Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 13 (1.4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 164 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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164 Das Jüdische Echo Nr. 13 hat es verstanden, die schwierigen Vorarbeiten zu seiner Gründung in so meisterhafter Weise zur Durchführung zu bringen, daß die Hoffnung berechtigt ist, daß er mit den ihm zur Seite stehenden Mitarbeitern die Pflanze zur gedeihlichen Entwicklung fördern wird. Männer, welche auf das Überkommene aus der Vergangenheit mit Pietät blicken, auf die Bedürfnisse der Gegenwart und die Anforderungen der Zukunft ein fürsehendes Auge richten, werden sicher den Verband zu einer Institution ausbauen, auf welche die bayerische Judenheit mit Stolz blicken darf. Eine orthodoxe Stimme zum Mandatsentwurf. Dr. J s a a k Breuer in Frankfurt am Main schreibt in den Agudas Jisroel - Blättern zum Mandatsentwurf: „Man mag die politischen Rechte, die der Mandatsentwurf dem jüdischen Volke einräumt, noch so gering einschätzen: die Reflexwirkung des Mandats auf das jüdische Volk, die Reflex Wirkung auf die übrigen Nationen in ihrem Verhältnis zum jüdischen Volk ist unter allen Umständen unübersehbar gewaltig. Nicht als Geschenk, sondern als Aufgabe, so hart und so schwer, wie sie keinem anderen Volk der Erde jemals zugefallen ist, wie sie selbst das jüdische Volk vielleicht noch nie übernehmen mußte, will dieses Mandat gewertet sein. Dieses Mandat, wie immer es ausfallen mag, stellt das jüdische Volk endgültig vor die Aufgabe der nationalen Emanzipation. Die nationale Emanzipation ist die Gesamtheitsaufgabe, die das jüdische Volk der neuen Epoche im Geiste der Thora zu lösen hat. Ich wiederhole: wahrlich nicht wir, nicht die Orthodoxie hat sich in spielerischem Leichtsinn diese furchtbare Aufgabe gestellt. Aber ich füge hinzu: wir haben nicht mehr die Freiheit der Wahl! Wie einst vor hundert Jahren die Besten unserer Väter in erhabener, in unendlich bewundernswerter Schätzung der vorhandenen Kräfte am liebsten auf die ganze soziale Emanzipation verzichtet hätten, weil sie die Größe der Aufgabe in höchster Geistesklarheit erkannten, so möchte auch heute mancher unserer treuesten Führer, so möchten auch heute vielfach die Männer innigster Frömmigkeit unter uns am liebsten das ganze Problem der nationalen Emanzipation von sich weisen, wie bisher, ein Leben der Gotteserkenntnis in der Thora, still für sich und ihren Kreis weiter zu leben. Wie aber die Aufgabe der sozialen Emanzipation schließlich dennoch gekommen ist, weil es eben Gott war, der sie über uns verhängt, so stehen wir heute, ob wir wollen oder nicht; im Zeitalter der nationalen Emanzipation und haben in vollem Bewußtsein der unendlichen Schwere des uns zugefallenen Loses zu tun, was Gott von uns erwartet. An dieser Aufgabe kann Agudas Jisroel nicht tatenlos vorübergehen, ohne das Recht zum Dasein einfach zu verwirken. Agudas Jisroel hat die Einstellung des jüdischen Volkes auf die nationale Emanzipation vorzunehmen. Lehnt sie dies ab, so ist sie verloren.“ Es ist hocherfreulich, daß eine so ernste, tiefreligiöse Persönlichkeit, wie Dr. Jsaak Breuer, endlich zu der Erkenntnis kommt, welche in vorstehendem Artikel zum Ausdruck gebracht ist. Tagung zionistischer Funktionäre Berlins. Am Sonnabend, den 12. März und Sonntag, den 13. März fand im Roten Saal des Brüdervereinshauses eine von mehr als 200 Gesinnungsgenossen besuchte Tagung der zionistischen Funktionäre Groß-Berlins statt. Herr Dr. Hantke berichtete über das Ergebnis seiner Londoner Reise und die zionistische Situation, die er dort vorgefunden hatte; die Legalisierung des Keren Hajessod ist nunmehr in die Wege geleitet und das Statut fertiggestellt. Am nächsten Tage reierierte Herr Dr. E. Rosenberg über das Thema: „Wann kann die Keren Hajessod-Aktion unter den Nicht- Zionisten beginnen und wie kann sie durchgeführt werden?“ Er sowohl wie die zahlreichen Diskussionsredner gaben mannigfache Anregungen zu dieser Frage. Die Sitzung schloß nach lebhafter Aussprache mit folgender einstimmig angenommener Resolution: „Die zionistischen Funktionäre Groß-Berlins sind sich darüber einig, daß im gegenwärtigen Augenblick alle zionistischen Kräfte — unter Zurückstellung der innerzionistischen Differenzen — zusammengefaßt werden müssen, um einen erfolgreichen Abschluß der Keren Hajessod-Arbeit zu ermöglichen.“ Aus der Jüdischen Welt Ein Kommentar zum Palästina-Mandatsentwurf. Wie aus London berichtet wird, hat die englische Regierung gemeinsam mit der Zionistischen Organisation einen Kommentar zu dem bereits offiziell veröffentlichten Palästina-Mandat ausgearbeitet, der zwar keinen offiziellen Charakter L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant. 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass