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Das jüdische Echo · 1920-08-27 · 34/35 (27.8.1920) · p. Seite 361

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
34/35 (27.8.1920)
Date
1920-08-27
Page
Seite 361 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 34/35 Das Jüdische Echo 361 Die Resolution über die Juden in Polen erneuert den früheren Protest gegen den Antisemitismus, welcher bis jetzt in Polen wütet und schließt mit der Forderung, daß in allen Ländern, wo wie in Polen die Juden in großen Massen wohnen, ihnen volle politische Freiheit und das Recht der Ein- und Auswanderung gewährt werde. Die Mitteilung über die Errichtung eines nationalen jüdischen Zentrums in Palästina wird zur Kenntnis genommen und die Hoffnung ausgesprochen, daß es den jüdischen Arbeitern gelingen wird, in Palästina eine sozialistische Republik aufzurichten. Die dritte Internationale und die Pogrome Ein Funkspruch aus Moskau besagt: Frumkin, Mereschin und Konn brachten am Kongresse der III. Interationale in Moskau eine Protestresolution gegen die Pogrome ein, die unter der Herrschaft der burgeoisen Regierungen verübt worden sind. Der Protest wendet sich besonders gegen Pilsudski, Moraczewski, Petljura, aber auch gegen die britische Militärverwaltung in Palästina. MÜNCHNER ILLUSTRIERTE WOCHENSCHRIFT FÜR KUNST UND LEBEN mtZEZMUMMER TMR80 VERLAG DER.JUGEND'MlSNCHEN Einfälle und Ausfälle I. Vom jüdischen Wucher. Im „christlichen“ Mittelalter durften nur die Juden wuchern. Den Christen war bei Meldung ewiger Verdammnis schon das bloße Zinsennehmen verboten. Die frommen Feudalherren enthielten sich daher ängstlich aller Darlehensgeschäfte. Sie ließen die Juden wuchern, um sie von Zeit zu Zeit zu schätzen und zu plündern. Dies war bequem, einträglich und ungefährlich für das Seelenheil. Der christliche Kammer h e r r steckte das Geld ein und der jüdische Kammerk n e c h t fuhr dafür zur Hölle. 2. Vom deutsch-völkischen Wucher. In der Epoche des „völkischen“ Mittelalters, in der wir leben, gibt es mehr Christen als Juden, die sich vor der Hölle nicht fürchten. Der Wucher ist daher längst kein jüdisches Privileg mehr. Namentlich an den Stellen, wo in Krieg und Frieden die ganz großen Gewinne wachsen, überwiegt heute der deutsch-völkische Wucher und! ist tatsächlich, wenn auch nicht rechtlich, privilegiert. Wer pfundweise wuchert, kann ins Zuchthaus kommen; wer tausendtonnenweise wuchert, höchstens ins Parlament. 3. Haltet den Dieb. Kriegsgewinnler, die unter der Flauheit der Friedenskonjunktur leiden, haben neuerdings einen glänzenden „Tip“ entdeckt: sie legen einen Teil ihrer Millionen in Judenhetze an. Ganze Reviere des deutschen Blätterwaldes werden von ihnen niedergelegt, mit antisemitischem Mist gedüngt und mit „völkischen“ Drachenzähnen besät. Ob aber die Gewappneten, die aus solcher Saat erwachsen, sich dauernd damit begnügen werden, auf das jüdische Kapital einzuhauen? 4. „Der schlimme Ganelon.“ Wenn schlaue Reaktionäre, eine unklar antikapitalistische Massenstimmung ausbeutend, hungernde Mägen und leere Köpfe so lange mit Hetzreden füttern, bis sie „die jüdische Zinsknechtschaft“ und ähnliche blutige Phrasen „brechen“, so ist das abscheulich genug. Wenn aber jüdische Kriegsgewinnler in der Seelenangst um ihren Geldsack in das blödeste Demagogengeschwätz einstimmen und die antisemitische Meute auf die überwiegend bettelarmen Ostjuden zu hetzen suchen, so ist das ein für Jud und Christ gleich unerträgliches Schauspiel. 5. Reichsnotopferung. „Der äußersten Not des Reiches opfert der Besitz“ — die Juden. Sind’s ja gewöhnt! Haben in PORZELLAN-NIEDEBLAGE MÜNCHEN THEATINERSTRASSE i>3 gegenüber der Feldherrnhalle GRÖSSTE AUSWAHL IN (iE l!RAl!OHSPORZEM,A\ TÄGLICHE LABElt ERGÄNZUNG

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