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Das jüdische Echo · 1920-05-21 · 21 (21.5.1920) · p. Seite 236

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
21 (21.5.1920)
Date
1920-05-21
Page
Seite 236 (sequence 4)
Language
German
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236 Das Jüdische Echo Nr. 21 die Vorbereitung des Volkes zur hebräischen Sprache und Kultur zu entfalten. IV. Zur kommenden Siedlunesarbeit. a) In der Erkenntnis, daß die volle Wiedererstehung unseres Volkes im eigenen Lande nur möglich ist durch die Schaffung eines arbeitenden Jischuw auf nationalem Boden, fordert die Konferenz, daß die Tätigkeit des Zionismus auf dem Gebiete des Bodenerwerbs durch und für den Nationalfonds vor sich gehen soll. Die Konferenz erblickt in der Veräußerung palästinensischen Bodens an Private nicht nur einen Faktor wirtschaftlicher und sozialer Konflikte, sondern auch eine wesentliche Gefährdung der gesamten Entfaltung des jüdischen Jischuws in Palästina. V. Einwanderung und Hechaluz. a) Die Konferenz fordert die sofortige Öffnung der Tore Palästinas für die Einwanderung und von der zionistischen Organisation die sofortige und umfassende Förderung der Alija von Cha'liuzim. Geichzeitig verpflichtet die Konferenz die Leitung des Verbandes, diese Einwanderung sofort in die Wege zu leiten. IX. Volksbildung. a) Die Konferenz erachtet es für notwendig, daß im Zusammenhang mit der hebräischen Universität ein System von Volksuniversi täten geschaffen wird, die allen Teilen der Nation offenstehen sollen und deren Ziel sein soll nicht nur Wissen zu verbreiten, »sondern die schöpferischen Kräfte im Menschen zu entfalten und eine harmonische Lebenskulltur zu schaffen. b) Chawer Buber wird beauftragt, ein Programm für dieses Volkshochschulwesen auszuarbeiten. X. Palästina-Arbeit in der Diaspora. a) In Übereinstimmung mit den Prinzipien des Verbandes, der die Schaffung einer jüdischen arbeitenden Gesellschaft in Palästina zum Ziel hat und mit Rücksicht auf die Tatsache^ daß breite Volksschichten der produktiven Arbeit noch fernstehen, anerkennt die Weltkonferenz die Notwendigkeit. eine systematische und umfassende VorbereitungsaTbeit zu entwickeln, um das Volk im Galuth wirtschaftlich, sozial und kulturell gemäß den Forderungen der jüdischen Renaissance und den Bedürfnissen und Möglichkeiten Palästinas auiszubildcn. b) Um die Entwicklung der Siedlung in die Bahnen unserer Prinzipien zu lenken, erachtet es die Konferenz für notwendig, intensive und planmäßige Arbeit zu entfalten, um die Arbeitenden und diejenigen, die zu einem Arbeitsleben überzugehen streben, für eine geregelte Einwanderung nach Palästina vorzubereiten und zu organisieren. d) Die Konferenz anerkennt die Notwendigkeit der Beteiligung aller Gemeinden, Vereinigungen und öffentlichen Institutionen an der Palästina-Arbeit. Unseren Genossen liegt die Pflicht ob. in allen Gemeinden und Vereinen die Gründung besonderer Kommissionen, die Bewilligung von bestimmten Summen für den Nationalfondis zu fordern und systematische Forderungen der Chaluzimbewegung zu organisieren. XIII. Einigung der jüdischen Arbeiter ip Palästina. Die Konferenz sieht in der Einigung der Arbeitenden in Palästina zu einer Arbeitsgemeinschaft eine Lebensfrage des Aufbaues und beauftragt die Leitung des Verbandes diese Frage zusammen mit der Leitung des Hapoel-Hazair in Palästina zu klären und die nötigen Schritte zu tun, um die Einigung zustande zu bringen. XIV. Uber die Ereignisse in Obergaliläa. 1. Die Weltkonferenz betrauert die Toten von Tel-Chai, die bei der Verteidigung der Nordkolonien gefallen sind und drückt ihre Bewunderung aus für die Chawerim, die voller Opfermut auf der Wacht der Heimat standen. Allen Chawerim des Verbandes soll ihre Haltung vorbildlich sein. 2. Die Konferenz erklärt, daß es unser Wille ist, das Leben des jüdischen Volkes in Palästina in Frieden mit unseren Nachbarn, die im Lande wohnen, aufzubauen. Wir suchen keinen Kampf, aber wir sind zu allen Opfern bereit für die Verwirklichung unserer Bestrebungen, ein freies jüdisches Volk in Palästina zu schaffen. Wir sind überzeugt, daß das Siedlungssysterm für das wir kämpfen, eine Garantie ist für die friedliche Entwicklung unseres Jischuws mit der Nachbarbevölkerung des Landes in der Zukunft. * * * Der nachstehende Programmentwurf von Dr. Martin Buber wird den Erörterungen der Programmfrage zur nächsten Konferenz zu gründe gelegt: 1. Das nationale und das soziale Lebensproblem und ebenso das nationale und das soziale Ideal des jüdischen Volkes bilden eine untrennbare Einheit. Die Lösung dieses Problems und die Erfüllung dieses Ideals können sich nur vollziehen durch die nationale und soziale Regeneration des Volkes in seiner Heimat. Unser nationales Ideal kann sich nur in einem wahrhaften, auf den Prinzipien der Arbeit und der Gerechtigkeit gegründeten Gemeinschaftsleben verwirklichen, das alle schöpferischen Kräfte befreit, unser soziales Ideal nur in einem im Geist und in der Sprache, im Willen und im Werk geeinten Volke. In der unlösbaren Vereinigung beider besteht die führende Idee des sozialistischen Zionismus. Im Gegensatz stehend einerseits zu den Tendenzen einer leeren nationalen Selbstbehauptung, andererseits zu denen einer mechanistischen Regelung des Gesellschaftsprozesses, will er die im Volke ruhenden Anlagen zu einem echten, innerlich gefestigten und nach außen gesicherten Gemeinschaftsleben entwickeln. Was so für das Volk verwirklicht wird, wird für die Menschheit verwirklicht. 2. Als die Grundbedingungen der nationalen und sozialen Regeneration des jüdischen Volkes in seiner Heimat streben wir an: 1. Die Wied er Verbindung des Volkes mit dem Boden, der jedem Volksglied zugänglichi und somit Eigentum der Gemeinschaft sein muß. 2. Die Rückführung des Volkes zur schaffenden Arbeit, deren wesentliche Träger auf der Zusammenlegung von Produktion und Konsum aufgebaute Genossenschaften sein sollen. 3. Die Konstituierung des Volkes in sich selbst verwaltenden, selbständig wirtschaftenden untereinander in Gerechtigkeit tauschenden Gemeinden und deren Zusammenschluß zu einem klassenlosen, organischen Gemeinwesen. 4. Die Durchdringung dieses Gemeinwesens mit einer allen Volksgliedern erschlossenen hebräischen Kultur. 3. Wir erkennen alle Arbeit im Galuth an. die diesen nationalen und sozialen Regenerationsprozeß fördert und aus palästinozentrischem Zielbewußtsein geschieht, insbesondere: 1. Die Erziehung und Vorbereitung zu einem Leben in Palästina und in der hebräischen Kultur. 2. Die Ausbildjung einer Gesinnung der Arbeit und der gegenseitigen Hilfe.

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