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Das jüdische Echo · 1920-12-17 · 51 (17.12.1920) · p. Seite 486

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
51 (17.12.1920)
Date
1920-12-17
Page
Seite 486 (sequence 6)
Language
German
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486 Das Jüdische Echo Nr 5f Dank der Energie einer kleinen Gruppe von Juden und Arabern konnte die erste landwirtschaftliche Ausstellung Judäas eröffnet werden, die uns zeigt, daß Palästina für die verschiedenartigsten landwirtschaftlichen Produkte eine günstige Zukunft verspricht. Es wurden von den jüdischen Arbeiter-Kwuzoth und anderen Kolonien landwirtschaftliche und gärtnerische Produkte, Vieh, Geflügel, sowie landwirtschaftliche Maschinen und Geräte ausgestellt. Der Oberkommissar, der wie die anderen Gäste seine volle Zufriedenheit ausdirückte, ging von Zelt zu Zelt, bei welcher Gelegenheit manche Aussteller Beschwerden und Bitten, z. B. über zu hohe Zölle, vorbrachten. Die weitaus größte Zahl der Preisträger waren Juden. So erhielt ein jüdischer Kolonist aus En-Ganim den ersten Preis füir die beste Milchkuh und das beste Kälbchen. Auch der erste Preis für den besten Ochsen, wie für Baumpflänzlimge, Oliven, Forstarbeit, arabische Rassenfüllen und Fruchtkonserven fiel jüdischen Kolonisten aus Kwuzoth zu. Ebenso haben sich die Juden als Bienenzüchter und im Mandel- und Apfelsinenbau ausgezeichnet. Auch eine sehr eingehende Eukalyptus-Ausstellung war zu sehen. Der Oberkommissar drückte den Wunsch aus, eine solche Ausstellung, die der Landwirtschaft und den mit ihr verbundenen Betrieben einen mächtigen Anstoß geben wird, alljährlich zu sehen. Die nächste Ausstellung wird voraussichtlich im Frühling in Jerusalem stattfinden. Der Bau der Straße Haifa—Nazareth. An der Arbeit nehmen mehr als 300 Arbeiter teil, die in drei Gruppen eingeteiilt sind. Die wichtigste Gruppe ist die aus galizischen Schomrin und Schomroth bestehende, die den Namen „Haschomer Hazair“ trägt. Die Mitglieder zeichnen sich durch große Disziplin und Arbeitseifer aus. Sie warten noch die Ankunft weiterer Kollegen aus Galizien ab, um die Gruppe in ein Arbeitsbataillon auszudehnen. Die Arbeit geht rasch vorwärts. Polen. Polnisch-jüdische Verhandlungen in Wilna. A.W. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, fand eine ganze Reihe polnisch-jüdischer Besprechungen in Wilna statt, an denen bedeutende jüdische und polnische Persönlichkeiten Wilnas teilgenommen haben. Den Hauptpunkt der Beratungen bildete das Projekt der Schaffung eines modus vivendi, damit eine einträchtige Zusammenarbeit in allen politischen Fragen ermöglicht werde. Es sind Bemühungen eingeleitet, einen polnisch-jüdischen Klub ins Leben zu rufen, der in einen politischen Nationalitätenklub umgewandelt werden soll. In der Umgebung des Generals Zeligowski mißt man diesen Verhandlungen eine große politische Bedeutung zu, da angesichts der unbestimmten Zukunft „Zentrallitauens“ die Stimmung der jüdischen Bevölkerung ausschlaggebend sein kann. Ungarn. Protest gegen den Numerus clausus an den ungarischen Universitäten: Das Zentralkomitee der Union der jüdischen Studierenden der Schweiz hat folgenden Protest beim Völkerbund eingereicht: Zürich, den 3. Dezember 1920. Hohe Völkerbundsversammlung! Vor einigen Monaten wurde bekanntlich an den Universitäten Ungarns der Numerus clausus für Studenten nicht ungarischer Nationalität eingeführt, wovon fast ausschließlich Juden betroffen werden, die als der ungarischen Nationalität nicht angehörend betrachtet werden. Es soll also den jüdischen Studenten nicht die Möglichkeit gegeben werden, ihren Wissensdrang an den Hochschulen zu stillen. Die Unterzeichnete Union, als Vertreterin der gesamten jüdischen Studentenschaft der Schweiz, erblickt in dieser, nach dem altbekannten russischen Muster eimgeführten Prozentnorm einen Verstoß gegen die vom Völkerbunde gewährleisteten Rechte der nationalen Minoritäten. Vom Glauben durchdrungen, daß die Pforten der Alma Mater allen Studenten ohne Unterschied der Rasse, Nationalität und Konfession offen sein sollen, von der großen versöhnenden Wirkung der internationalen Wissenschaft beseelt,, erhebt die jüdische Studentenschaft der Schweiz vor der hohen Völkerbundsversammlung, als dem Tribunal der gesitteten Menschheit, feierlichen Protest gegen die Beschränkung der Zulassung von Juden an den ungarischen Universitäten. Beseelt von den großen Ideen, welche die Grundlage und das Ziel der dem Fortschritt der Menschheit gewidmeten Arbeit Ihrer hohen Versammlung bilden, zweifeln wir keinen Augenblick, daß Sie eine solche, der europäischen Zivilisation Hohn sprechende Ungerechtigkeit nicht länger zulassen werden. In dieser festen Überzeugung und mit dem Gefühle tiefster Dankbarkeit für Ihr Wohlwollen zeichnen wir mit vorzüglicher Hochachtung Union der jüd. Studierenden der Schweiz. Das Zentralkomitee. Bulgarien. Neuorganisierung der bulgarischen Judenheit. Im Oktober fand ein Kongreß der bulgarischen Judenheit statt, auf dem ein allgemeines Programm für die Organisierung der bulgarischen Judenheit angenommen wurde, dessen Hauptpunkte sind: Das bulgarische Judentum organisiert sich auf nationalen Grundlagen und nicht auf Grund der Religion. Oberste Instanz der nationalen und kulturellen Organisation ist der jüdische Kongreß, der sich zusammensetzt aus für drei Jahre direkt gewählten Delegierten. Der Kongreß ist ein permanenter. Das bulgarische Judentum soll alle Anstrengungen machen, um das Budget der jüdischen Schulen sicherzustellen und eine Unterstützung sowohl von Seiten des Staates als auch der Kommunalgemeinden \für die jüdischen humanitären Institutionen zu erreichen. ILLUSTRIERTE WOCHENSCHRIFT FÜR KUNST UND LEBEN liOlMCHNER J&NZgWUMMm 1MK-80 VERLAG DER^JUGEND4'M0NCHEM

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