Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 15 (15.4.1921)
- Date
- 1921-04-15
- Page
- Seite 189 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 Das Jüdische Echo 189 sind GemeindemiitglLeder mit einem Jahreseinkommen bis 5000 Mark von den Gebühren befreit. Den Kantoren ist es ausdrücklich untersagt, sonstige Zuwendungen für Amtshandlungen zu fordern. Die Wahl des Kantors bei Kasualien bleibt dem Gemeindemitglied Vorbehalten, jedoch amtiert bei Trauungien in der Synagoge der 1. Kantor.“ Was iin der Gemeinde Breslau durchgeführt werden kann, dürfte auch in anderen Großgemeinden zu erreichen seiln. Im Interesse des Ansehens der Beamten sind solche Beschlüsse nur zu begrüßen. Feuilleton An der Chausse im Tale Israel, (Brief eines jüdischen Chaluz.) (Schluß.) Um halb zehn unterbrechen wir die Arbeit und lassen uns an der nächsten Quelle nieder. Es ist die Zeit des zweiten Frühstücks. Man ißt Brot mit Jam. Ein Esel, der unweit von uns weidet, riecht das Brot und kommt zu uns, um vom chaluzischen Essen zu gemessen. Das australische Jam scheint ihm sehr gut zu schmecken. Nur eine Viertelstunde ruhen wir, dann geht die Arbeit wieder los. Sie ist aber jetzt weit schwerer. Die Sonne brennt, der Schweiß rinnt von der Stirn direkt In die schwarze, soeben ausgegrabene Erde. Die Arbeitsgeräte scheinen schwerer zu sein; doch wird nicht eine Minute verschwendet. Wir arbeiten für uns. wir selbst sind die Unternehmer und freuen uns, wenn die Arbeit ein Stück vorwärts gekommen ist. Um halb eins erscheint der Wagen mit dem Mittagbrot. Wir arbeiten weitab vom Lager und bekommen das Essen zugeschickt. Chawerim kommen zusammen, um das Mittagmahl zu empfangen. Wir sind ungefähr 30 Mann an dieser Stelle. Wir setzen uns auf die Steine, ein jeder den Napf in der Hand und essen lustig unser Mittagbrot: Suppe, Flieischkonserven und Gemüse. Das Brot wird nicht zugeteilt, jeder bekommt, soviel er will. Nach dem Essen legt man sich ins Gras zur Nachmittagsruhe. Die meisten beginnen gleich zu schnarchen, andere machen Feuer und kochen Tee. Nach der Arbeit hat man einen solchen Durst, daß man den ganzen Kischon, der nicht weit von der Chaussee fließt, und der unseren Urahnen bei der Schlacht mit Siisra solche guten Dienste geleistet hat, austrinken könnte. Nach einer Stunde geht es wieder zu den Arbeitsplätzen. Allmählich läßt die Hitze nach, die Sonne versinkt hinter dem Karmelgebirge, lange Schatten erstrecken sich über das Tal. Der melancholische palästinensische Abend kommt mit langen Schritten. Um halb fünf abends kehren wir zurück. Schwer ist jetzt der Weg bergan ins Lager. Die Füsse sind wie aus Blei, doch hört man nicht auf zu singen. Bald sind auch die Spitzen der weissen Zelte zu sehen. Wir reinigen uns vom Staub, ziehen uns um, treten in das große, hellbeleuchtete Zelt wo das Abendbrot gereicht wird. Dann verbringt man noch ein paar Stunden mit Sihgen, Tanzen, Lesen oder Vorträgen. Manchmal wird gemeinsam der Psalm „Schir Hamaaloth“ gesungen. Wenn die Eltern unserer Chaluzim gehört hätten, wie ihre Kinder, die das Tischgebet zuhause lange nicht mehr gesungen hatten, diesen Schir Hamaaloth mit Begeisterung singen, sie hätten ihren Ohren nicht getraut. Der Schir Hamaaloth, der zuhause so melancholisch klingt, klingt hier in Zion selbst im Munde der Jugend, die sich stark genug fühlt, dieses Zion aufzubauen, viel heiterer und hoffnungsvoller. (Aus dem „Moment“, Warschau.) Gemelnden-u.Vereins-lcho Jüd. Kulturverein München. Samstag Abend 8 Uhr im Cafe Müllerbad, Hans Sachsstr. 8. Referat des Herrn Lion über „Das religiöse Problem im Zionismu s“. Mitglieder erscheinen, Gäste willkommen. Lieder- und Kompositions-Abend. Der Jüdische Jugend-Verein gestattet sich, nochmals auf den heute Samstag, den 16. April 8 Uhr abends im „Bayerischen Hof“ (Konzertsaal) stattfindenden Lieder- und Kompositions-Abend hinzuweisen. Der Komponist und Pianist Heinrich Scha- 1 i t begleitet selbst am Flügel. Der gesangliche Teil ist von Herrn Julius Gieß, dem wohlbekannten Mitgliede des Nationaltheaters, übernommen, Das schöne Programm wird sicherlich jedem etwas zu bieten haben. Über die „Seelenlieder“, die an' diesem) Abend zum Vortrag gelangen, schreiben die „Musikalischen Signale“: „Der Odem der alten Tempelgesänge weht uns aus ihnen entgegen, bald iin psalmodiischer, bald in Litanei-Form, dann wieder in den groß angelegten Steigerungen mit den farbenprächtigen Höhepunkten.“ Generalmusikdirektor Bruno Walter spricht sich darüber folgendermaßen aus: „Die „Seelenlieder“ von Heinrich Schallt sind Kompositionen von ernster und starker melodischer Kraft. Ihre Wirkung ist unmittelbar und ich darf wohl sagen, daß sie zu den erfreulichsten Eindrücken gehören, die ich seit langem von moderner Liederkomposition empfangen habe.“ Bar Kochba München. Der diesjährige „Große Staffellauf Griinwald-München“ findet bereits am 5. Juni statt. Sämtliche für diesen Lauf in Betracht kommenden Mitglieder sind bereits durch Karten verständigt und fordern wir dieselben nochmals dringend auf, die Trainingstage regelmäßig zu besuchen. Dieselben sind: Sonntag vormittag ab halb 10 Uhr, sowie Montag und Donnerstag ab 6 Uhr auf dem Sportplatz, (Sendling) Plinganserstraße 84. Da wir in diesem Jahre den Lauf mit 3 0 Mann ih Klasse B austragen müssen, ist eine erfolgreiche Durchführung des Laufes nur möglich, wenn silch jeder Einzelne bewußt ist, daß es auf ihn ankommt und daher das Training regelmäßig besucht. Die erzielten Leistungen entscheiden über die Teilnahme am Lauf. Der Sportwart. Blau-Weiß München. 2. Zug: Treffpunkt 8 Uhr Westfirledhof.. Heimabende für Jüngere Samstag 3 Uhr, für Ältere Dienstag 6 Uhr. Schwimmen Montag 5.30 Uhr und Mittwoch 5 Uhr. Bibliothekstunde Donnerstag 5.30—6.30 Uhr. Mädchen-Abteilung des Jüd. Turnvereins Bar- Kochba München. Sonntag, den 17. April, 1. Tagesfahrt, Treffpunkt 8 Uhr Trambahnhäusl Feilitzschstraße; 2. Halbtagesfahrt, Treffpunkt 8.30 Uhr Fraunhoferbrücke. Ecke Ohlmüllerstraße, Rückkunft 1 Uhr. Spendenausweis Münchner Spendenausweis. Nationalfonds: Familie Monheit gratul. nachträglich Familie Speth zur Verm. ihrer Tocht. 5.—, Mayer Engelhard grat. herzl. Herrn Bier