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Das jüdische Echo · 1920-10-08 · 40/41 (8.10.1920) · p. Seite 401

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
40/41 (8.10.1920)
Date
1920-10-08
Page
Seite 401 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 40/41 Das Jüdische Echo 401 Heims teil, von der Leiterin und den Angestellten bis zu den jüngsten Kindern. Der Begriff des „Dienstboten“ ist in Isenburg unbekannt: jede Arbeit wird von den Hausgenossen gemeinsam verrichtet, und selbst die Kleinen haben schon ihre den jungen Kräften angemessenen Pflichten; dadurch werden die Zöglinge an Ordnung und Hilfsbereitschaft gewöhnt und lernen verstehen, daß jede Arbeit — gleichviel welcher Natur — sofern sie nur mit Lust und Treue ausgeübt wird, den Menschen erhöht. Eine bestimmte Altersgrenze für die Aufnahme in das Heim ist nicht festgesetzt; vom Säugling und Laufkinde bis zur voll Erwachsenen sind alle Altersstufen vertreten. Drei Bedingungen sind für die Aufnahme in das Isenburger Heim erforderlich: Schutzbedürftigkeit, Gesundheit und die Aussicht auf Erziehbarkeiit. Ausgeschlossen von der Aufnahme sind Kranke und Unverbesserliche. Der ganzen Anstalt ist deutlich anzumerken, daß ihre Erziehungsmethode nicht auf Strenge, sondern auf Liebe zu den Hilfsbedürftigen beruht. Aus diesem Gefühl heraus sucht man den Zöglingen eine möglichst freundliche Behandlung und Umgebung zu geben. Die drei Häuschen, aus denen die Anstalt heute besteht, sind bei aller Einfachheit so sauber und nett wie nur möglich eingerichtet und liegen inmitten eines Obst- und Gemüsegartens von 1 Morgen Ausdehnung, bei dessen Pflege die Zöglinge Hilfe leisten. Auf die Körperpflege wird große Mühe verwendet; die — natürlich rituelle — Kost ist sorgfältiger und nahrhafter zubereitet als in sehr vielen kleinbürgerlichen Haushaltungen und zwar trotz der Schwierigkeiten, die das heute bereitet. Der Ton im Hause ist warm und persönlich und verrät deutlich das Bestreben, den Mädchen das verlorene Elternhaus zu ersetzen. Die Zöglinge des Heims, soweit sie noch in schulpflichtigem Alter stehen, besuchen die Volksschule. Durch Religions- und Gesangunterricht, durch Versorgung mit guten Büchern, durch Spaziergänge und festliche Begehung aller jüdischen Feier- und Ruhetage versucht man, die jungen Seelen aller Insassen zu erhellen. Indem man alle Altersklassen in Berührung mit einander bringt, den Größeren Hilfeleistungen bei den Kleinen und Kleinsten anvertraut, sie an den Anblick des Werdens und Wachsens menschlicher Wesen gewöhnt, weitet man ihr Empfinden und ihr unbefangenes Verständnis für die Erscheinungen des Lebens. Die Erfolge eines solchen auf Menschenliebe, Pflichttreue und Arbeitsamkeit beruhenden Anstalt sind denn auch in allen Jahren ihres Bestehens recht befriedigend gewesen. Mit ganz wenigen Ausnahmen sind aus Isenburg Mädchen hervorgegangen, welche die ihnen zugewiesenen Stellungen ordentlich ausfüllen oder sich schließlich doch der Zucht des Elternhauses einzuordnen wußten. Manche haben geheiratet, manche bringen sich selbst und ihre Kinder mit ehrlicher Arbeit durchs Leben. Hätte man diese jungen Geschöpfe sich selbst und ihrer nächsten Umgebung überlassen, so wären aus ihnen wohl unweigerlich Dirnen oder anderweitig Entgleiste geworden, die ihren Familien, dem Lande und ihrer jüdischen Gemeinde zur Last und Unehre geworden wären. Abgesehen von diesem, ihrem eigentlichen Werk stellte die Isenburger Anstalt sich die Aufgabe, junge Mädchen, die sich einem erzieherischen Berufe widmen wollen, praktisch auszubilden, wozu sie durch die Eigenartigkeit und Vielseitigkeit ihres Erziehungswerkes besonders geeignet erscheint. Man sollte meinen, daß ein so verdienstvolles Werk in allen jüdischen Kreisen Deutschlands Würdigung und Förderung findet. Daß in jedem Jahre eine ganze Schar junger jüdischer Menschen vor Verderben und Schande gerettet wird, die den Namen und das Ansehen des gesamten deutschen Judentums mitberührt, sollte eigentlich die weitesten Kreise mit Interesse erfüllen. Alle, denen an der Erhaltung und Veredlung jüdischer Menschen gelegen ist, sollten — dürfte man glauben — ein Unternehmen fördern, das sich dieser Erstklassiger Herrenschneider fl. E I M W fl <3 annehmbare Preise MÜNCHEN Residenzstraße 13/1 (Ma* Joseph-Platz) "RauThallmaier München ThecUinßvÜrAQ. Ojcmzeüarw.

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