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Das jüdische Echo · 1920-01-16 · 3 (16.1.1920) · p. Seite 33

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
7 (1920)
Issue
3 (16.1.1920)
Date
1920-01-16
Page
Seite 33 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 33 bis auf weiteres trotz der Nöte der inländischen Bevölkerung aus völkerrechtlichen und aus Gründen der Menschlichkeit die im Lande bereits befindlichen Ostjuden, selbst wenn sie unter Umgehung der Grenzsperre und ohne Besitz der vorgeschriebenen Legitimationspapiere und der Einreiseerlaubnis zu sein, eingewandert sind, zwangsweise in ihre Heimat zurückzuweisen, weil sie dort nach Lage der Verhältnisse vielfach unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben, jedenfalls aber der Bestrafung wegen Fahnenflucht und Wehrpflichten tziehung ausgesetzt wären. Der Erlaß, welcher ferner Ausweisbestimmungen gegen die politisch Verdächtigen und kriminell bestraften Ostjuden enthält, knüpft in gerechter Weise eine Duldung der ausländischen Juden nur an das Vorhandensein einer Unterkunft und einer nutzbringenden Beschäftigung. Redner will hoffen, daß auch die bayerische Regierung dem Gebote der Zeit folgend die völkerrechtlichen und rein menschlichen Grundsätze anerkennen wird. Der Referent befaßte sich ferner mit den kulturellen Aufgaben der Konferenz und entwickelte ein soziales Programm der in Deutschland vorhandenen und im Entstehen begriffenen ostjüdischen Organisationen. '— Die Diskussionsredner befaßten sich mit der Notwendigkeit des Ausbaues der hiesigen Organisationen, woraufhin die seitens der hiesigen ostjüdischen Vereine in Vorschlag gebrachten Delegierten zur Konferenz einstimmig gewählt wurden. Die Vorstandschaft des Gesamtausschusses wurde ermächtigt, weitere Verhandlungen mit den auf der Versammlung vorgeschlagenen Delegierten zu pflegen. Dem Vorsitzenden des Gesamtausschusses. Herrn Jakob Reich, wurde für seine aufopferungsvolle und unermüdliche Arbeit seitens der Versammlung der Dank und die Anerkennung ausgesprochen. Die Palästinawoche in Nürnberg. Zur Veranstaltung einer Palästinawoche, die in Nürnberg vom 14. bis 17. Dezember stattfand, haben sich die Zionist. Ortsgruppen, der neutrale jüdische Jugendverein sowie auch eine beträchtliche Zahl sonstiger zionistischer und nichtzionistischer Persönlichkeiten Nürnbergs, insbesondere Herr Rabbiner Dr. Freudenthal und der Präsident der Bnei-Brith-Loge, Herr Hugo Baermann. zusammengefunden. Das Erträgnis kommt zum Teil dem Palästinaaufbaufonds, zum Teil dem Palästinahilfswerk zu gute. Es ist seit langer Zeit das erstemal, daß Zionisten und Nichtzionisten sich hier unter prinzipieller Wahrung ihres Standpunktes zu einem gemeinsamen Werk zufaminenfanden. Am Sonntag, den 14. Dezember, fand zunächst im Intimen Theater eine gut besuchte Matinee statt, in welcher Herr Juan Spivak vom hiesigen Stadttheater unter großem Beifall jüdische Volksweisen sang. Die Begleitung hatte Herr Kapellmeister Siegfried Fall vom hiesigen Stadttheater übernommen. Der instrumentale Teil der Veranstaltung bestand aus Cello- und Violinvorträgen hiesiger Künstler. In einem Nebensaal wurde gleichzeitig eine Ausstellung jüdischer Bücher und jüdischer Graphik veranstaltet, die beide großen Absatz fanden. Am Dienstag, den 16. Dezember, fand ein Vortragsabend im vollbesetzten, großen Saal des Luitpoldhauses statt. Herr Redakteur