Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 15 (15.4.1921)
- Date
- 1921-04-15
- Page
- Seite 188 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Das Jüdische Echo Nr. 15 leicht unsere Urenkel nicht mehr am Leben sein. Ich bin sicher, daß ihr, wenn ihr meinen Rat annehmt, keinen Unterschied zwischen eurem jetzigen und vergangenen Leben finden werdet, außer, daß ihr mehr Freiheit, bessere Gesundheit und Nahrung für mehr Menschen haben werdet Eine glänzende Zukunft liegt vor eurem Lande. Die großmütige Mutter Erde wird reichlichen Überfluß für ihre Kinder hervorbringen, wenn sie diese in Gerechtigkeit und Frieden bestellen.“ Ein antisemitischer Weltkongreß. Der Antisemitenkongreß, der kürzlich durch wüste Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung im ersten Bezirke Wiens seinen Abschluß fand, beschloß die Einberufung eines.Weltkongresses der Antisemiten noch für diesen Herbst nach Budapest. Der Verein der „Erwachenden Ungarn“ wurde mit der Vorbereitung des unter dem Namen des „Weltverbandes christlicher Völker“ zusammenzutretenden Kongresses betraut. Ferner ist ein Zentralbüro zur „Vertiefung“ der Beziehungen zum antisemitischen Ausland zu errichten. Es wurde auch ein Arbeitsplan beschlossen, der die bewußten Forderungen (Ausweisung bezw. Internierung der Ostjuden, Einführung des „Numerus clausus“ für die Hoch- und Mittelschulen u. dergl.) der antisemitischen Apostel enthält. Aus den jüdischen Kultusgemeinden. München. Im festlich beleuchteten Sitzungssaal der Kultusgemeinde traten am 7. April die neugewählten Vertreter zur Wahl des Büros und des Vorstandes zusammen. Nach herzlicher Begrüßung des Vorsitzenden der bisherigen Verwaltung, Herrn Michael Nußbaum, wurde nach Vorschlag des Herrn Oberlandesgerichtsrat Neumeyer durch Akklamation gewählt: Dr. Karl Ostreich als 1., Dr. Max Feuchtwanger als 2., Justizrat Eugen Beer als 3. Vorsitzender der Gemeindevertretung. Bei der hierauf stattgehabten Wahl für den Vorstand wurden in diese Körperschaft einstimmig gewählt: von der Jüdischen Volkspartei: Kommerzienrat Sigm. Fraenkel, Dr. Elias Straus und Dr. Alfred Perlmutter; von der liberalen Partei: Oberlandesgerichtsrat Neumeyer, Albert Landauer, M. Nußbaum, Geh. Justizrat Dr. Frankenburger, Gustav Fränkel, Adolf Lang und Sigmund A. Weil. An Stelle der durch die Wahl in den Vorstand aus der Vertretung ausscheidenden Mitglieder der Gemeindevertretung wurden die Ersatzmänner und zwar die Herren Dr. M. J. Gutmann und S. Rothschild von der Volkspar teil, die Herren Jul. Bloch, Isidor Popper, Dr. Baron, S. Künstler und Frau Lucie Reinemann von den Liberalen in diese Körperschaft berufen. In der sich anschließenden Vorstandssitzung wurden die Herren Oberlandesgerichtsrat Dr. Alfred Neumeyer als 1. und die Herren Geh. Justizrat Prof. Dr. Frankenburger und Dr. Elias Straus als stellvertretende Vorsitzende gewählt, Die Wahl der Ausschüsse, welche in den neuen Verwaltungskörpern wohl einen großen Teil der praktischen Aufgaben zu erledigen haben werden, fand in der Sitzung vom 14. April statt, über die wir noch berichten werden. Im allgemeinen wird die Gemeindevertretung ihre Sitzungen einmal monatlich und zwar am Donnerstag der vorletzten Woche jeden Monats abhalten. Frankfurt am Main. In einer Sitzung der Gemeindevertretung der Israelitischen Gemeinde in Frankfurt am Main verlas der Vorsitzende ein Schreiben des Jüdischen Frauenbundes, in welchem dagegen Verwahrung eingelegt, wird, daß bei den Wahlen in der (konservativen) Synagoge am Börneplatz die Frauen übergangen wurden. Die Vertreterin der Konservativen, Frau Adele Meyer, erklärte hiezu, sie stehe auf dem Boden der Tradition, doch sehe sie nicht ein, warum in der Frauenabteilung nicht Frauen die Aufsicht führen, also als Synagogenvorsteher fungieren sollen. Wir teilen diese Anschauung vollständig; jedenfalls ist dies würdiger, als wenn Herren ab und zu die Damengalerie aufsuchen (wie dies auch in konservativen Synagogen der Fall sein soll), um Umschau zu halten. Breslau. Die Repräsentantenversammlung der Israelitischen Gemeinde Breslau erhob in einer ihrer letzten Sitzungen folgenden Antrag zum Beschluß: „Das Mitwirken der Kantoren bei Beerdigungen und Trauungen wird von der Gemeinde mit einem Jahresbeitrag von 6000 Mark für den ersten und 4000 Mark für den zweiten Kantor honoriert. Dafür erhebt die Gemeindekasse für Kasualien Kantorengebühren, die je nach dem Einkommen des betreffenden Gemeindemitgliedes, zwischen 40 und 250 Mark bebetragen und für Auswärtige entsprechend erhöht werden. Die Gebühren für Benutzung der Synagoge bei Trauungen schwanken zwischen 80 und 325 Mark, die für Amtshandlungen der Rabbiner zwischen 75 und 500 Mark. In allen Fällen 8 L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 8 8 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass