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Das jüdische Echo · 1921-04-01 · 13 (1.4.1921) · p. Seite 165

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
13 (1.4.1921)
Date
1921-04-01
Page
Seite 165 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Ecbe 165 trägt, jedoch erhebliche politische Bedeutung hat Der Kommentar hebt die zionistenfreundlichen Bestimmungen des Entwurfs besonders hervor. (ZK.) Das Urteil gegen Jabotinsky aufgehoben. Das Fehlurteil, welches im April 1920 vom englischen Kriegsgericht in Jerusalem gegen Jabotinsky und 19 Genossen gefällt worden war, ist nunmehr vom englischen Kriegsministerium für ungültig erklärt worden. Jabotinsky und seine Freunde waren inzwischen bereits vom Oberkommissar vom Palästina begnadigt worden. Frauenbewegung in Palästina. In Palästina hat eine Bewegung eingesetzt zur Organisierung der Frauen zwecks Durchsetzung ihrer Ansprüche im öffentlichen Leben. In Jerusalem wurde ein aus allen Bevölkerungsteilen zusammengesetzter Frauenklub gebildet. Überall ist die Bildung von Frauenorganisationen im Gange. (ZK.) Landesvermessung. Die Abteilung für Landesvermessung beim Arbeitsdepartement der palästinensischen Regierung hat ihre Tätigkeit begonnen. Die Vermessungsarbeit beginnt im südlichen Gebiet von Beerschaba und soll nach Norden fortschreiten. Sie wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen und erfordert einen Stab durchgebildeter Landmesser. Die Leitung befindet sich in Jaffa, wo auch eine Schule für Vermessungswesen errichtet wird. (ZK.) Häuserbau durch Arbeitergenossenschalten. Die zionistische Kommission in Jerusalem übergab den Bau von 14 Häusern in der Nähe der Kolonie Petach Tikwah einer genossenschaftlichen Gruppe jüdischer Arbeiter, die ihrerseits einige sachverständige Bauleiter anstellte. Die Gruppe hat einige Waren und Zugtiere übernommen und will nach Möglichkeit dazu übergehen, die Zurichtung der Kalksteine selbst vorzunehmen. Die Lebensmittel beschafft sie genossenschaftlich. Durch die genossenschaftliche Arbeitsübernahme hofft man, gleichzeitig dem Fallen der Arbeitslöhne entgegenzutreten, das sich neuerdings infolge einer Reihe von Umständen bemerkbar macht. literarisches Echo noD bw rru“ Die Haggadah, schlechthin. Gewiß ist für den Talmudschüler, für den Gelehrten jüdischen Schrifttums jede tatsächliche Schilderung, jede Lehrauffassung umrankt und belebt durch die Überlieferung unverbindlicher Aussprüche und gleichnisweiser Darstellung, die neben der Halachah als Haggadah den Stoff zum „Lernen“ in den Jeschiboth und Bathe hammiidrasch bildet; aber für das „Volk“, vor allen den westjüdischen Juden, ist Haggadah gleichzusetzen mit der Pessach-Erzählung. Und dennoch fehlte uns d i e Haggadah. Was seit Jahrzehnten — also als Anschauungsmaterial für die ganze lebende Generation — als Haggadah-Büchlein auf dem Ssedertische aufliegt, ist ein zerlesenes Bändchen, schlecht gedruckt auf vergilbendem Papier und geschmückt mit dürftigen Schilderungen, die den Reiz der Primitivität längst verloren haben. So mangelte dem Auge die Anregung und dieses für die Phantasie befruchtendste Familienfest der Juden konnte in seinem wesentlichen Gehalte nicht zur Auswirkung gelangen. Es fehlte nicht an Versuchen, diesem Übelstande abzuhelfen. Die mit den Bildern aus der Serajewoer Handschrift gezierte Ausgabe des Verlages J. Kauffmann,- die vor Kriegsausbruch erschien, sei hier in Erinnerung gebracht; doch fehlte hier das Volkstümliche, weil die lebende Auswirkung ihr mangelte. Heute nun können wir endlich d i e Haggadah auf dem Büchermarkt begrüßen. Durch die Mißgunst der Verhältnisse hat der Verlag R. Löwit erst in diesem Jahre das Erscheinen der Budko’schen Haggadah als Volksausgabe ermöglichen können.*) Die einzelnen Radierungen zur Haggadah des bereits namhaften jungen Künstlers waren teils aus den Originalen, teils aus der Veröffentlichung von Dr. Karl Schwarz in „Ost und West“ dem Kreise der Kunstfreunde bekannt und hochgeschätzt. Umso erfreulicher ist es, nun das geschlossene Buch vorliegen zu haben. Der gesamte Druck, der in einer sauberen Type ausgeführt wurde, ist vom Künstler überwacht worden, sodaß die Gewähr für ein gutes Gesamtbild schon hierdurch geboten wird. Die Einfügung der eingestreuten großen Initialen zu inhaltlich bedeutungsvollen Stellen ist mit ebensolch feinem typographischen Verständnis vorgenommen, wie die als geschlossene t Textseite behandelten Ausführungen des „N2rf? nh“ und der «rvrö IC’V“ im Verein mit den kleinmeisterlichen Bildchen ein hocherfreuliches Zeugnis hebräischer Druckkunst darstellen. Der Vortitel ist ein besonders schönes Denkmal eines künstlerisch gebändigten Formsinnes mit seinem reichen und dabei klar herausgearbeiteten Ranken- und Traubenornament, das als Mittelstück die Ssederschiissel mit der Darstellung des geretteten jüdischen Volkes am Ufer des Schilfmeeres enthält. An der Spitze der Lobpreisenden zieht unser größter Führer aus dem Hause der Knechtschaft, während die Wogen des Meeres die Reste der Verfolger überfluten. Mit dieser Illustration des Wortes '.37- 37'DNT* wird mit Lebendigkeit der Auszug aus Ägyp- *) Haggadah. Hebräischer Text. Mit 26 Bildern nach den Radierungen von Joseph B u d k o. R. Löwut, Verlag, Wien-Berlin, 1921. Preis gebunden Mk. 25.—. Zu haben in München in der Ewer-Buchhandlung, Wagmüllerstraße 19. flÖNCHNER ILLUSTRIERTE WOCHENSCHRIFT FÜR KUNST UNO LEBEN VIERTELJÄHRLICH 20 MARK EINZELNUMMER 2 MARK VERLAG DER.JUGEND'MÜNCHEN

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