Karl Glaser sprach über „das jüdische Palästina“, und Herr Rabbiner Dr. Heilbronn vom Standpunkt der nichtzionistischen deutschen Juden aus über „die deutschen Juden und Palästina“. Beide Vorträge gipfelten darin, daß die deutschen Juden, welcher jüdischen Richtung sie auch angehören mögen, beim Wiederaufbau Palästinas mitwirken müssen. Auch neben dieser Veranstaltung ging eine Ausstellung von Büchern und Graphik einher. Den Abschluß der Palästinawoche bildete das sehr gelungene Kinderfest am Mittwoch Nachmittag, dem Vorabend von Chanukah. Die Kinder waren sehr zahlreich gekommen und hörten sich mit Jubel die verschiedenen Darbietungen an. Kinderlieder zur Laute fanden großen Beifall. Den Höhepunkt bildete aber neben dem Entzünden der Chanukkahlichter und dem Gesang des Moauszur das Puppentheater „David und Goliath“, dessen Text von Herrn Karl Glaser verfaßt war. Die Haussammlungen, die im Anschluß an die öffentlichen Veranstaltungen nunmehr begonnen haben, weisen bereits ein günstiges Ergebnis auf. Dr. Nußbaum. Ein Jüdischer Liederabend. Der Kultursektion des „Gesamtausschusses“ ist es gelungen, den bekannten Künstler Herrn Adolf Handzel für einen ostjüdischen Liederabend zu gewinnen. Herr Handzel wird Mittwoch, den 28. ds. Mts., im großen Konzertsaal „Museum“ irdische Lieder ernsten und1 heiteren Inhalts zum Vortrag bringen. Die Begleitung hat in liebenswürdiger Weise der in hiesigen Kreisen bestbekannte Komponist Herr Schalit übernommen. Näheres wird noch bekanntgegeben werden. Haschachar. Beide Kurse finden von jetzt ab wieder Donnerstag statt. — Sonntag, den 25. Januar, Tagesfahrt ins Isartal. Treffpunkt wird noch bekannt gegeben. Zionistische Ortsgruppe München. Die für Sonntag, den 18. d. M.. angesagte Allgemeine jüdische Versammlung mit dem Thema „Zionismus. Antisemitismus und Zentral-Verein“ mußte infolge des behördlichen Verbotes politischer Versammlungen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Näheres wird wieder bekannt gegeben werden. Bar Kochba München. Sportabteilung. Das Training fiir Sonntag, den 18. Januar ist folgend festgesetzt: Fußball: vormittag ab 10 Uhr auf dem Schyrenplatz. Leichtathletik: vormittag 10 Uhr im Jahn. Am Donnerstag, den 22. Januar abends 7.30 Uhr findet im Hotel Roter Hahn eine ordentliche Mitgliederversammlung statt, zu der sämtliche Angehörige der Sportabteilung eingeladen werden. Die Wichtigkeit der Besprechungen verpflichten jedes Mitglied zu pünktlichem Erscheinen. Eine weitere Einladung durch Karten erfolgt nicht. Die Sportleitung. Spendenausweis Nationalionds-Telegramme sind wieder zu haben und werden bei dem gegenwärtigen Verbot von Gratulations-Telegrammen besonders zur Verwendung empfohlen. Zu haben bei ELisabeth Mahler, Baaderstraße 53/1. Münchner Spenden-Ausweis. Nationalfondsspenden: Gusti Barber grat. herzi Ida Tennenbaum z. Verlob. 3.—; Verein Bikur Cholim grat. z. Vermählg. Jolles-Saposchnik 2.—; Willi Feuer u. Frau grat. z. Vermählg. Schwarzw'ald-Friedrich. Schindler-Lichtmann. Jolles-Saposcbnik 5.—; desgl. Farn. Hohenberger 5.—; Teilertrag d. Versteigerung d. Benschen b. Barmizwah Siegfried Löwin ges. d. B. Wadler. J. Tannenzapf, J. Joltes 300.—; N. Engelberg u. Frau grat. Herrn Jolles z. Verm. s. Sohnes 2.—; der jüd. Frauen verein grat. z. Hochz. Jolles-Saposchnik, Schindler-Lichtmann, z. Verlobg. Tennenbaum-

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