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Das jüdische Echo · 1921-02-25 · 8 (25.2.1921) · p. Seite 98

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
8 (25.2.1921)
Date
1921-02-25
Page
Seite 98 (sequence 4)
Language
German
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Die Grundfragen des Wahlkampfes werden in den Flugblättern des liberalen Wahlausschusses verfälscht. Es handelt sich Nicht um die „J ii d i s c h e Volksgemeind e“, die wir nie gefordert haben, Nicht um „A u ß e n v e r t r e t u n g der Gemeinde durch Ausländer“ — ein liberales Schreckgespenst, das niemand1 ernst nimmt —, sondern um die selbstverständliche, unerläßliche Gleichberechtigung aller Gemeindemitglieder, die gleiche Pflichten haben. Diese Gleichberechtigung ist überdies fast in ganz Deutschland in Verbänden und Gemeinden durchgeftihri. Nicht um obligatorische jüdische Volksschulen, sondern es soll den Eltern, denen es Herzensbedürfnis ist, ihren Kindern eine jüdische Erziehung durch jüdische Lehrer angedeihen zu lassen, der Weg dazu geebnet werden. Die Liberales! mit Absicht die Kernfragen des Wahlkampfes s Soll die Gemeindeverwaltung Nach unseren Absichten Nach liberaler Praxis eine Stätte der Stagnation oder Erstarrung sein? ein Organ der Erneuerung des jüdischen Lebens? weiter bei allen Aufgaben jüdischer Kultur und Bildung versagen? Einrichtungen zur Pflege der dem Judentum innewohnenden Kulturwerte schaffen? weiterhin der Entfremdung der jüdischen Jugend vom Judentum gleichgültig Zusehen? für geeignete Mittel sorgen, um die Jugend oder mit jüdischen Kenntnissen und Liebe zum Judentum zu erfüllen? gegenüber der antisemitischen Flut untätig bleiben und ihre Bekämpfung Privaten überlassen? mit der nur ihr innewohnenden Autorität als Vertretung a 1 he r Juden die Bekämpfung des Antisemitismus umfassend und eaersisch betreiben? in engherziger Begrenzung ihrer Kompetenz die wichtigsten jüdischen Arbeiten und Pro- oder bleme von sich weisen? - . alle jüdischen Angelegenheiten verantwortungs- und arbeitsfreudig in ihren Aufgabenkreis ziehen? . die Gemeindemitglieder weiterhin unbeachtet v 1 durch ständige enge Fühlung mit der ganzen Gemeinde dieselbe an ihren Arbeiten interessieren und beteiligen und damit das ganze Gemeindeleben anregen? und ohne Information lassen, so daß sie von der Gemeindearbeit nichts wissen und allmählich jedes Interesse verlieren? aus Personen gebildet werden, denen das Judentum eines von vielen Dingen ist, denen sollen Personen die Gemeinde führen, denen das Judentum Lebenszentrum ist und die eben nach ihrer ganzen jüdischen Einsteiocjer , schon dadurch Gewährfür eine lebenslung und ihren geringen jüdischen Kenntnissen die Fähigkeit fehlt, positive jüdische Arbeit zu leisten? - ' ' ' warme positiv jüdische Gemeindeverwaltung geben? Kurz es handelt sich um v Zerfall oder Erneuerung des Gemeindelebens Wer nicht wie bisher Passivität, fortschreitenden Zerfall wünscht, sondern eine von stark pulsierendem jüdischem Leben erfüllte Gemeinde, wird, gleichviel ob neolog oder orthodox, Zionist oder Zionistengegner Jüdische Volkspartei wählen!

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