Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 8 (25.2.1921)
- Date
- 1921-02-25
- Page
- Seite 101 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 8 Das Jüdische Echo 101 wortet eine Politik der Bündnisse, die jedem Freiheit im Denken lasse, aber Einheit im Tun schaffe. Redner schließt sich der vorher von Herrn Dr. Apfel geäußerten Ansicht an, daß die Gesamtorganisation der deutschen Juden einen wichtigen Schritt auf dem Wege zum jüdischen Weltkongreß bedeuten könne. Das Schlußwort sprach Fräulein D r. C o r a Berliner. Rednerin akzeptiert die Politik der Bündnisse, die Kurt Blumenfeld, vorgeschlagen hat. Es sei nunmehr der Augenblick gekommen, wo Zionisten und Nichtzionisten ein großes Stück Weges miteinander gehen könnten. Hoffentlich findet dieser Augenblick ein Geschlecht, das sich nicht in Rückerinnerungen an die zum Teil kleinlichen Kämpfe der Vergangenheit ergeht. flus den neutralen Jugendvereinen. Am 6. Februar d. J. fand eine von allen angeschlossenen Vereinen stark besuchte erweiterte Vorstandssitzung des Bezirksverbandes der jüdischen Jugendvereine Nordwestdeutschlands in Hildesheim statt. Im Anschluß daran sprach der Vorsitzende des Hauptverbandes, Dr. Alfred Apfel, in zwei stark besuchten Versammlungen in Hannover und Hildesbeim am 5. und 6. Februar vor der jüdischen Öffentlichkeit über das Thema: „Alt und Jung im deutschen Judentum.“ Im Vordergrund seiner Ausführungen sowohl in der Vorstandssitzung als auch in den Versammlungen stand die Stellungnahme zu Palästina und zu den zionistischen Sammlungen für Palästina. Er betonte unter besonderem Hinweis den großen Willen zur Einigkeit bei der Gründung der Gesamtorganisation der deutschen Juden am 23. Januar in Berlin, einer Tat, die beispielgebend für das Gesamtjudentum sei, daß es nun an der Zeit sei, Palästina als Angelegenheit des gesamten Judentums und jedes einzelnen Juden zu betrachten. Es müsse und werde ohne Zweifel bei gegenseitigem vollem Verständnis für die Anschauungen des Andersgesinnten ein Weg der gemeinsamen Arbeit für Palästina gefunden werden, und Redner verlangt besonders von der Jugend, daß sie sich hinter seine Gedanken stelle. Die Diskussion in Hannover ergab, daß sich gegen diese Ausführungen auch von Zionisten gegnerischer Seite kein Wilderspruch erhob. Die Vertreter der Bezirksvereine gaben während der Vorsitzung ihrer Meinung dahin Ausdruck, wie Apfel in seinem Schlußwort feststellte, daß man sich prinzipiell seinen Ausführungen vollinhaltlich anschlöße; ein praktischer Weg würde leicht gefunden werden. Die von über 300 Personen besuchte öffentliche Versammlung in Hildesheim gestaltete sich zu einer einmütigen Kundgebung für das einige Judentum; insbesondere fanden die glänzenden Ausführungen des Herrn Landtagsabgeordneten D r. Regensburger, Braunschweig, der sich in allen Dingen, vor allem auch inbezug auf Palästina, Dr. Apfel anschloß, großen Beifall. Die beiden Tage zeugten von dem überall vorhandenen Willen zur Einigkeit, zur Überbrückung der Gegensätze und zur gemeinsamen Arbeit in Erez-Israel. Die erste Wahlversammlung in München. Am 12. Februar hat die jüdische Volkspartei die erste Wählerversammlung für die jüdischen Gemeinde- und Verbandswahlen einberufen und dazu die ganze Gemeinde, insbesondere auch die Führer im gegnerischen Lager eingeladen. Die Versammlung war außerordentlich stark besucht, der große Saal im Bayerischen Hof bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Versammlung wurde von Herrn Lichtenauer eröffnet und geleitet Als erster Referent sprach der Führer der Orthodoxie, Herr Kommerzienrat F r ä n k e I, in mehr als einstündiger Rede zum Thema des Abends: „Zerfall oder Erneuerung“. Er sah seine Aufgabe vor allem darin, aus der Geschichte der letzten Jahrzehnte nachzuweisen, wie engherzig die neologe Mehrheit sich gegenüber den berechtigten Ansprüchen der orthodoxen Minderheit verhalten hat und wie diese erst Schritt für Schritt sich die Anerkennung ihrer Daseinsberechtigung in der Gemeinde hat erkämpfen müssen. Noch immer sei der Geist des Kulturkampfes nicht aus allen Köpfen geschwunden, wenn man auch heute in der Hauptsache einsieht, daß die frühere Politik der Unterdrückung religiöser Minderheiten nicht mehr weitergeführt werden kann. Die Liberalen wenden sich jetzt gegen di'e Forderung der jüdischen Volksschule, deren Zustandekommen sie, nachdem die gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind und die Verwaltungsbehörden ihre Genehmigung erteilt haben, doch nicht verhindern können. Sie zeigen ferner ihren „Liberalismus“ in Entrechtung der ausländischen Juden, die gerade in religiöser Hinsicht zu einem erheblichen Teil mit den aktivsten Anteil an dem jüdischen Gemeindeleben nehmen. Der Redner, der in äußerst wirksamer Weise mit dem Bilde der Auferstehung aus der Vision des Propheten Ezechiel begann, schloß seine Ausführungen mit L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass j ►C=>^C=>*<=^C^^C=>*C=>*C==>^<=>»<=>C=>fCZ>*<=>*C=>* €=>♦<=>♦ <=>♦€=>♦<=>♦ <=>♦ C=>+CZ>* C=»C=**C=D4C=j