Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 51 (17.12.1920)
- Date
- 1920-12-17
- Page
- Seite 487 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9102977-9141734--03783-9076608- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nr. 51 Das Jüdische Echo 487 Ämerika. Die amerikanischen Assimilanten für den Aufbau Palästinas. Auf der am 14. Nov. stattgefundenen Jahresversammlung des „American Jewish Committee“ wurde Louis Marshall neuerlich zu dessen Präsidenten gewählt. Es wurde beschlossen, die Resolution von 1918 zu erneuern, an der Verwirklichung der Balfour-Deklaratilon bei der Gründung einer jüdischen Heimstätte in Palästina behilflich zu sein. Amerika übernimmt die Initiative für den jüdischen Weltkongreß. New York 28. November. (J. C. B.) Das Komitee für den jüdischen Weltkongreß unter dem Vorsitz Mr. Abraham Shomers, Präsidenten der Exekutive des amerikanisch-jüdischen Kongresses, hat eine Konferenz der hiesigen öffentlich tätigen jüdischen Persönlichkeiten zur Betrachtung der Frage eines jüdischen Weltkongresses einberufen. Es wurde beschlossen, einen jüdischen Weltkongreß für den 31. Mai 1921 nach dem Haag einzuberufen. Zur Vorbereitung dieses Kongresses wurde ein besonderes Komitee gewählt. Misrachikonferenz. Baltimore, 28. Novemb. (Jüd. Korr-Bür.) Die hier tagende Misrachi-Konferenz beschäftigte sich mit der Frage der praktischen Arbeit in Erez-Israel. Mr. Bublik, der eben aus Palästina zurückgekehrt ist, erstattete einen Bericht über die gegenwärtige Lage der Kolonisierung und bemängelte sehr die jetzt üblichen Methoden. Er wies darauf hin, daß gegenwärtig nur drei Prozent des palästinensischen Bodens in jüdischen Händen ist. Die Konferenz nahm eine Resolution an, in allen misrachistischen Zentren Gesellschaften zum Einkauf von Boden in Palästina zu organisieren und Privatkapital hinzuzuziehen. Gleichzeitig wurde beschlossen, daß die Misrachi-Organisation eine Gesellschaft mit einem Kapital von 250 000 Dollar für Häuserbau in Palästina zu gründen hat. Die Subskriptionen zu diesen Zwecken erreichen bereits eine Höhe von eineinhalb Millionen Dollar. Literarisches Echo Schriftsteller Sch. An-ski gestorben. Aus Warschau wird gemeldet: Der bekannte russisch-jüdische Literat Sch. Rappaport An-ski, Redakteur der seinerzeit in Petersburg erschienenen jüdischen Tageszeitung „Der Fraind“, ist hier plötzlich verschieden. Ein intimer Freund von Dr. A. Zitlovsky begann er als russischer Schriftsteller. Später kam er zur jüdischen Literatur. Er war vielleicht der Einzige, der sich gründlich mit jüdischen Altertümern beschäftigte. Einer der Gründer der jüdischen ethnographischen Gesellschaft und unermüdlicher Forscher der jüdischen Folklore, hat er in letzten Vorkriegsjahren selbst eine längere Reise durch die jüdischen Städtchen Litauens, Wolhyniens und Podoliens unternommen, um dort alte Manuskripte, historische Ritualien, Volkslieder zu sammeln. Nach dem Kriege hat er viele Ortschaften der gewesenen Kriegsschauplätze in Polen und Galizien besucht und dort viele wundervolle Legenden verzeichnet. In der allerletzten Zeit pflegte er oft und in mehreren jüdischen Zeitungen in Österreich und Amerika (hebräisch und jüdisch) verschiedene volkstümliche Legenden, Märchen, Sprüche, auf geistvolle, tiefsinnige Künstlerart bearbeitet, erscheinen zu lassen (eine derselben in der letzten Nummer des „Haolam“). Er ist aus dem bolschewistischen Rußland nach Warschau geflohen. Ermüdet und erschöpft von den physischen und moralischen Leiden, fand er zwar in Warschau eine warme Aufnahme bei seinen Verehrern, mußte jedoch längere Zeit im Sanatorium zubringen. Er ist 57 Jahre alt geworden. Sein Tod bedeutet einen ungeheueren Verlust für die jüdische Literatur. Dr. Josef Chasanowicz gestorben. Nach Meldung des Jewish Korr. Bur. aus Jerusalem ist der Begründer der Jüdischen Nationalbibliothek Dr. Josef Chasanowicz gestorben. Mit Chasanowicz ist eine markante Persönlichkeit aus der jüdischen Renaissancebewegung dahingegangen. Seit vielen Jahren verfocht er den Gedanken, daß das jüdische Volk in Jerusalem eine seiner großen Vergangenheit würdige Nationalbibliothek errichten müsse, welche bestimmt sein sollte, der Mittelpunkt aller auf die jüdische Wiedergeburt gerichteten kulturellen Bestrebungen zu werden. Aber Chasanowicz begnügte sich nicht, für diese Idee unermüdlich zu werben, er stellte alle seine Kräfte in den Dienst der Sache und war mit nie erlahmendem Eifer als Sammler tätig. Immer wieder begegnete man seinen jüdischen Aufrufen in den Jkundjner Jleucffe Jladjrtdjfcn Oie große po(ififd?e jubbeuffcße Seifung Xa'gltcf? 8tt>et Sfu^gakn SInerfannf fefyr erfolgreirfjeg 3n|erfion$organ. 8 O-O-O—0—Q-Q-Q-Q—Q-Q-—o-o—Q-Q-O-Q—Q-Q-o—Q-* Gedenkl des Sammelstelle München Clisabe'h Mahler Postscheckkonto 10121; jüdischen Ni Sammeiülelle Nürnberg S. Heinemann Karolinenstr. 42 Hionallonds Sammel*?elle Stuttgart S. Friedrich Hirschstr. 24