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Das jüdische Echo · 1920-10-22 · 42/43 (22.10.1920) · p. Seite 414

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
42/43 (22.10.1920)
Date
1920-10-22
Page
Seite 414 (sequence 6)
Language
German
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414 Das Jüdische Echo Nr. 42/43 Am 21. April 1920 war in Nürnberg die konstituierende Versammlung zur Gründung des Verbandes Israelitischer Gemeinden in Bayern zusammengetreten; dort hatte die von dem begeisterten Verfechter dieses Einigungsgedankens, Herrn Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer- München entworfene vorläufige Verfassung für diesen Verband die Genehmigung sämtlicher religiösen Richtungen und Berufsorganisationen gefunden. Die Generalversammlung mußte dies Ereignis zur Sprache bringen; sie tat es durch den Mund eines der Berufensten. Oppenheimer- Laudenbach, der seit Jahrzehnten unermüdlich die Revision des „berühmten“ Judenediktes vom Jahre 1813 und damit einen Zusammenschluß der Gemeinden angestrebt, erledigte sich seiner Aufgabe in sympathischer Weise. Eine weitere wichtige Aufgabe, ebenfalls aus der Not der Zeit heraus geboren, harrt ihrer Inangriffnahme; Der Ausbau des Vereins auf gewerkschaftlicher Grundlage. Während die neue Reichsbesoldungsordnung sämtlichen Beamtenkategorien eine der großen Teuerung entsprechende Bezahlung brachte, während sich die Privatangestellten aller Schichten befriedigende Tarife sicherten und den Arbeitern von den Arbeitgebern vielfach erhöhte Stundenlöhne zugestanden wurden, sind bei den Religionslehrern die Gehaltverhältnisse bis in die letzten Wochen hinein die unsagbar geringen vorkriegszeitlichen geblieben. Nur wenige Gemeinden haben — von warmem sozialen Gefühl erfüllt — ihren Lehrern angemessene Gehaltssätze bewilligt; die meisten glaubten durch Gewährung von lächerlich geringen Teuerungszulagen ihrer sozialen Pflicht Genüge geleistet zu haben. Die Bezahlung der meisten Religionslehrer stand und steht noch heute in umgekehrtem Verhältnis zur herrschenden Teuerung; der Verein wurde vielfach um Hilfe angerufen. Um diese wirksam leisten zu können, muß der gewerkschaftliche Ausbau erreicht werden. Der große christliche Bruderverein, der bayerische Volksschullehrerverein, war ihm damit bereits vorangegangen. Ehrenreieh-Forchheim gab in seinen temperamentvollen Ausführungen, die von einem tiefen Eingehen und gründlichem Erfassen der Materie zeugten und sich von allen Schlagwörtern freihielten, die Mittel und Wege (Bezirkskonferenzen, Vertrauensmänner für dieselben, Zentralkommission, erhöhte Beiträge, strengste Vereinsdisziplin), mit denen der gewerkschaftliche Ausbau des Vereins weitergeführt und damit das Ziel, die Erlangung befriedigender wirtschaftlicher Lebensbedingungen für seine Mitglieder erreicht werden könne. Diese wurden auch von der Generalversammlung als wirksam erachtet. Obwohl der Begriff „Gewerkschaft“ auch den Streik als letztes Kampfmittel in sich schließt, hat sich die Versammlung dieser ultimo ratio gegenüber ablehnend verhalten, ein Beweis für das hohe Pflichtgefühl der Vereinsmitglieder, die das Panier der Ideale auch im Kampfe mit dem täglich anstürmenden Feind, der wirtschaftlichen Not, hochhalten. Im Hinblick auf die vor einigen Monaten in Kraft getretene Reichsbesoldungsordnung lag der Gedanke nahe, die Wünsche des Vereins hinsichtlich der Einreihung der Religionslehrer in die verschiedenen Gehaltsgruppen zu besprechen. Rosenwald-Winnweiler, der eifrige und verdienstvolle Leiter der „Freien Lehrerzeitung“, machte sich zum beredten Anwalt der Religionslehrer, für die er nach Maßgabe ihrer Vorbildung und Beschäftigung Einreihung in die Gruppen V—VIII forderte und eine diesbezügliche Eingabe des Vereins an die bayerische Staatsregierung erwirkte. Die Leistungsfähigkeit eines Vereins in seiner Gesamtheit sowie die der einzelnen Vereinsmitglieder wird nicht unbedeutend beeinflußt durch die Vereinspresse. Deshalb mußte auch dieses Thema in den Kreis der Betrachtungen gestellt werden. Krämer-Rockenhausen hat dies klar und bündig zum Ausdruck gebracht und der Versammlung für den Ausbau der dem Verein dienenden „Freien Lehrerzeitung“ eine Reihe von Forderungen (Unterhaltungszuschuß, moralische Verpflichtung zum Abonnement, Veröffentlichung von Vereinsangelegenheiten in der „Freien Lehrerzeitung“) vorgelegt, die auch Annahme gefunden haben. Damit waren die Themen — zu erwähnen ist noch der Geschäftsbericht des überaus rührigen Vorsitzenden der Volksschulkommission, Uhlfelder-Wilhermsdorf — der zweitägigen Verhandlungen erschöpft. Vielleicht wird der eine oder andre der Außenstehenden die Besprechung des pädagogisch-methodischen oder religionswissenschaftlichen Referats auf der Tagesordnung vermissen. "Rau^Ihallmder München ThßaünevfarAQ &

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