Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- 1 (7.1.1921)
- Date
- 1921-01-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 Das Jüdische Echo 7 keiner Universität der Welt gelehrt wird, weil sie im Leben des Volkes keine Wurzel geschlagen, auch für die edelsten aller Nationen in der palästinensischen Universität zugänglich wäre, sollte sie nicht io der hebräischen, sondern in Esperanto- Sprache gelehrt werden. Dann könnten die Verheißungen der Propheten, daß alle Völker nach Zion strömen werden, um der Lehre Gottes teilhaftig zu werden, in Erfüllung gehen. 24. Auch die religiöse Wissenschaft und der Gottesdienst in Palästina wird von der sittlichen Lebensweise der Danileliten befruchtet werden. Im Vordergrund aller edlen Religionen steht von jeher die Tat, nicht der Glaube. Die Tonkunst wird, wie zur Zeit Davids, das wichtigste Mittel des Gottesdienstes werden, wobei der Chorgesang aller Betenden eine wichtige Rolle spielen wird. Das jüdische Volk soll wieder als eines der musikalischsten Völker der Welt gelten. Anstelle der Tieropfer werden Früchtefeste zu Erntezeiten in Palästina gefeiert. 25. Ais eine über den Parteien stehende, von jeglicher politischer Betätigung sich fernhaltende Gemeinschaft, können die Danieliten in Palästina eine Versöhnung herbeiführen sowohl zwischen manchen sich gegenseitig befehdenden Nationalitäten als auch zwischen dien verschiedenen orthodoxen, liberalen u. a. Parteien innerhalb eines und desselben Volkstums. Wie seinerzeit die Essener, sollen in der Zukunft die Danieliten in Palästina als ein Vorbild einer friedlichen, jeglichen kleinlichen inneren und äußeren Zwistigkeiten aus dem Wege gehenden Gemeinschaft dienen. 28. Das Gebot Moses: „Heilig sollt ihr sein, denn heilig ist der Ewige, euer Gott!“ bekommt durch die reine naturgemäße Lebensweise der Danieliten eine größere Weihe und einen neuen erweiterten Sinn und zwar nicht nur in ethischer Hinsicht durch Meidung des unnötigen, naturwidrigen und grausamen Blutvergießens, sondern auch in hygienischer Beziehung, da die im Verwesungszustande sich befindliche Tierleiche von sanitärem Standpunkt aus nicht ganz einwandfrei sein kann, abgesehen von den darin enthaltenen Leichengifte, wie Trichine, Ptomäine und andere Krankheitserreger. (Siehe „Das Heil der Menschheit“ von Leop. Schwarz, Brünn, 2. Auflage, 1908.) 27. Würde Moses jetzt gelebt haben und besäße er die gesetzgeberische Kraft seiner Zeit, er würde zweifellos den Juden das Fleischessen ganz verboten haben. Zu seiner Zeit war das jüdische Volk für Abschätzung der Bedeutung der fleischlosen Kost noch nicht reif. Zu einer Zeit, wo man Tier- und Menschenopfer darbrachte, konnte man wenig Verständnis für die sittliche Idee der rein pflanz- 0 liehen Ernährung haben. Die Ernährung der Juden mit Manna in der Wüste war vielleicht ein Versuch Moses, die vegetarischen Ideen der uralten ägyptischen Priesterherrschaft beim jüdischen Volke zu verwirklichen, wie es später Pythagoras, der ebenfalls von den ägyptischen Lehren beeinflußt war, in Griechenland zu tun versuchte. Auch in den mosaischen Speisegesetzen erblicken manche einen bewußten Übergang der Juden zur fleischlosen Kost. (Siehe „Vegetarismus in der Bibel“ von Rabbiner Dr. Gelles, 1. Flugblatt des Daniel-Bundes.) 28. Bei der Einführung der blutlosen Kost in Palästina handelt es sich nicht darum, daß die Danieliten neue ethische Werte schaffen sollen, sondern daß sie die von allen edlen Kulturen und Religionen anerkannten und durch die heutigen hygienischen und volkswirtschaftlichen Erforschungen noch wesentlich bekräftigten, aber im völkischen Leben noch nicht allgemein angewandten Mittel für die körperliche und geistige Veredlung der Menschheit, im Leben des jüdischen Volkes in Palästina allgemein durchführen. Selbstverständlich wird das ethisch^religiöse Leben der Danieliten in Palästina auch die Auswirkung der sittlichen Kräfte mancher religiös veranlagten Menschen in der ganzen Welt zur Folge haben. 29. Die Obst- und Gemüseausstellungen bekommen in den Kolonien, wo man ausschließlich von Pflanzenkost lebt, einen ganz anderen Sinn als die gewöhnlichen landwirtschaftlichen Ausstellungen. Die danielitischen Gärtner, die besonders vorteilhafte Fruchtsorten heranziehen, sind die wahren Priester der Menschheit, da sie mit der Ausbreitung der Gartenkultur auch einen erhöhten Gebrauch der blutlosen Nahrung auf Kosten der Tierschlachtungen herbeiführen. 30. In den Danieliten - Siedlungen werden die scharfen Grenzen verwischt, die den frommen Juden durch diie Speisegesetze von den Gläubigen anderer Nationen und Religionen scheiden. Der vegetarisch lebende religiöse Jude darf ohne Bedenken beim nichtjüdischen Danileliten Speise und Trank gnießen. Für den orthodoxen jüdischen Danieliten wird diie rituelle Lebensweise vereinfacht, da für ihn alle den Fleischgenuß betreffenden Gesetze gegenstandslos sind. 31. Die Danieliten-Siedlungen sollen die Nichtdaniieliten, diie den ernsten Willen haben zur reinen Pflanzenkost überzugehen, unter gewissen Bedingungen bei sich aufnehmen. Man soll ilhmen mit Rat und Tat an die Hand gehen und sie zu bewußten Danieliten erziehen. Fischspeisen und ausnahmsweise auch selbstgeschlachtetes Ge- L. Kielleuthner kgl. bayer. Hoflieferant 43 Maximilianstrasse 43 L.< Bekanntes Haus für erstklassige Herrenbekleidung nach Mass