Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 48 (26.11.1920)
- Date
- 1920-11-26
- Page
- Seite 449 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Aleppo 1× ep/1047811
- Haifa 1× ep/1047930
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Nr. 48 Das Jüdisch« Echo 449 liehe Umsatz des Wollhandels in Aleppo, Horns und Homa 5 Millionen Franken betragen. Der Export aus der Provinz Aleppo nach Amerika betrug laut den Angaben des amerikanischen Konsuls 534 280 Dollar im Jahre 1912, und 272 674 Dollar im Jahre 1913. Hebräische Terminologie für die Rechtswissenschaft. Die Leitung der in Palästina von der Regierung eröffneten Kurse für Rechtswissenschaft wandte sich, wie die „Zionistische Korrespondenz“ meldet, an den Halaschon mit der Bitte, eine Kommission zur Ausarbeitung einer hebräischen Terminologie für die Rechtswissenschaft zu ernennen. Vom Waad Halaschon sind darauf in die Kommission gewählt worden die Herren Ben Jehuda, E. M. Lifschitz und Dr. Aron Masie; außerdem wird noch ein Rabbiner zugezogen werden. (Z. K.) Kleine Nachrichten. Unter Leitung von A. M. Lifschitz wurden die Jeschiwath Hamischtalmin, das Lehrerseminar des Misrachi und die Lehrerkurse in Petach Tikwah zu einer einzigen Institution vereinigt, unter dem Namen Lehrerseminar „Misrachi“. — Wie der „Kuntres“ vom 29. Okt. berichtet, soll demnächst eine allgemeine Konferenz der palästinensischen Arbeiterschaft einberufen werden. Auf dieser Konferenz soll auch die Frage der Gründung einer Tageszeitung für die palästinensischen Arbeiter behandelt werden. — Die Histadruth der Eisenbahner-Oreanisation hat beschlossen, die allgemeine Konferenz für Chanukah einzuberufen. — Laut dem „Haarez“ vom 29. Oktober wurde Prof. Otto Warburg für Mitte November in Palästina erwartet, wo er möglicherweise ständige« Aufenthalt nehmen wird. — In der ersten Novemberwoche gab es starke Re-* gengüsse in Sichern, Ludd, Jaffa und Haifa. Am 3. November regnete es auch in Jerusalem. — Auf der Sitzung des Jerusalemer Gemeindenftes vom 1. November wurde der Plan des Ing. Horowitz betr. der Stadtbeleuchtung angenommen und beim Oberkommissar um Genehmigung angesucht. Nach Erlangen der Approbation wird eine diesbezügliche Anleihe aufgenommen werden. Der Kostenvoranschlag beträgt 31 000 Pfund. Algerien. Gedenkfeier. Am 24. Oktober waren fünfzig Jahre verflossen, seit die algerischen Juden als gleichberechtigt das französische Bürgerrecht erhielten. 38 000 Juden wurden damals davon betroffen, heute zählt Algerien 76 000 stimmfähige jüdische Bürger. Adolphe Cremieux, dem damaligen Minister, war die Emanzipation zu verdanken. Bei der aus Anlaß dieses Ereignisses in Paris stattgehabten Feier hielt unter anderen der Gatte von Cremieuxs Enkeltochter, Herr Thomson, eine Gedenkrede. England. Englands Vertreter im Völkerbund. Nach einer von der „Zionistischen Korrespondenz“ weitergegebenen Meldung des „Haarez“ (Jerusalem) teilte Bonar Law im Unterhause mit, daß zu Vertretern Englands im Völkerbunde die Herren Balfour, Barnes und Fisher ernannt sind. Alle drei Herren bezeichnet das Blatt als bekannte Zionistenfreunde, was mit Rücksicht auf die bevorstehende Fertigstellung des Völkerbundsmandats für Palästina von besonderer Bedeutung sei. Personalia Rabbiner Dr. Josef