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Das jüdische Echo · 1920-07-02 · 27 (2.7.1920) · p. Seite 312

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
27 (2.7.1920)
Date
1920-07-02
Page
Seite 312 (sequence 8)
Language
German
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312 Das Jüdische Echo Nr. 27 Mugdän ganz gut Führerrollen spielen können, die Deutsche Demokratische Partei als „Judenpartei“, in der nur noch christliche Idealisten wie Müller- Meiningen und Meyer-Absberg Führerrollen spielen können.— 5. Kiß. „Man hat auch mich einen Juden genannt“ — erzählte zur Zeit der Hochblüte des französischen Antisemitismus der edle Jules Simon — „obwohl ich es nicht bin und nicht war. Meine Schwester hat sich in Südamerika in der Mission betätigt und sogar fünf Kirchen gestiftet. Ich sage das nicht, um mich zu beschweren.“ In ähnlicher Weise äußerte sich vor Kurzem ein Münchener Rechtslehrer, Professor Kischi in seinem Kolleg, indem er hinzufügte: „Die Verwechslung rührt offenbar von meinem Namen her. Im Buche Daftiel kommt ein gewisser Kiß vor, der einen verlorenen Esel suchte. Ich bin mit diesem Kiß nicht verwandt: wenn ich aber nach Eseln zu suchen hätte, ich wüßte, wo sie zu finden sind.“ Aus der jüdischen Welt Ferienheim für jüdische Kinder aus Deutschland. Die schweizerische deutsche Hilfs-Kommission für notleidende deutsche Kinder (Präsident, Nationalrat Walther. Regierungsrat Luzern) hat dem Israelitischen Hilfs-Fonds in der Schweiz (Sitz Luzern) den Betrag von Frs. 25 000 zur Verfügung gestellt für ein Genesungsheim am Vierwaldstättersee für israelitische deutsche Kinder. Vorgesehen sind 3X 30 Kinder für je 6 Wochen. Das Heim wird auftragsgemäß in streng religiösem Sinne geführt. Der Israelitische Hilfs-Fonds wird die Leitung übernehmen. Exzesse in Polen. Dem Warschauer „Tag“ wird aus Kowel telegraphiert: Samstag, den 12. d. M. drang während des Gebetes eine Gruppe Bewaffneter in das Koweler Beth-Hamidrasch, schleppte die Juden heraus, schor ihnen den Bart ab und schlug sie blutig. Zehn Juden wurden schwer verwundet. Dann riß die Bande einige Thorarollen aus der Lade und zerfetzte sie vor den Augen der entsetzten Beter. Der Bürgermeister von Kowel hat der jüdischen Gemeinde sein Bedauern über den traurigen Vorfall ausgedrückt und sich an das Militärkommando gewendet, damit dieses einer Wiederholung solcher Geschehnisse vorbeuge. Kommunalaufgaben in Jaffa. Eine Versammlung der Bewohner von Tel Awiw ist einberufen, um die Beziehungen zwischen Hausbesitzern und Mietern zu regeln. Außerdem soll die Höhe der Abgaben bestimmt werden, die zur Ausführung öffentlicher Arbeiten (elektrisches Licht. Wasserleitung usw.) dienen sollen, und Bauvorschriften erlassen werden. Lehrerbedarf in Palästina. Bei der ersten Sitzung des Waad hachinuch teilte der Unterrichtsreferent Dr. Lurie mit. daß für das nächste Schuljahr 60 neue Lehrer für Palästina notwendig sein werden, hievon 15 zum Ersatz von Lehrern, Erstklassiger Herrenschneider fl. EIMWRlä annehmbare Preise MÜNCHEN Residenzstraße 13/1 (May ]oseph-Platz) die verreisen, 45 zur Erweiterung der bestehenden Schulen. Ein Teil der Lehrer wird aus dem Auslande herangezogen werden müssen. Der Bedarf wird natürlich viel höher sein, falls die Einwanderung im erhöhten Maße beginnen sollte. Literarisches Echo Vom jüdischen Verlag. Der jüdische Verlag in Berlin, der auf eine ganz neue Grundlage gestellt wird, bereitet für die nächste Zeit ein großes Verlagsprogramm vor, welches eine Reihe hervorragendster Werke jüdischer Autoren umfaßt. Seine Hauptaufgabe wird der Jüdische Verlag auch in der Herausgabe hebräischer Werke sehen. Das für die nächsten Monate vorgesehene Verlagsprogramm wird demnächst veröffentlicht werden. Von den in der nächsten Zeit zur Ausgabe gelangenden Verlagswerken seien vorläufig nur die folgenden erwähnt: Jüdische Jugendbücher. Der Ausschuß für jüdische Kulturarbeit gibt eine Jugendbücherei unter dem Titel „Jüdische Jugendbücher“ heraus. In dieser Sammlung werden zunächst folgende Bücher erscheinen: 1. Drei Legenden. (Martin B u b e r . Die Wanderschaft der Kinderlosen; Helene Hanna Cohn, Jerusalem; Ch. Z. Klötzel, Der Lichtsieder.) 2. Moses Calvary, Erlebnisse in Palästina. 3. Jehuda Steinberg, Der Soldat des Zaren. Aus dem Hebräischen. Schildert die Erlebnisse eines Kantonisten, d. h. eines jüdischen Knaben, der zwangsweise für die Soldatenschule ausgehoben wurde und später 25 Jahre als Soldat dienen mußte. 4. Karl Glaser, Biblische Gestalten. Fünf Erzählungen: Das Volk, Der König, Joab, Davids Tod, Isebell und der Prophet.) 5. Ch. Z. Klötzel, Ein Jahr in Saloniki. (Verfasser war als Lehrer an einer hebräischen Schule in Saloniki tätig und gibt anschauliche Schilderungen von dem Leben der alten Judengemeinde.) 6. Glanz-Sohar, Elisa und Jonadaw. Eine historische Erzählung. (Die Weisen von Bne Berak, Rabbi Mei’r von Rothenburg, Aus Moses Mendelssohns Zeiten.) Die Ausstattung dieser Jugendbüchern ist eine besonders hübsche. Ein Standard-Werk jüdischer Geschichtsschreibung. Im Jüdischen Verlag erscheint Simon Dubn o w s, des berühmten russischen Historikers, „Neueste Geschichte des jüdischen Volkes“ in drei Bänden. Die ersten zwei Bände dürften in wenigen Wochen bereits fertig vorliegen. Dubnow behandelt in seinem Werke die jüdische Geschichte vom Jahre 1789 bis 1904. Der erste Band bringt eine Schilderung der Geschichte von 1789 bis 1815 in der fesselnden und anschaulichen Darstellungsweise dieses hervorragenden Geschichtsschreibers. Der zweite Band behandelt in der ersten Abteilung die Zeit von 1815 bis 1848. in der anderen von 1848 bis 1881. In beiden Bänden wird ein ungeheuer reiches Geschichtsmaterial verarbeitet und der fast unübersehbare Stoff der neuzeitlichen jüdischen Geschichte in allen Ländern mit einer souveränen Kraft der Darstellung gemeistert. Die Übersetzung besorgte Herr Dr. Alexander Eliasberg. Der dritte Band erscheint später. Das Werk dürfte auch im deutschen Sprachgebiet

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