Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1920-08-27 · 34/35 (27.8.1920) · p. Seite 362

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
34/35 (27.8.1920)
Date
1920-08-27
Page
Seite 362 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/9072829-9102977-9141186--03648-9076473
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

6 entity mentions

362 Das Jüdische Echo Nr. 34/35 vergangenen Jahrhunderten unzählige Male für die Armut der Bauern bluten müssen. Warum sollten sie nicht zur Abwechslung auch einmal für den Reichtum der Bauern bluten? 6. Verschärfung der Wucherstrafen. Die Einführung der Zuchthausstrafe für Schleichhändler hat den Ruf nach schärferer Bestrafung der Wucherer nicht verstummen lassen. Wie wäre es, wenn man die Wuchergerichte ermächtigen würde, auf Aberkennung der bürgerlichen Namensrechte und zwangsweise Beilegung von Namen ostjüdischer Prägung wie „Mottenfraß“, „Krebsgeschwür“ oder „Kanalgeruch“ zu erkennen? Mindestens auf westjüdische und deutsch-völkische Wucherer würde dies sicherlich eine abschreckende Wirkung üben. Aus der Jüdischen Welt Aufruf an die zionistischen Frauen und Mädchen. Da sich in kurzer Zeit die Möglichkeit und Notwendigkeit ergeben wird, gut ausgebildete Frauen aller Berufe nach Palästina zu bringen, bitten wir die zionistischen Mädchen und Frauen, die die Absicht haben, nach Palästina zu gehen, dringend, uns zum Zwecke des Überblicks und der weiteren Organisierung folgende Angaben zu machen: a) Name. b) Augenblickliche und Heimatadresse. c) Alter. d) Lehrgang unter ausführlicher Darstellung der Berufsausbildung. e) Pläne für die Ausbildung in der kommenden Zeit. f) Gewünschte Tätigkeit in Palästina. g) Gewünschter Zeitpunkt für die Übersiedlung «ach Palästina. h) Hebräische Kenntnisse. i) Zugehörigkeit zu einer politischen oder Frauenorganisation. Die Zentralstelle für zionistische Frauenarbeit in Deutschland z. Hdn. von Frl. Dr. Grete Pinner, Jüd. Arbeitsamt Berlin N. 24, Monbijouplatz 1. Palästina. Gartenstadt Tiberias. Jerusalem. (J.C.B.) Die Stadt Tiberias, die schon im Altertum durch ihre Heilquellen berühmt war, wird in eine Gartenstadt umgebaut werden. Das Geld gibt der Verein Achusoth bajith, der zu diesem Zwecke Aktien zu 60 Prozent ausgibt. Die Pläne stammen von Prof. Geddes und werden von Ing. Tischler ausgeführt. Bereits in diesem Winter werden einige Dutzend Häuser gebaut werden. Auch eine Knaben- und eine Mädchen-Schule, sowie ein Kindergarten werden in dem neuen Stadtviertel gebaut werden. Neue jüdische Dörfer. Außer dem vor mehreren Jahren gegründeten jüdischen Dorf Mozzä sind dieses Jahr in der Nähe Jerusalems weitere drei jüdische Dörfer: Kalandija, Dilb und Ramah entstanden. Es steht zu erwarten, daß ein ganzes Netz jüdischer Dörfer die nächste Umgebung Jerusalems umspannen wird, um die von dieser Großstadt benötigten Lebensmittel zu liefern. Ein neue Klinik in Jaffa. Jaffa (J.C.B.) Bor. Elkusser aus Jerusalem eröffnet in Jaffa eine Augen-, Ohren-, Nasen- und Halsklinik. Ähnliche Kliniken sollen auch in Hamleh, Ludd und Petach- Tikwah eröffnet werden. Ukraine. Jüdische Flüchtlinge aus der Ukraine. Warschau (J.C.B.) Das ukrainische Relief Committee in Warschau berichtet, daß über 300 jüdische Familien vorigen Monat in Warschau eingetroffen sind. Allen diesen Leuten ist es kaum gelungen mit dem nackten Leben aus der Feuerlinie davonzukommen. Das Relief Committee bestrebt sich gegenwärtig, die nötigen Hilfsmittel für diese Unglücklichen aufzubringen und denjenigen, welche Verwandte in Amerika haben, die Auswanderung zu erleichtern. Professor Chafez, Vertreter der ukrainischen Judenschaft, ist es gelungen von der kanadischen Regierung die spezielle Erlaubnis zu erlangen, die nach den Pogromen in der Ukraine zurückgebliebenen jüdischen Waisenkinder nach Kanada himüberzubringen. Prof. Chafez beabsichtigt eine Kampagne für einen Waisenfonds von einer halben Million Dollar zu beginnen. Die Vorbereitungen, die ersten 1000 ukrainischen Waisen hinüberzuschaffen, wurde bereits getroffen. Außerdem sind in den letzten Tagen viele jüdische Heimatlosen aus der Ukraine, in Rumänien angekommen. Die rumänischen Behörden machten ihnen anfangs Schwierigkeiten. Nachdem aber der Vertreter für zionistische Angelegenheiten des englischen Außenministeriums bei der rumänischen Regierung interveniert hatte, erließ der rumänische Innenminister eine Verordnung, der zufolge allen aus der Ukraine ausgereisten jüdischen Heimlosen der Aufenthalt in Rumänien und Beßarabien bis zu dem Zeitpunkt, wo sie wieder die Möglichkeiten haben werden heimzukehren, gestattet wird. Türkei. Der Hilferuf der Juden in Galipoli. Konstantinopel. (J.C.B.) Der Präsident der jüdischen Gemeinde in Galipoli, Jicchok Abolapia, wandte sich an das Joint Distribution Committee in New York mit der telegraphischen Bitte um Versorgung der Erstklassiger Herrenschneider fl. ElflWflQ annehmbare Preise MÜNCHEN Residenzstraße 13/1 (Majr Joseph-Platz) Löst Eure Roschhaschanah-Gliickwünsche durch den Nationalfonds ab! Sammelstelle München Sammelstelle Nürnberg Sammelntelle Stuttgart Glisabeth Mahler S. Heinemann S. Friedrich Postscheckkonto 10121_Karolinenstr. 42 Hirschstr. 24

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.