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Das jüdische Echo · 1920-05-21 · 21 (21.5.1920) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
21 (21.5.1920)
Date
1920-05-21
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo Nummer 21 21. Mai 1920 7. Jahrgang Der neue Kurs In Palästina Die Beschlüsse in San Remo scheinen nicht nur auf dem Papier zu] bleiben. In der kurzen Zeit die seit ihrer Fassung: vergangen ist hat England alles getan, um zu beweisen, daß es ihm um die Erfüllung der ihm als Mandatarmacht auf er legten Pflichten ernst ist. Eine wichtige Nachricht — die wichtigste seit der Balfourdeklaration — gibt davon Kunde: Sir Herbert Samuel, der ehemalige englische Minister und führende liberale Politiker, ist zum high comissioner (Generalgouverneur) von Palästina ausersehen. Seine Ernennung steht unmittelbar bevor. Sir Herbert Samuel, der schon einmal längere Zeit als „advertiser“ des Lord Allenby in Palästina war, ist einer der Vorkämpfer des Zionismus im englischen Judentum. Seine neue Stellung und seine Person bürgen dafür, daß die Ubernatime der Verwaltung und ihre Durchführung durch die Zivilbehörden in judenfreundilichem Sinne geschehen wird. Damit werden gewiß auch die berechtigten Beschwerden der palästinensischen Judenheit über Schikanen untergeordneter Stellen ihre Erledigung finden. Überhaupt hat sich die Lage in letzter Zeit erheblich gebessert Die Ruhe im eigentlichen Palästina ist wieder hergestellt. Neue Kämpfe im Nordosten richteten sich nicht gegen die Juden, sondern gegen einheimische Christen und Franzosen. Es ist zu hoffen, daß der Weg zur Einwanderung bald frei wird. Zum Wochenfest mjntwi an Das Fest, das wir am 6. Sivan begehen, führt uns zurück in längst vergangene, herrliche Tage, in die schöne blütenreiche Zeit unseres Volkes. Isral war der ägyptischen Knechtschaft glücklich entronnen, Mosche hatte sein Volk unter Schwierigkeiten mannigfacher Art an den Berg Sinai herangeführt und hier wurde ihm die Kunde, daß es unter allen Nationen der Erde geheiligt werden sollte, daß es ausersehen sei, ein Volk von Priestern zu sein. Das Volk sah das glänzendste Ziel vor Augen und freute sich in jugendlicher Frische des bevorstehenden großen Kampfes. Nicht das erlöste Israel, das Judentum selbst tritt uns da in der ungebrochenen Kraft seiner Jugend entgegen. Das Fest gemahnt uns an die erste schöne Jugendzeit des jüdischen Volkes. Auch wir durchleben gerade jetzt eine neue Zeit im Judentum. Nach den schweren Schlägen, die unser Volk durch sein tragisches Geschick im Galuth erlitt und noch erleidet, strebt unsere Jugend einem neuen hohen Ziele entgegen. Die Alten helfen wohl gerne mit, aber der Jugend ist es Vorbehalten, diese schwere Aufgabe zu vollbringen. Haß und Neid sind auch heute wie vormals daran, dem Judentum zu Leibe zu gehen und wie im finstersten Mittelalter so tobt jetzt wieder eine böswillige Horde gegen unser Volkstum. Aber wie in den Zeiten schwersten Niedergangs immer ein Hoffnungsstrahl neu belebend auf unser Volk fiel, so sehen wir auch jetzt wieder am Horizont einen glückverheißenden Stern schimmern. Die Sehnsucht des jüdischen Volkes nach seinem Land soll gestillt werden, dem Werke, das in Jahrzehnten schweren Ringens aufgebaut wurde, wirkt jetzt die Krönung. Der Beschluß des Völkerrats von Europa, unserem Volke seine Heimstätte zu geben, dem Volk ohne Land seinen Anteil an einem Land zu gewähren, fängt an in die Tat umgesetzt zu werden. Angesichts dieses Erfolges ziemt es uns ganz besonders der schönen Jugendzeit des jüdischen Volkes zu gedenken und uns der Offenbarung am Sinai zu erinnern. Welches Volk auf Erden kann sich rühmen, schon vor Jahrtausenden die Grundlagen höchster Sittlichkeit und vollkommenster Wahrheit geschaffen zu haben? Wir haben in den zehn Worten vom Sinai die Gebote reinster Moral und wahrhafter Sittlichkeit in uns aufgenommen. Zurückgekehrt in das Land unserer Verheißung, werden wir sie, der ganzen Menschheit ein Beispiel, in Freiheit erfüllen können. Diese Gedanken mögen uns das schöne Fest verherrlichen. J-F. Beschlüsse der Weltkonferenz Hapoel-Hazair—Zeire-ZIon in Prag Die Weltorganisation Hapoel-Hazair-Zeire-Zion veröffentlicht in hebräischer Sprache die Beschlüsse der Prager Weltkonferenz. Wir geben im folgenden die wichtigsten Beschlüsse wieder: I. Zur Vereinigung von Hapoel-Hazair- und Zeire-Zion. a) Die Konferenz anerkennt die Notwendigkeit der Vereinigung aller Teile der sozialistischen und Arbeitsbewegungen, die innerhalb der zionistischen Organisationen wirken und stellt, nachdem sie die Erklärungen der Organisationen Hapoel-Hazair und Zeire-Zion zur Kenntnis genommen hat, fest: 1. daß e i n gemeinsames Ziel sie alle vereinigt, das ist: die Schaffung einer freien jüdischen Gesellschaft in Palästina auf der Grundlage eigener Arbeit, ohne Ausbeuter und Ausgebeutete. 2. Daß sie alle das Bestreben eint nach der Erneuerung des Volkslebens auch im Galuth auf der Grundlage einer arbeitenden Gesellschaft ohne Ausbeuter und Ausgebeutete Sie beschließt einen Weltverband Hapoel-Hazair und Zeire-Zion zu konstituieren. d) Die Konferenz betont die Verpflichtung aller Chawerim des Verbandes zum Pioniertum für die Erreichung des gemeinsamen Zieles, sowie die Forderung, die an die Chawerim gestellt wird, ihr Leben auf der Grundlage der Arbeit zu gestalten. II. Zur hebräischen Sprache. Die Weltkonferenz anerkennt im Hebräischen die Sprache der Nation, des Aufbaues unseres Landes und verpachtet alle Teile der Vereinigung, eine umfassende Tätigkeit für die Durchsetzung des Hebräischen im Leben der Cha'werim und für

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