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Das jüdische Echo · 1920-12-24 · 52/52 (24.12.1920) · p. Seite 498

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
52/52 (24.12.1920)
Date
1920-12-24
Page
Seite 498 (sequence 6)
Language
German
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498 Das Jüdische Echo Nr. 52 seien es gerade, die die Schürung des Rassenhasses in geradezu gemeingefährlicher Weise indirekt fördern helfen. Es bilde weder die Zahl der Juden, noch ihre berufliche oder politische Gruppierung irgend welchen Anlaß zur Sorge um den Bestand des Germanentums. Die Juden sind durchschnittlich genommen nicht besser und nicht schlechter als die Christen. Gewisse geschäftliche Eigenheiten und Praktiken, die vorzugsweise als Handeltreibende ihnen eigen sind, sind mit der Natur dieses Gewerbes verknüpft; daß aber die Juden geriebene Handeltreibende sind, ist mit Schuld derer, die sie seit anderthalb Jahrtausenden zum Handel gezwungen haben. Sozial und politisch stehen die Juden zu einem großen Teil im Vordergrund aller fortschrittlichen Bestrebungen; das sei die Folge ihrer langen Unterdrückung und Rechtlosigkeit: sie sind opferwillig und mildtätig und können namentlich in letzter Beziehung vielfach als Muster für ihre christlichen Verfolger gelten. Den Sozialdemokraten als Kulturförderern obliege es, dem Antisemitismus als einer gegen die natürliche Entwicklung der Gesellschaft gerichteten Bewegung mit Entschiedenheit entgegenzuwirken. Die Wurzeln des Antisemitismus sind: Religions- und Rassenhaß, wirtschaftlicher Neid, gesellschaftliche Engherzigkeit und politische Rückständigkeit. Das seien Eigenschaften, die ein Volk wie das deutsche von heute am wenigsten aufkommen lassen dürfe. Das Ziel müsse vielmehr sein: Sammlung aller derer, die guten Willens sind zu eifriger und zäher Arbeit. — Nach den mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen Auers setzte eine Diskussion ein, wobei auch ein Herr das Wort ergriff, der seinen Gegensatz zum Antisemitismus in merkwürdiger Weise motivierte. Er führte aus, daß die Propaganda des Antisemitismus derzeit nur eine theoretische sei und eine solche als zwecklos keinen Wert habe. Einen praktischen Antisemitismus könne es jetzt nicht geben, da die unangenehmen Folgen nicht nur für die Juden sondern auch für die anderen sehr weittragend sind. Wolle man ein Pogrom unternehmen und die Juden tot schlagen, würden sich dieselben zur Wehr setzen und es würde auch auf der anderen Seite Blut fließen. Wollte man die Juden internieren, würden dieselben nichts leisten können und dem Staate nur zur Last fallen. Würde man sie sämtlich ausweisen* dann hätten sie Veranlassung ihr Vermögen mitzunehmen und was dias heißen würde (Verlust von erwerbenden Kräften, Steuern usw.), kann sich jeder selbst ausdenken. Also heißt es jetzt — so hätte der Redner beifügen müssen — den Antisemitismus einstweilen in der Vorratskammer verstecken; sicher eine merkwürdige Parteierklärung. Debatte Im englischen Oberhaus über die hebräische Sprache in Palästina. In einer Sitzung des Oberhauses stellte Lord Treawan an den Minister des Äußeren folgende Anfrage: Ist es richtig, daß das Hebräische, welches die Sprache von weniger als zwei Prozent der kleinen jüdischen Bevölkerung in Palästina ist, zu einer offiziellen Sprache gemacht wurde? Ist dies von seiten der zionistischen Kommission geschehen im Interesse der neuangekommenen Immigranten aus Zentraleuropa? Kann der Minister des Äußeren angeben, welcher hebräische Dialekt zu offiziellen Zwecken angenommen wurde? Sind in Anbetracht der Tatsache, daß. das Englische an die Stelle des Türkischen als offizielle Sprache ebenso wie das Arabische getreten ist, Grundlagen vorhanden, welche die Ausgaben und Unbequemlichkeiten einer dritten offiziellen Sprache rechtfertigen? Zur Erklärung seiner dritten Frage sagte Lord Treawan: Soweit ich informiert bin, wird das Hebräische, das heißt, die rabbinische Sprache, in Palästina nicht benützt. Die jüdische Bevölkerung in Palästina spricht hauptsächlich einen spanischen Dialekt,, welcher nach der Vertreibung der Juden aus Spanien in die Levante gekommen ist. An zweiter Mode ff. Herrenschneiderei Reiche Stoff-Auswahl Ermäßigte Preise WJranni Cie., Indien Neuhauaeratr.15/1, gegenüber dar alten Akademie Sport is .i "RbuThallmcuer München TheaünßrfCr.lQ.

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