Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- 3 (16.1.1920)
- Date
- 1920-01-16
- Page
- Seite 32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Das Jüdische Echo Nr. 3 Aus der Jüdischen Welt Feuilleton Die jüdische Konferenz. Der „J.P.Z.“ zufolge hat das „Komitee der Jüdischen Delegationen bei der Friedenskonferenz“ in seiner Sitzung vom 28. Dezember folgende Resolution angenommen: Die jüdische Welthilfskonferenz wird vom 7. bis 11. März 1920 in Zürich stattfinden. Der Aufschub der für Januar geplanten Konferenz wurde deshalb beschlossen, weil es verschiedenen Delegierten überseeischer Länder und Südrußlands technisch unmöglich ist, vor Anfang März 1920 zur Konferenz einzutreffen. Ungefähr 70 Hilfsorganisationen, die 70 Länder vertreten, und einige jüdische Zentralorganisationen sind eingeladen worden, Vertreter zur Konferenz zu delegieren. — Die Ostjuden in Deutschland werden durch den „Verband der Ostjuden in Berlin“ und den „Gesamtausschuß der Ostjuden in München“ auf der Welthilfskonferenz vertreten sein. Epidemien und Hungersnot. Aus Teheran wird berichtet: Seit kurzer Zeit haben wir unter Epidemien, die infolge der großen Hungersnot im Lande über uns hereinbrachen, furchtbar gelitten. Von der im ganzen 7000 Seelen zählenden jüdischen Bevölkerung Teherans sind im Verlaufe von zwei Monaten mehr als tausend an Hunger und Krankheiten gestorben. Dank der Hilfstätigkeit der amerikanischen Juden konnte die arme jüdische Bevölkerung später, wenn auch mit Not und Mühe, ihr Leben fristen. Nach und nach begannen die Hungersnot und die Krankheiten zu verschwinden. Ein Brief des Emir Faisui. „Lieber Herr Samuel! Ich bin sehr glücklich, daß Sie anläßlich der zweiten Wiederkehr der Balfourschen Erklärung die Gelegenheit benutzt haben, um das Mißverständnis zu zerstreuen, das durch die Veröffentlichung meines Interviews im „Jewish Chronicle“ im letzten Monat entstanden war. Ich bin fest überzeugt. daß d'as gegenseitige Vertrauen zwischen uns und die völlige Übereinstimmung in unseren Gesichtspunkten, welches eine restlose Verständigung zwischen Dr. Weizmann und mir möglich gemacht hat, in der Zukunft ähnliche Mißverständnisse verhüten und zwischen uns die Harmonie erhalten wird, die für den Erfolg unserer gemeinsamen Sache so notwendig ist. Empfangen Sie, mein werter Sir. die Versicherung meiner größten Hochachtung. Faisui.“ Wie von uns seinerzeit mitgeteilt, hatte Herbert Samuel bei der Ansprache, die er am 2. November 1919 auf dem Festmeeting im Londoner Opernhaus hielt, die Unterredungen erwähnt, die er mit dem Emir Faisui gehabt hatte. Samuel wies darauf hin, daß der Emir seine Zustimmung zu den zionistischen Vorschlägen ausdrücklich erklärt und seine Haltung diesbezüglich nicht geändert habe. Diese Erklärung wird von Emir Faisui in dem wiedergegebenen Brief wiederholt. Wanderlied der Kameraden Der Jüdischen Rundschau ging folgendes „Wanderlied“ des Zentralverefns-Wanderbundes. „Die Kameraden“, zu. das so Dezeichnend für den dort herrschenden Geist ist, daß auch wir wenigstens einen Auszug der Öffentlichkeit nicht Vorbehalten wollen. 4. Und geht das Wandern los. Dann ist es herrlich schön. Wie ist es doch famos. Durch die Natur zu gehn. Vallerie. Vallera. Am Sonntag auf der Fahrt. 6. Wir sind ja auch gut Freund In unserem Verein. Und der nur ist uns Feind, Der Zionist will sein. Vallerie. Vallera. Er ist kein braver Mann. 8. Wie heißt denn der Verein, usw. 9. Merk dir den Namen gut. Er heißt „Iska“, Der Gegner hörts voll Wut, Denn Haß erfüllt ihn ja. Vallerie, Vallera. Weil „anti“ wir ihm sind. Früher war man der Meinung, „daß für die Jugend das Beste gerade gut genug sei“. Aber über „Geschmäcker“ läßt sich ja bekanntlich nicht streiten. — Wir fragen uns bloß, was das für eine Jugend sein muß, die ein derartiges Lied von widerwärtiger Gehässigkeit mit Begeisterung in den frischen Morgen schmettert. Oder wie es im Kopfe von „Jugendführern“ aussieht, die so etwas der ihnen vertrauenden Jugend zu bieten verantwortungslos genug sind G—. Gemeindenu.Vereins-icho Gesamtausschuß der Ostiuden in München. Am 7. d. M. sprach der Vorsitzende des Gesamtausschusses, Herr Jakob Reich, über die Aufgaben und Bedeutung der in Berlin stattfindenden 1. ostjüdischen Konferenz. Herr Reich befaßte sich eingehend mit der politischen Bedeutung dieser Tagung, die im Auslande nicht ohne Widerhall bleiben wird. Der Referent beleuchtete die in jüngster Zeit systematisch betriebene Hetze gegen die Ostiuden in Deutschland, wies auf die Verhältnisse in Bayern hin und zog den Novembererlaß des preußischen Ministers des Innern in den Kreis seiner Erörterungen. Den Bemühungen unserer Organisationen in BeHin sei es gelungen, ein weitgehendes Entgegenkommen der Zentralbehörden zu erwirken. Es verbietet sich zur Zeit und JJtündjner Jteueffe Jladjrtdjfen ©roßte, tagt. 2maf erfdjeinenbe 3eitung <5fib<« unb Vtitteibeutfd)* tanbö. $?auffräftiger £eferfrci$ unb über©eutfd)fanbö ©renjen hinauf gefyenbe Verbreitung. ©rofjer fauf* männ. u. getoerbf. (Stelfenmarft Über Sfnerfannt fet)r erfolgreich für SInseigen öfter 2frt. Sfngeigenprete unb 07ad)tap nad) Sarif. VejugSprete monatt. 2ttf. 4.50 bei affen beuffdjen poffanjfatten IRiUion lefer —<y