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Das jüdische Echo · 1920-10-22 · 42/43 (22.10.1920) · p. Seite 413

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
42/43 (22.10.1920)
Date
1920-10-22
Page
Seite 413 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 42/43 Das Jüdische Echo 413 von Assimilationselementen an der Kultur der europäischen Völker frei sind. In Amerika hat man nun aber einmal weniger Interesse für metaphysisch gerichtete Bewegungen. Man ist aufs Praktische bedacht, sieht die ungeheuere Not des jüdischen Volkes und sagt sich: Kolonisieren ohne Rücksicht auf ethische oder soziale Strömungen, die Hauptsache ist, daß in möglichst kurzer Zeit mit möglichst geringen Mitteln möglichst große Massen nach Palästina hinüber kommen. Dieser Standpunkt, der besonders von dem Leiter des Publicity Departements der Amerikanischen Federation, A. H. Fromens o n, vertreten wird, hat im ersten Augenblick etwas sehr Bestechendes. Man erkennt aber bald den Fehler dieses Gedankenganges, der darin liegt, daß hierbei nicht mit der psychischen Verfassung der „Objekte“, nämlich der jüdischen Massen, gerechnet wird. Menschen und die Juden am allerwenigsten, sind keine Zahlen, mit denen man mit mathematischer Genauigkeit rechnen kann. Wenn man nicht die ungeheuer lebendigen sozialen und religiösen Bewegungen, von denen besonders die in Frage kommende Jugend erfüllt ist, in Betracht zieht, so wird sich das Rechenexempel der Amerikaner unbedingt als falsch erweisen, und der großzügig angelegte Kolonisationsplan würde keine Menschen finden, die ihn ausführen. Die Kolonisation Palästinas und die seelische Erneuerung unseres Volkes sind nicht 00NCHNER ILLUSTRIERTET WOCHENSCHRIFT FÜR KUNST UND LEBEN miZ&NVMMkR 1JVK-80 VERLAG DER^JUGEND'MlflNCHEN, zwei einander fremde Dinge. Das Eine ist durch das Andere bedingt. Ohne seelische Erneuerung wird es keine Kolonisation Palästinas geben und umgekehrt. Dieser Überzeugung ist übrigens auch ein großer Teil der amerikanischen Massen, der mit der Haltung ihrer Delegierten auf der Jahreskonferenz durchaus nicht einverstanden war. Auf einer Sondersitzung der amerikanischen Zionisten kam dies besonders stark zum Ausdruck, und es hat den Anschein, als ob man in Amerika am Beginn einer neuen Epoche des Zionismus stehe, der dem amerikanischen Zionisten das Verständnis für die unumgängliche seelische Erneuerung bringen wird. Fritz Schiff. Zur 58. Mitgliederversammlung des Isr. Lehrervereius in Würzburg am 25. und 24. Äugust 1920. Von Dr. K1 u g m a n n - München. „Wohl wird die eig’ne schwache Kraft nicht reichen Das Konto der Gesamtheit zu begleichen, Doch darfst Du drum nicht gänzlich frei Dich fühlen Von Mitarbeit an der Gemeinschaft Zielen.“ Weinberg, aus dem Spruchhorn der Weisen. Der Einladung der Verwaltung zur Mitgliederversammlung nach Würzburg hatte der weitaus größte Teil der Mitglieder des Vereins Folge geleistet. Und es darf wohl ohne Übertreibung behauptet werden, daß alle Teilnehmer, unter denen sich auch der Vorsitzende des badischen Lehrervereins, Herr Lehrer Rosenfelder-Sinzheim, der 1. und 2. Vorstand des bayerischen Kantorenverbandes, die Herren Neufeld und Krämer, ein Vertreter der Berliner Lehrerschaft und des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Herr Lehrer Stein, sowie Herr Distriktsrabbiner Dr. Hannover von Würzburg befanden, von dem Verlauf und Ergebnis der zweitägigen Verhandlungen, die sich auf hohem geistigen Niveau hielten und frei waren von allen kleinlichen und nebensächlichen Wortplänkeleien, recht befriedigt waren und, durch dieselben mit neuer Schaffensfreude erfüllt, voller Zuversicht an ihre Lehrstätten zurückkehrten. Die Gegenstände der Tagung selbst entsprangen den Bedürfnissen der neuen Zeitlage, die die Kriegs- und Revolutionsjahre geschaffen. Die Bearbeitung eines Problems, das nicht nur für die Lehrerschaft, sondern für die Judenheit des weiteren Vaterlandes ein Lebensinteresse darstellt, war im abgelaufenen Vereinsjahre unter tätigster Teilnahme zahlreicher Vereinsmitglieder, insbesondere der Herren Dingfelder und Oppenheimer, in Angriff genommen worden und hatte bereits eine wesentliche Förderung erfahren: TSHündjner Tfteueffe TftacftndjteH Die große pofifi'fd?e fübbeuffefte 3etfung Xagti'd? jtoei Sfu^gaben Sfnerfannf f e b r erfolgreiche^ 3nferfion$orgati.?

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