämpfung des Bolschewismus sei ein wesent- »♦<^*<=5*C^^<=*C=>-*Cr>4C=>^CID4C=>^C=>< 5 3 3 3 3 3 L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass 2 o ♦ 0 ♦

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