Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 16 (22.4.1921)
- Date
- 1921-04-22
- Page
- Seite 199 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 199 PLus der Münchner Israelitischen Kuitusgemeinde. Am 14. April fand in einer gemeinsamen Sitzung des Vorstandes und der Gemeindevertretung die Einführung und Vorstellung des Vorstandes statt. Zu dieser Sitzung waren auch die Rabbiner, Lehrer und Kultusbeamten geladen. Der 1. Vorsitzende des Vorstandes, Herr Oberlandesgerichtsrat Neumeyer, legte in einer formvollendeten Rede die Grundsätze dar, nach denen er die Gemeinde leiten wolle. Er betonte insbesondere, daß er im besten Einvernehmen mit den Minderheiten, insbesondere auch mit den streng religiösen Richtungen seines Amtes walten wolle und hob hervor, daß die Erfüllung der sozialen Pflichten ein alt-überkommener jüdischer Grundsatz sei. Reicher Beifall von allen Seiten bewies dem künftigen 1. Vorsitzenden, daß er sich bei Mehrheit wie Minderheit des gleichen Vertrauens erfreue. Auf Antrag von Herrn Oberlandesgerichtsrat Neumeyer wurde durch einstimmig gefaßten Beschluß der beiden Kollegien dem langjährigen bisherigen Gemeindevorstand, Herrn Landrat N u ß b a u m , die Ehrenmitgliedschaft der Kultusgemeinde verliehen. Als zweiter Punkt der Tagesordnung war die Wahl der Ausschüsse und der Beauftragten vorzunehmen. Der Vorstand, in dem die Liberalen das Übergewicht haben, hatte hierzu einen ausführlichen schriftlichen Vorschlag unterbreitet, der auch die Zustimmung der Minderheit gefunden hatte. Trotzdem machten die liberalen Mitglieder der Gemeindevertretung einen Vorstoß gegen die Wahl unseres Gesinnungsgenossen, des Herrn Justizrats D r. Frankel, in den Schulausschuß und' begründeten ihn merkwürdiger Weise damit, daß durch die starke Persönlichkeit unseres Vertrauensmannes das Gleichgewicht im Schulausschuß gestört würde. Gegenüber dem guten parlamentarischen Grundsatz, daß die Minderheiten sich ihre Vertrauensleute selbst aussuchen können, lehnte die Mehrheit Herrn Justizrat Fränkel ab und wählte dafür als Vertreter der Minderheiten Herrn Rosenthaler, der jedoch die Wahl ablehnte. Außerdem lehnte die liberale Majorität den von der Vorstandschaft vorgeschlagenen Beisitzer, Herrn Auerbach, ab,' trotzdem dieser sich in früheren Jahren selbst in verständnisvoller Weilse um das Schulwesen angenommen hat, weil er zu starke Neigung für die jüdische Volksschule zeige. An seiner Stelle wurde R.-A. Adolph Strauß gewählt. Die Besetzung der Ausschüsse im Einzelnen veröffentlichen wir gesondert. Es wurden dann noch die Vertreter der Gemeinde München für den Rat des Verbandes Bayerischer Israelitischer Kultusgemeinden gewählt und zwar die Herren Oberlandesgerichtsrat Neumeyer und unser Gesinnungsgenosse, Hr. R.-A. Dr. E. S t r a u s. Rnsschüsse und Beauftragte der Münchner Kultusgemeinde. I. Ausschüsse der Gemeindevertretung. 