Bloch. Rabbiner Dr. Jos. Bloch feierte dieser Tage seinen 70. Geburtstag. Der Jubilar ist ein Selfmademan im wahren Sinne des Wortes. Geboren zu Dukla in Galizien als Sohn eines einfachen Bäkkers, der früh gestorben war, hatte er von zu Hause keinerlei Unterstützung genossen. Schon als dreizehnjähriger Junge konnte er sich in allen Kunststücken talmudischer Meisterschaft produzieren und Gaonim Galiziens stellten ihm das Prognostikon, eine Leuchte des Rabbinismus zu werden. Unter großen Entbehrungen eignete er sich auf der Rabbinerschule Hildesheimers in Eisenstadt und auf deutschen Gymnasien und Universitäten profane wissenschaftliche Bildung an, um später in verschiedenen kleineren Städten Rabbinerposten zu bekleiden. Zuletzt amtierte er in Floridsdorf bei Wien; aber schon vor mehr als 20 Jahren zog er sich hievon zurück, um sich politischer und wissenschaftlicher Tätigkeit zu widmen. Bis vor kurzer Zeit leitete er die von ihm 1883 ins Leben gerufene „österreichische Wochenschrift“; über diese Tätigkeit schreibt Prof. Dr. Heinrich Löwe: „Bloch war nach dieser Richtung hin epochemachend. Er verteidigte das Judentum nach außen hin gegen antisemitische Angriffe. Aber ein grundlegender Unterschied seines Eintretens gegenüber der bisherigen Kampfesweise jüdischer und liberaler Tagesschriftsteller war sofort zu buchen. Bloch vergab bei seiner Verteidigung der jüdischen Ehre nichts. Er fand nichts, für was er um Entschuldigung bitten sollte. Er war nicht fromm. Aber er sah in der tiefen jüdischen Frömmigkeit kein Zeichen der Zurückgebliebenheit. Er erblickte nicht in dem polnischen Juden den zu verleugnenden Bruder, dessen man sich seiner Mundart und seiner Sitten wegen zu schämen habe. Er stritt mit dem ganzen Wissen eines jüdischen Gelehrten — der er trotz jedem hätte sein können, wenn er sich nicht ganz und gar dem Tageskampfe für Juden und Judentum hingegeben hätte — für die Ehre und das Recht der Juden. Ja, er scheute gelegentlich nicht einmal davor zurück, sich als Nationaljude zu bezeichnen.“ Seine ganz besondere Bedeutung lag aber auf politischem Gebiete. Sein Kampf gegen den damaligen Hauptvorsteher der Antisemiten, Professor Rohling in Prag, wird den Älteren unter uns noch in Erinnerung sein. Bloch erhob gegen ihn, der im Tisza-Eslawer Prozeß ein Schreiben an den Gerichtshof gesandt hatte, worin er den Ritualmord als religiöses Gebot bezeichnet hatte und dies beschwören wollte, den öffentlichen Vorwurf eines bewußten und böswilligen Meineids in diesem Falle zu leisten. Rohling mußte klagen, zog aber bei der Verhandlung am Wiener Schwurgericht, unter der Wucht des gegen ihn Vorgebrachten, seine Anklage zurück und wurde zur Tragung der sehr erheblichen Prozeßkosten verpflichtet. Die ganze Welt verfolgte damals (1885) den Prozeß mit größter Spannung und das Resultat war für das gesamte Judentum ein Sieg von großer Bedeutung. Von seiner galizischen Heimat wurde Bloch 1884, 1885 und 1891 in den österreichischen Reichsrat gewählt. Was er dort als gefürchteter Gegenpart der Judenfeinde durch sein unerschrockenes Auftreten mit dem ganzen, stets scharf geschliffenen Rüstzeug souveräner Beherrschung des jüdischen Schrifttums wie der jüdischen Geschichte geleistet, wie er, ohne jemals sich einen Ordnungs-