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Das jüdische Echo · 1921-03-04 · 9 (4.3.1921) · p. Seite 112

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
9 (4.3.1921)
Date
1921-03-04
Page
Seite 112 (sequence 6)
Language
German
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112 Das Jfldlsche Echo Nr. 9 Wir Juden pflegen unseren lieben Mitbürgern?v"ufig vorzuwerfen, daß sie außer ihrem Parteiblättchen sich nirgends wo anders politisch informierten und so einen einseitigen Standpunkt bekämen. Wer nicht in denselben Fehler verfallen will, dem ist jetzt die beste Gelegenheit geboten, sich eingehend über einen Standpunkt zu informieren, der dem der offiziellen zionistischen Leitung im wesentlichen entgegengesetzt ist. Nicht Opposition um jeden Preis — sondern Kritik um der Wahrheit willen, um des Heiles des jüdischen Volkes willen. Joseph Michael. Feuilleton Der völkische Beobachter. 1. Spötter und Götter. Wenn Disraeli die Heldin eines seiner Romane an die Behauptung, daß „die eine Hälfte der Christenheit eine Jüdin, die andere einen Juden verehrt“, die Frage knüpfen läßt: „Welches ist die höhere Rasse: die anbetet oder die angebetet wird?“ — so lachen die Arier. Wenn der Rassengelehrte Driesmanns schreibt: „Es dürfte nicht übertrieben und geschmeichelt sein, den brandenburgisch-preußischen Menschenschlag als lachende Löwen zu bezeichnen“, — so lachen die Semiten. Wenn sie beobachten, wie ihre Lieblinge sich gegenseitig „nicht riechen“ können, während ihre Opfergaben vollkommen gleichsinnig duften, — so lachen die Götter. 2. Christentum und Volkstum. Über das Menschentum Christi gibt es zwei antisemitische Versionen. Nach der einen war er kein Jude. So schreibt Houston Stuart Chamberlain: „Die Wahrscheinlichkeit, daß Christus kein Jude war, daß er keinen Tropfen echt jüdischen Blutes in seinen Adern hatte, ist so groß, daß sie einer Gewißheit fast gleichkommt.“ Nach der anderen Theorie war er ein Jude. So schreibt Dr. Wilhelm Stapel: „Wer aufmerksam Habe eine Zahnpra^is eröffnet München, Baaderplatz 1/i Eingang Kohlstrasse H. ULLMRNN, DEMTIST früher Nürnberg / Spex. Laboratorium für feine 7ahntechnlk fachminnlsche, individuelle persönliche Behandlung ist, wird beim Nacherleben fremden Volkstums immer die Grenze, das ( Fremdartige spüren. Gibt es doch selbst iim Menschentum Jesu etwas, wo ich als Deutscher nicht mitkann.“ — Was ist problematischer: Das Christentum dieser Menschen oder das Menschentum Christi? 3. Völkische Eigenart. Sämtliche Kulturen leben von auswärtigen Anleihen. Trotzdem ist die Bibel nicht babylonischen, die griechische Skulptur nicht ägyptischen, der gotische Baustil nicht arabischen und die deutsche Musik nicht italienischen Ursprungs. Kein Kulturvolk ist auf allen Gebieten gleichmäßig, fast jedes auf einem besonderen Gebiet besonders begabt. Die besondere Begabung des jüdischen Volkes beruht in seiner Fähigkeit, Menschheitsgedanken über völkische zu stellen. Diese Fähigkeit ist ihm aber nicht angeboren, sondern durch eine Leidensgeschichte ohnegleichen von ihm erworben worden. Nicht sein Charakter hat sein Schicksal, das Schicksal hat seinen Charakter bestimmt. ...(llllllllllllllllllllllM Voranzeige: Die national-jüdische Jugend Münchens veranstaltet am Montag, den 21. März 1921 im Mathildensaal ein Purim-Kinderfest Alle national-jüdischen Organisationen werden gebeten, diesen Tag frei zu halten. ..IUI......... „EWER“ BUCHHANDLUNG, MÜNCHEN Wagmüllerstr. 19, Ecke Galeriestr. ✓ Tel. 22045 Allgemeine Literatur Judaica undHebraica Jiddisch PURIM-GESCHENKE Alle wichtigen Neuerscheinungen auf Lager Samstag geschlossen 8 8 8 8 5 8 L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass

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