1. Wahlprüfungsausschuß : J.-R. Beer, Dr. Feuchtwanger, Popper, D. Siegel, Dr. A. Strauß. 2. Revisionsausschuß : J.-R. Dr. Fränkel, Bloch, Marx, Professor Dr. Rheinstrom, Rosenthaler, K.-R. Schülein. II. Gemischte Ausschüsse. 1.Verfassungsausschuß : Vorsitzender Dr. Neumeyer. Beisitzer Dr. Feuchtwanger, Geh. J.-R. Dr. Frankenburger, Dr. Oestreich, Kom.-Rat Siigm. Fränkel, Prof. Dr. Rheinstrom, Dr. E. Straus. 2. Geschäftsordnungsausschuß : Vorsitzender Geh.. J.-R. Frankenburger. Beisitzer J.-R. Beer, Dr. Feuchtwanger, Dr. Oestreich, Dr. Neumeyer, Dr. Perlmutter, Dr. E. Straus. 3. Finanzausschuß: Vorsitzender Geh. J.-R. Frankenburger. Beisitzer K.-R. Fränkel, Albert Landauer, Marx, Nußbaum, Prof. Dr. Rheinstrom. 4. St-iftungsausschuß : Vorsitzender Geh, J.-R. Frankenburger, K.-R. Fränkel, Nußbaum, Amtsrichter Schäler, Weil. 5. Veranlagung sausschuß : Vorsitzender Albert Landauer. Beisitzer J.-R. Beer, Bloch, Jakob Fränkel, Künstler, Marx, Nußbaum, Dr. Loewenthal, Rosenthaler. 6. Synagogenausschuß : Vorsitzender Gustav Fränkel. Beisitzer J.-R. Beer, A. Landauer. Nußbaum, Popper. 7. Ritualausschuß: Vorsitzender Kom.- Rat Fränkel, Dr. Feuchtwanger, Albert Landauer, Rosenthaler, Rothschild. 8. Schulwesen : Vorsitzender Adolf Lang. Beisitzer Auerbach, Dingfelder, Hauptlehrer Frei, Dr. Oestreich, R.-A. Max Kahn, Dr. Perlmutter. 9. Ausschuß für Wohltätigkeit und Waisenstiftung: Vorsitzender Nußbaum. Beisitzer Gustav Fränkel, Jakob Fränkel, Seelinger, Hirschinger, Horn, Alb. Landauer, Frau Stark, Frau Prof. Werner. 10. Ausschuß für soziale Arbeit: Vorsitzender Dr. E. Straus. Beisitzer Dr. Baerwald, Ballin, Julius Basch, Hofrat Dr. Dornberger, Arthur Einhorn, Stadtrat Dr. Eppstein, Frau Dr. Eßlinger, R.-A. Flaschner, Kornelie Fränkel, Dr. Gutmann, Frau J.-R. Dr. Kitzinger, Frau Hofrat Oppenheimer, Dr. Oestreich, Dr. Prager, Jakob Reich, K.-R. Schülein. Weil. 11. Ausschuß für Bildungswesen und Gemeindebibliothek: Vorsitzender Dr. E. Staus. Beisitzer Dr. Baerwald, Prof. Dr. Cohen, Dr. Ehrentreu, Dr. Finkeischerer, J.-R. Fränkel, Dr. Gärtner, Paul Grünbaum, Dr. Gutmann, Hirschinger, Kirschner, Max Krämer, .Lehrer Maier, Hofrat Oppenheimer. R.-.A. Dr. Wilmersdörfer. 12. Abwehrausschuß : Vorsitzender Weil. Beisitzer Dr. Baron, K.-R. Fränkel, Dr. Levinger, Lichtenauer, Frau Alice Marx, Dr. Oestreich, Prof. Dr. Rheinstrom, Dr. A. Straus. Dr. A. Werner. 13. Ausschuß für Bauwesen und Verwaltung der gemeindlichen Anwesen: Vorsitzender Weil. Beisitzer Ballin, Architekt Neumann, K.-R. Schülein. 14. Ausschuß für Frieidhofsdenkmäler und Anlagen: Vorsitzender Geh. J.-R. Dr. Frankenburger. Beisitzer Ballin, Dr. Paul Drey. Dr. Feuchtwanger. Als Sachverständige sollen beigezogen werden: Regierungsbaumeister Adler, Professor Benno Becker. Architekt Landauer.