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Das jüdische Echo · 1920-02-13 · 7 (13.2.1920) · p. Seite 78

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
7 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
Seite 78 (sequence 6)
Language
German
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78 Das Jüdische Echo Nr. 7 der zionistischen Organisation in Angriff genommen ist. Sie beauftragt die Leitung der Organisation, eine Kommission einzusetzen, die sich mit der Universitätsarbeit beschäftigt. Sie drückt die Erwartung aus, daß es gelingen wird, eine Organisationsform für die Universität zu finden, bei der die Gewissensfreiheit der verschiedenen religiöskulturellen Richtungen gewahrt bleibt. * . Die Konferenz spricht ihre Freude über die Gründung eines Leherseminars in Jerusalem aus, und zugleich der Misrachi-Organisation in Amerikaihren Dank für ihre Hilfe bei der Gründung dieser wichtigen Anstalt. Sie verpflichtet die allgemeine Organisation, die Unterstützung dieser Anstalt auf sich zu nehmen und bald auch ein Beth-Hamidrasch für Mädchen zu gründen. * Die Welt-Konferenz des Misrachi beschließt in Ausführung der Beschlüsse der Misrachi-Konferenz in Jerusalem eine Delegation zum Baron Rothschild nach Paris zu entsenden, mit der Bitte, daß die Schulen, die von Baron Rothschild in den Kolonien in Erez-Israel gegründet sind, unter die Aufsicht und Leitung der Misrachi-Organisation gestellt werden mögen. Fuchs nicht mehr Vorsitzender des C.V. Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs hat (wie die Tageszeitungen behaupten: auf dringenden ärztlichen Rat) sein Amt als Vorsitzender des „Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ niedergelegt. Er wurde zugleich zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Man wird wohl nicht fehlgehen, wenn man, wofür viele Anzeichen sprechen, den Rücktritt Hrn. Geheimrats Fuchs als ein Anzeichen dafür nimmt, daß im Centralverein sich endgültig die Richtung durchgesetzt hat, die den schärfsten Kampf gegen den Zionismus will. Dafür war Herr Dr. Fuchs nicht zu haben. Er hat jetzt dem besonders in der Provinz bemerkbaren Assimilationsfanatismus weichen müssen. ., Philoverlag. Der Centralverein hat einen Parteiverlag, der bisher den Namen „Gabriel Rießer-Verlag“ trug. Nachdem jetzt die Erben Rießers gegen die Verwendung dieses Namens Einspruch erhoben haben, hat der Verlag zur Erinnerung an den großen jüdischen Philosophen den Namen „Philoverlag“ erhalten. Wir empfehlen den Herren des Centralvereins einen Aufsatz von Felix Perles, „Die jüdisch-griechische Episode“, in der Zeitschrift „Der Jude“, Juli 1919, Da wird die Bedeutung Philos gewürdigt und in die Worte zusammengefaßt: „So verlor das Judentum unter seinen Händen sein Bestes, ohne dafür etwas zu gewinnen. Ja, Philo blieb selbst ohne Wirkung auf seine nächste Familie. Denn sein Neffe Tiberius Alexander fiel vom Judentum ab, wurde römischer Landpfleger in Palästina und beschloß seine Laufbahn als Generalstabschef des Titus bei der Belagerung und Einnahme von Jerusalem.“ * Wir möchten diesen Ausführungen der „Jüdischen Rundschau“ hinzufügen, daß der Centralverein da ja einen für seine Wirksamkeit besonders kennzeichnenden Namen gefunden hat. In hoc signo vinces! . Der Zentrumsparteitag gegen den Hntisemitismus Auf dem Zentrumsparteitag hat der Universitätsprofessor Dr. Schreiber sich scharf gegen den Antisemitismus im Zentrum gewendet. Er sagte unter anderem: Ich fasse zusammen: Die antisemitische Bewegung ist im Grunde genommen christentumfeindlich. Sie ist politisch unfruchtbar und überaus gefährlich. Deshalb ist von unserer Presse, die es mit dem Christentum und mit der Zentrumspolitik ernst nimmt, zu erwarten, daß sie sich nicht in den Bahnen des Antisemitismus verliert. Wir haben in dieser Hinsicht in letzter Zeit vereinzelt Erscheinungen zu beklagen, die zum Glück nicht die Regel sind, die aber doch allen einzelnen Erscheinungen bedauerlich sich anpassen. Es gilt für diese Blätter eine Nachprüfung ihres Standpunktes im Sinne des Zentrumsgrundsatzes, der die Wahrheit betont und dabei christliche Wahrheiten nicht erschüttert wissen will, im Sinne jener Freiheit, die sich gegen Ausnahmegesetze wendet, im Sinne des Rechts, das auch das Recht der Minoritätskonfession schützt. Wer Antisemit ist, besorgt die Geschäfte der Deutschnationalen, und daß Anhänger der Zentrumspartei die Geschäfte eines politischen Gegners besorgen, das darf nie und nimmer geschehen!“ (Lebhafter Beifall im ganzen Haus.) „Liberales Judentum44 Wir erhalten folgende Zuschrift: „In Ihrem Aufsatz „Liberales Judentum“ in Nr. 47 Ihres geschätzten Blattes schireiben .Sie in einer Besprechung des Vortrages des Herrn Dr. C. Seligmann, Frankfurt a. M.: „Sympathisch berührte die Absage an den Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wegen seiner Taktik in der Bekämpfung des Antisemitismus“. Im Einverständnis mit Herrn Dr. Seligmann bitten wir diese Notiz richtig zu stellen. Herr Dr. Seligmann hat den Zentralverein nur beiläufig erwähnt, indem er sagte: „Um als liberaler Jude gelten zu keinen, genügt es nicht, wenn man sich in der Abwehr gegen den Antisemitismus etwa im Zentralverein oder in sozialen Institutionen betätigt. Das heißt noch nicht „positiver Jude“ sein, obschon ich die notwendige Abwehrtätigkeit des Zentralvereins und all der anderen nach außen wirkenden Organisationen nicht vermissen möchte. Abeir „Jude“ sein bedeutet für uns, die wir keine Zionisten sind, religiöser Jude sein und sich religiös betätigen.“ Hochachtend Zentral-Verein Deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Ortsgruppe München. Levinger.“ Aus der jüdischen Welt An den Pranger! Der „Israelit“ veröffentlicht folgende Notiz, die eine offizielle Förderung der Chalukkah durch die Agudas Jisroel bedeutet: Das zionistische „Hilfswerk für Palästina“, das während des Krieges für die Notleidenden im heiligen Lande sammelte, veröffentlichte einen Aufruf an die deutschen Juden, zum Palästina- Aufbaufonds beizutragen. Trotzdem der Aufruf einige wenige Unterschriften von Persönlichkeiten trägt, die als gesetzestreu b'ekannt sind, dürfte es für die orthodoxen Kreise Pflicht sein, ihre für Erez Jisroel und zwar sowohl die für die Erhal-

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