Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 5 (30.1.1920)
- Date
- 1920-01-30
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Das Jüdische Echo Nr. 5 sieht eine große Gruppe orientalische Gebäude vor. die eine Halle in sich einschließen, in welcher 3000 Personen Platz finden würden. Das Gebäude wird zahlreiche Flügel für die verschiedenen Fakultäten, Laboratorien. Büchereien usw. enthalten. — Der bekannte Ouellensucher (Rutengänger) Ingenieur Fischer ist auf Einladung der allgemeinen zionistischen Organisation in Jerusalem eingetroffen, zum Aufsuchen von Quellen und Metallagern im Gebirge Judäas. Deutschland. Der preußische Kultusminister gegen den Antisemitismus. Wir haben bereits bei früherer Gelegenheit darauf hinweisen können, daß die deutsche Regierung seit einiger Zeit begonnen hat, energisch gegen die immer mehr zunehmende antisemitische Verhetzung Stellung zu nehmen. In einer der letzten Sitzungen der preußischen Landesversammlung hat nun auch der Kultusminister Haenisch Anlaß genommen, auf die öffentliche Meinung entsprechend einzuwirken. Er führte aus: Lebhafte Klagen erhält das Ministerium ständig über antisemitische Verhetzung der Jugend. Dazu möchte ich in das Land hineinrufen: Germanen und Juden sind auf die Zusammenarbeit angewiesen und können in gemeinsamer Arbeit zumWohle des Vaterlandes nebeneinander wirken. Es wäre eine beispiellose Schwäche, wenn ein Sechzigmillionenvolk sich gegen ein paar hunderttausend Juden nur durch blöde Verhetzung zu wehren vermöchte. Den Schülern der höheren Schulen rufe ich zu, sich nicht an den Juden zu vergreifen oder sie zu beschimpfen, sondern ihnen im edlen Wetteifer zu zeigen, daß sie mehr leisten können als die Juden. Es widerspricht dem germanischen Ehrgefühl, wenn ganze Klassen über ein paar Juden hergefallen sind. Ich appelliere an die germanische Hochherzigkeit. Die Münchener Studenten und die Juden. Die Münchner Burschenschaft ist nach einer öffentlichen Erklärung des Vorsitzenden der „Guelfia“ aus dem Münchner Waffenring ausgetreten. Der Austritt ist infolge eines Antrags, den ein Münchner Korps K. S. C. V. gestellt hat. Darnach sollte Rassejuden keine Satisfaktion gegeben werden, mit Ausnahme derer, die einer auf deutsch-völkischer Grundlage stehenden Verbindung des Münchner Waffenrings oder einer anderen schlagenden nichtjüdischen Verbindung angehören. Die Münchner Burschenschaft hat gegen diesen Beschluß Revision eingelegt, weil sie die Anschauung vertritt, daß entweder allen Juden, also auch den nicht einer der in dem Antrag genannten Verbindungen angehörenden, oder keinem Juden Satisfaktion gegeben werden soll. Dieser Revisionsantrag wurde abgelehnt. Die Herren des Münchner Waffenringes haben Recht von den Juden keine Satisfaktion mehr zu fordern oder zu nehmen. — Die jüdische Waffe diesem Gesindel gegenüber wird hoffentlich nie mehr der Säbel, sondern die Faust oder — die Hundepeitsche sein. Benachteiligung jüdischer Oberlehrer. In der „Alg. Ztg. d. Judent.“ macht Oberlehrer Behrens darauf aufmerksam, wie noch heute konfessionelle Politik bei den Lehreranstellungen getrieben wird. Bei zahllosen Ausschreibungen kann man folgende Fächerverbindungen feststellen: Französisch, Englisch — und Religion. Latein, Griechisch — und Religion. Deutsch, Geschichte — und Religion. In allen Fächern handelt es sich um evangelische Religion. Damit sind die Juden — und Katholiken a priori ausgeschlossen. Reaktionäre Gemeinden Die Berliner jüdische Gemeinde und die jüdische Turnerschaft. Die Berliner jüdische Gemeinde erklärte vor einigen Monaten, daß sie den Bestrebungen, die die sittliche und körperliche Vervollkommnung der jüdischen Jugend bezwecken, ein besonderes Interesse entgegenbringe; und tatsächlich betätigte sie dieses Interesse, indem sie der Sportorganisation „Die Kameraden“ eine Subvention gewährte. Auf dieses Interesse berief sich die größte und älteste Turn- und Sportorganisation in Deutschland, der deutsche Kreis der jüdischen Turnerschaft, und erbat ebenfalls von der Berliner jüdischen Gemeinde eine Beihilfe. Diese Bitte wurde ohne Angabe von Gründen abgelehnt. Der deutsche Kreis der jüdischen Turnerschaft glaubte zunächst, es könne ein Mißverständnis vorliegen, das sich leicht aufklären lasse und bat um Mitteilung der Gründe, die für die Ablehnung des Gesuches maßgebend waren. Der Gemeindevorstand aber erklärte, daß er grundsätzlich über die Motive, die für seine Beschlüsse maßgebend seien, keine Auskunft erteile. Nun, man braucht keine Gedankenleser zu sein, um die Motive zu erraten, weshalb die dem Zentralverein nahestehenden „Kameraden“ unterstützt werden, nicht aber die national jüdische Turnerschaft. Aber grundsätzlich müssen wir verlangen, daß die jüdische Gemeinde, die von allen Steuerzahlern — Zentralvereinlern und Nationaljuden — die Steuern in gleicher Weise einzieht, alle Jugendorganisationen gleichmäßig subventioniert. Die jüdische Gemeinde als offizielle Vertretung aller Juden muß soweit neutral sein, daß sie alle Richtungen, wenn sie nur positiv jüdisch sind, in gleicher Weise fördert. Wenn der Vorstand der Berliner jüdischen Gemeinde gegen diesen fundamentalen Grundsatz verstößt, so zeigt er damit, daß er sich selbst nicht als Repräsentanz aller in Berlin wohnenden Juden, sondern als einseitige Vertretung einer Parteiklique fühlt. uncftnerVeueffe Vadjridjfen ©roßte, tagt. 2mat erfdjeinenbe 3eitung ©üb* unb VIittetbeut,'ch* tanbä. ^auffräftiger Leferfrete unb überöeutfdjtanbd ©renjen hinauf gefjenbe Verbreitung, ©roßer fauf* mann. u. getoerbt. ©tetfenmarft $*F" Über V, Million ätnerfannt fefyr erfolgreich für feigen alter Strt. feigen* preie unb 3Iad)taß nad) Xarif. 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