Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 9 (27.2.1920)
- Date
- 1920-02-27
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 0 Das Jüdische Echo 103 litischen Volksschüler insgesamt 692 (im Vorjahre 747). Eingeschrieben wurden 339 Knaben (im Vorjahre 367) und 353 Mädchen (im Vorjahre 380). An den Fortbildungsschulen wurden angemeldet 50 Knaben (im Vorjahre 46) und 39 Mädchen (im Vorjahre 51). Fliernach ist gegenüber dem Vorjahre eine Minderung der Schülerzahl von 844 auf 781 eingetreten. Im Schuljahr 1919/20 hat sich ein weiterer Rückgang ergeben. Die Zahl der Volkshauptschüler beträgt 623 und zwar 313 Knaben und 310 Mädchen, die der Fortbildungsschüler 40 Knaben und 39 Mädchen, insgesamt also 702. Die Mittelschulen wurden im erstgenannten Schuljahre von 470 Knaben und 361 Mädchen, im ganzen also von 381 Schülern besucht; im laufenden Schuljahr sind die entsprechenden Zahlen 453 und 327, bezw. 780, Volks- und Mittelschüler zusammengerechnet ergeben für 1918/19 1612, für 1919/20 nur noch 1482 Schüler. Der Rückgang ist hauptsächlich auf den Austritt derjenigen Schüler zurückzuführen, deren Erziehungsberechtigte dem Verein „Ohel Jakob, Isr. Religionsgesellschaft“ angehören. Mit vorgenanntem Verein wurde zufolge Verwaltungsbeschluß vom 20. März 1919 die Vereinbarung getroffen, daß die Verwaltung der Volksschulbehörde gegenüber in jederzeit widerruflicher Weise den vom Verein „Ohel Jakob“ eingerichteten Religionsunterricht wie einen von den gemeindlichen Lehrkräften erteilten anerkennt. Auf Ansuchen der Verwaltung wurden die Lehrbücher für den israelitischen Religionsunterricht in den Volkshaupt- und Fortbildungsschulen in das Verzeichnis der vom Stadtrat unentgeltlich abzugebenden Lernmittel aufgenommen. (Über die Bestrebungen, eine jüdische Volksschule zu begründen, enthält der Bericht kaum Andeutung. D. B.) Die Gemeindebibliothek erhielt durch die Überlassung der Bibliothek des sei. Rabbiner Dr. Werner eine erhebliche Bereicherung. (Hier wäre ja der Grundstein zu einer Lesehalle und großzügig angelegten Bibliothek.) In der israelitischen Abteilung des städtischen Krankenhauses München-Schwabing wurden 135 Kranke aufgenommen, im Jahre 1919 90. Die segensreiche Tätigkeit der Krankenfürsorge israelit. Vereine, welche die Kosten der Aufnahme teilweise bestreiten, muß hier besonders hervorgehoben werden. Beim Kapitel Friedhof wesen wird berichtet, daß 1918 sich 196 Sterbefälle (1917: 177) und zwar 186 Erwachsene und 16 Kinder, ereigneten. Im Jahre 1919 betrug die Zahl 178 und zwar 169 Erwachsene und 9 Kinder. Die Zahl der unter der Verwaltung stehenden Stiftungen und Fonds ist bis Ende 1919 auf 222 gestiegen; im abgelaufenen Jahre wurden 24 neue errichtet. Die Wohltätigkeitskasse der Gemeinde erzielte an 60 000 Mark, aus welchen Wohnungsinietzinsen und sonstige Unterstützungen gewährt wurden. Die Waisenstiftung weist ein Vermögen von 600 00 Mark auf; an 71 Kinder wurden Erziehungsbeiträge im Betrage von 16 000 Mark gewährt. Die der Gemeinde unterstellte Rittersche Stiftung der rituellen Speiseanstalt verabreichte 52 355 Mahlzeiten; hiervon wurden 23 000 unentgeltlich abgegeben, der Rest zu Preisen von 25 bis 90 Pfg. per Mahlzeit. F. Aus der jüdischen Welt Palästina. Herbert Samuels Ankunft. Am 20. Januar ist Herbert Samuel in Alexandrien eingetroffen, wo er von Ussischkin, Siw und Baron Monash empfangen wurde. Am 21. Januar ist Samuel von Alexandrien nach Cairo weitergereist. Jerusalem, den 7. Februar 1920. Herbert Samuel ist in Jerusalem eingetroffen. Die englische Presse Palästinas heißt ihn herzlich willkommen. So schreibt „Jerusalem News“: „Samuel wird für die Behörden eine große Stütze in der Vorbereitung einer definitiven palästinensischen Finanzpolitik sein.“ Der Wiederaufbau. Am Chamischah assar b’schwat, dem Neujahrsfest der Bäume, fand ein großes Fest statt. In Mozah, nahe der Heizlzypresse, wurden zahlreiche neue Bäume gepflanzt. 3000 Jerusalemer Kinder pflanzten an diesem Tage 500 Bäume. Den Festlichkeiten wohnten Herbert Samuel und Ussischkin, von den britischen Behörden General Bois und Oberst Storres bei. Legalisierung der Gemeinde-Verfassung in Jerusalem. Die Statuten der Jerusalemer Gemeinde sind nunmehr von den Behörden legalisiert worden. Die Gemeinde hat das Recht bekommen, religiöse, philanthropische, soziale und kulturelle Institutionen zu gründen und zu unterhalten. Sie ist durch ihren Präsidenten im Jerusalemer Stadtrat vertreten. Zeugnisse der jüdischen Gemeindeschulen sind wie Zeugnisse von Staatsschulen anzusehen. Diejenigen Juden, die am Sabbath nicht arbeiten, sind nicht gezwungen, den Sonntag oder andere Feiertage zu halten. Die religiöse Autorität der Rabbiner bleibt in allen religiösen Angelegenheiten, sowie in den Fragen der Eheschließung und der Ehescheidung erhalten. Die Gemeinde ist berechtigt, Steuern zu erheben und ihre Bücher in hebräischer oder spjnior- Sprache zu führen. Die Schulen der Gemeim’ und ihre philanthropischen Institutionen sind nicht abgabepflichtig. Der Staat zahlt der Gemeinde für ihre kulturellen, philanthropischen und sozialen Institutionen einen Beitrag. Es ist zu hoffen, daß die Durchführung dieser freiheitlichen Verfassung für Jerusalem der Beginn eines großen Aufschwungs sein wird. Neue Verkehrsmittel. Zwischen Jerusalem, Jaffa, Sichern, Hebron und Jericho verkehrt von jetzt an zweimal täglich ein Motoromnibus. Seit dem 6. September verkehrt auch einmal täglich ein Motoromnibus zwischen Jaffa und Beiruth. Er legt diese Strecke in 8 Stunden zurück; früher brauchte man auf dem Seeweg 15, auf dem Landweg 48 Stunden für diese Strecke. Auch die Eisenbahnverbindungen sind besser geworden. Täglich verkehrt ein Expreßzug zwischen Kairo, Alexandrien, Jerusalem, Jaffa und Haifa. Diese Wagen führen Schlaf- und Speisewagen. Die Preise sind sowohl für Personen wie für Güter erheblich zurückgegangen. Den Kiistenverkehir vermitteln vier europäische Linien. Die Unruhen in Metullah. Das Londoner Zionistische Büro veröffentlicht folgende Einzelheiten aus Flüchtlingsbriefen über die obergaliläischen Unruhen: Am Mittwoch, den 31. Dez. griffen die Beduinen Hamarah an; die dort arbeitende Genossenschaft verließ den Ort und kam