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Das jüdische Echo · 1921-01-14 · 2 (14.1.1921) · p. Seite 21

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
8 (1921)
Issue
2 (14.1.1921)
Date
1921-01-14
Page
Seite 21 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 2 Das Jüdische Echo 21 ziehungswerk des Misrachi in Palästina, für welches em substantieller Vertreter im Erziehungsrat (Waad Hamfakeach) zugestanden wurde, teilzunehmen, wurde ebenfalls von den Aguda-Vertretern abgelehnt, obgleich hervorgehoben wurde, daß dieser Erziehungsrat volle Autonomie für die orthodoxen Schulen hat. Konferenz der litauischen und baltischen Juden in Amerika. In Anwesenheit von 300 Delegierten aus allen Teilen der Vereinigten Staaten fand hier die Konvention der litauischen und baltischen Juden statt, diie seit kurzer Zeit in einer Föderation organisiert sind. Außer den Delegierten nahmen auch viele Gäste teitl, darunter der Gesandte Litauens in Washington. Letzterer kam speziell nach New York, um die Konferenz zu beigrüßen. Nach dem der Konferenz unterbreiteten Bericht hat die Föderation trotz ihres kurzen Bestandes bereits vieles geleistet und beinahe eine halbe Million Dollar an die bedürftigen Verwandten in Litauen und Kurland verteilt. Nach einer längeren Diskussion über die Art der Verteilung der Hilfsgelder beschloß die Konferenz, 50 Prozent der Hilfsgelder den Gemeinden und 50 Prozent den Arbeiterorganisationen zur Verfügung zu stellen. literarisches Echo Dr. med. M. J. Gutmami: Uber den heutigen Stand der Rasse- und Krankheitsfrage der Juden. Verlag Rudolph Müller & Steinieke, München 1920. Preis M. 4.80. Das Büchlein bringt in sehr übersichtlicher und klarer Form die bisherigen Ergebnisse der Forschung auf oben genannten Gebieten, dabei stets betonend, daß es sich nur um vorläufige, nicht um „endgültige“ Ergebnisse handeln kann; in 2 Abschnitten behandelt Verfasser zuerst die Rasse- und Krankheitsfrage, dann versucht er im 3. Abschnitt neue Wege zur Lösung dieser Fragen aufzuzeigen. Theorien und Hypothesen sind stets als solche gekennzeichnet. Von besonderem Interesse ist das Buch für den Mediziner; jedoch ist es auch für den gebildeten Laien sehr anziehend, sich in gedrängter Form über diese Fragen zu informieren, über die in weiten Kreisen erstaunliche Unkenntnis herrscht, vielleicht in Reaktion darauf, daß man lange Zeit mit der Anthropologie zu politischen Zwecken Mißbrauch getrieben hat. — Nachstehend einige kurze, besonders interessante Angaben aus dem Inhalt: Verfasser bringt verschiedene wenig bekannte Tatsachen, die für die Vererbung erworbener Eigenschaften sprechen; die Lösung dieser heiß umstrittenen Frage in positivem Sinn wäre für die jüdische Rassenfrage von großer Bedeutung; mit ihr im Zusammenhang steht z. B. das Problem des Auftretens von Genies bei einem Volk im allgemeinen und ihres (angeblichen) Fehlens bei den Juden im besonderen. — In Bezug auf die Rassenzugehörigkeit rechnet Gutmann mit v. Luschan und Anderen die Juden zu den westsüdasiatischen Völkern des melanochroen Zweiges der weissen Rasse; ihre nächsten Verwandten sind die Araber die alten Perser und Hethiter; die jüdische Rasse ist nicht rein, da sie sehr viel Mischblut in sich aufgenommen hat, zeigt aber seit 2 Jahrtausenden „eine nicht zu leugnende Artkonstanz“. — Auf die anatomischen und physiologischen Eigentümlichkeiten, sowie auf die spezifischen und sonstigen Krankheitsformen der Juden hier näher einzugehen, verbietet leider der Raum; besonders verweisen wir auf das sehr interessante Kapitel über Nervenkrankheiten. Nun zum III. Abschnitt de>* Buches („Uber die neuen Wege“): Bezüglich der Wichtigkeit der psychologischen Forschung für unser Gebiet stimme ich mit Verfasser völlig überein; ebenso halte auch ich die Schaffung von den Eigentümlichkeiten der Juden in bestimmtem Maße angepaßten Existenzbedingungen für die Entwicklung der Rasse sowie für die Beurteilung (nicht Bewertung!) ihrer Besonderheiten für unerläßlich. Hingegen bin ich mit der von Gutmann auf gestellten „Spätkindtheorie“ nicht einverstanden. Nach (nicht sehr zahlreichen) Beobachtungen des Verfassers zeigen spätgeborene Kinder aus kinderreichen Familien eine besonders ausgeprägte, auch psychische, Ähnlichkeit mit den Eltern. Da solche Familien iim Mittelalter und auch noch später die Norm darstellten und diese Kinder „ganz besonders die Eigenart der Ahnen bewahrten und die erreichten seelischen intellektuellen Eigenschaften der Eltern übernahmen“, glaubt Gutmann diese „Spätkinder“ zur Erklärung der stark ausgeprägten physischen und besonders psychischen Ähnlichkeiten der heutigen Juden heranziehen zu können. Dem steht im Wege; "fönuThallmaier München Thßatirysrftr. IS.

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