Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 34/35 (27.8.1920)
- Date
- 1920-08-27
- Page
- Seite 363 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34/35 Das Jüdische Echo 363 in Galipoli lebenden 80 jüdischen Familien (ca. 400 Personen) für den kommenden Winter; sonst müßten sie obdachlos bleiben und dem Hunger preisgegeben werden. literarisches Echo Eine Spende jüdischer Kinder. Die Jugendzeitschrift „Bar Kochba“ hatte vor einiger Zeit einen Aufruf an ihre jungen Leser ergehen lassen, eine Gabe von 10 000.— M. zu sammeln, die zu gleichen Teilen notleidenden jüdischen Kindern in Deutschland und in Österreich zugute kommen sollte. Die Bar Kochba-Leser sind diesem Rufe mit solcher Begeisterung gefolgt, daß in ganz kurzer Zeit mehr als 10 000.— M. zusammengekommen sind. — Wir möchten nicht verfehlen, hinzuzufügen, daß Bar Kochba jetzt gerade ein Jahr erscheint. Der Herausgeber, C. Z. Klötzel, hat es verstanden, in ihm eine jüdische Jugendzeitschrift zu schaffen, die zu den allerbesten ihrer Art zählt, sowohl inhaltlich wie durch ihre vorzügliche Ausstattung und die zahlreichen guten Bilder. Alle jüdischen Eltern sollten den Bar Kochba ihren Kindern zu lesen geben. Er erscheint zweimal monatlich und kostet im Vierteljahr nur M. 4.— (Welt-Verlag, Berlin NW, 7, Dorotheenstr. 35.) Feuilleton Jerusalemer Nachtstück Von Eugen Höflich. (Schluß.) Von links her kommt ungewisser Schein weißer Abbayen sephardischer Juden, der Adjami, der Taimani, der „Spaniolen“, die die Mutter Asien nie verlassen hatten. Bärtige, ernste Männer, in ihrer Mitte ihre Chachamim, singen ihre Gebete in den nasalen Lauten des ursprünglichen reinsten Hebräisch, dem kein Europa seinen verfälschenden Stempel aufdrücken konnte. Ihre Bewegungen sind nicht so lebhaft wie die der Chassidim, aber auch sie haben allen Anstrich des Äußerlichen verloren; ihre Augen sind blicklos, ihre Sinne nehmen nicht auf: unerhörte Ekstase hat sie erfaßt. Ich habe an der Kotei hamarawi Frauen weinen gesehen, doch ihr Weinen war ein Trauern oder Sorgen um Menschen oder Bewegnisse des täglichen Lebens; den Männern aber, in denen die ekstatische Konzentrationsfähigkeit schon seit Tausenden von Jahren ist, fällt der Tag im Augenblicke des Betens ins Niegewesene, Zeit gerinnt und Raum wird nichts. S i e sehen mehr: ihre Seele ist jenseits des Erkennens: sie ist ins Nichts eingegangen, schwingt sich in großer Herrlichkeit zu Gott und die Quadern der Mauer sind ihnen Zeugen ihrer Ewigkeit. Die Sephardim beenden das Gebet. Jeder Einzelne küßt die Mauer, verbeugt sich tief, küßt seine Hand, die die Steine berührt hat und geht unter steten Verbeugungen, das Gesicht der Mauer zugekehrt, nach rückwärts. Wenn ihm der letzte Stein der Mauer im ungewissen Lichte des halben Mondes verschwommen ist. dann erst dreht er sich um. Wenn man aber von der Klagemauer den schmalen Weg zurückgeht und dann in der Basarstraße weiterschreitet, kommt man bald an Toren vorbei« wie sie selbst in Damaskus nicht schöner sind. Und mit einem steht man vor einem der Tore des Haram esch scherif: der alte Tempelplatz. Im Rechteck weichen die Häuser zurück, der Mond fällt in die Szene und erleuchtet sie in aller Romantik, die in einer orientalischen Nacht sein kann. Nie in meinem Leben habe ich von einem Werke architektonischen Denkens einen tieferen und stärkeren Eindruck empfangen als auf diesem kleinen Platz, vor dem Haram. Maurischer Brunnen mit sonderbaren Schattenrissen, altarabische Erker, holzvergitterte Fenster, überhängende Stockwerke, dunkle Nischen, fließende Ruhe: großartigste Staffage zu einem biblischen Stücke. Ich öffne das schwere Tor, das Einlaß gibt zum Viertel der Omärmoschee. Breite, goldene Lichtflut liegt auf dem ungeheuren Tempelplatz, streicht über die Steinfließen hin und verhängt sich in die ernsten schwarzen Zypressen. Brunnen werfen geballte Schatten und freistehende Kanzeln schneiden sich mit harten Konturen in den Raum. Langsam gehe ich die breite Treppe zu den freistehenden, hohen, edlen Bogentoren hinan: wie das Schloß des Geheimnisses kauert wuchtig die Moschee, in die Vater Abrahams Spitze des Berges Moriah durch den teppichbelegten Fußboden ragt. Das Mondlicht knistert in dem blauen Mosaik der Wände und, »ft» Gartenbaugeschäft Gebr. Kriegeisteiner & Birkner München-Forstenried Telephon Nr. 6897 Entwürfe und Bepflanzungspläne für Parkanlagen, Villen-, Zier-, Haus-, Obst- und Gemüsegärten Umgestaltung bereits bestehender Anlagen. — Übernahme der gesamten Ausführung einschliesslich der Pflanzenlieferung. — Übernahme aller mit dem Garten zusammenhängenden Architekturen. — Auf Wunsch Lieferung von Arbeitszeichnungen zur selbsttätigen Ausführung der Anlagen. — Persönliche unverbindliche Auskunftserteilung und Beratung. Kriegeisteiner & Birkner, Gartenarchitekten I t