Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 52 (24.12.1919)
- Date
- 1919-12-24
- Page
- Seite 631 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 52 Das Jüdische Echo 631 Kontrolle des Komitees der Kommunistenp'artei arbeiten. Korsowka: Von 600 jüdischen Einwohnern haben 570 den Schekel gekauft. Gesamteinnahme: 2225 Rubel. Krasnopolie: Eine Propaganda für den Schekel-Hageuliäh konnten wir aus Mangel an intellektuellen Kräften nicht ausführen. Trotzdem ist uns gelungen, unter 1100 jüdischen Einwohnern 700 Schekel abzusetzen. Retschiza: Auf einem Meeting, das glänzend verlief, haben wir 800 Schekel verkauft. Radoschkowici: 400 Schekolim verkauft. Reinertrag: 1500 Rubel. Kletck: Nach vielen Streitigkeiten ist es gelungen, die allgemeinen Zionisten und die Zefre-Zion für eine gemeinsame Aktion zugunsten der Schekelwoche zu gewinnen. Der Erfolg war ein sehr großer. Glubokoie: Die Abhaltung der Schekelwoche ist von den Behörden verboten worden. Wir bemühen uns trotzdem, Schekolim abzusetzen. Das Organ der Zionistischen Organisation „Chronika Jewreskoj Jisn“ erschien bis vor kurzem ununterbrochen unter der bekannten Bedingung, daß es zu den russischen politischen Tagesfragen keine Stellung nehmen dürfe. Die Nummern enthalten daher ausschließlich Informationsmateriail über die Lage der jüdischen Bevölkerung und über die Tätigkeit der Zionistischen Organisation. (Außerdem erscheint die russische Monatsschrift „Erez-Israel“, ein wissenschaftliches Journal für die kolonisatorischen Palästinaprobleme.) Aber selbst das kleine Informationsblatt kann nur unter den größten Schwierigkeiten herausgegeben werden. Großen Erfolg hat die in Petrograd gegründete Gesellschaft zur Ausbildung technischer Kräfte für Palästina. Die Gesellschaft, die den Namen „Polytechnische Palästinagesellschaft“ trägt, gibt ihren Mitgliedern die Möglichkeit, an den in Rußland bestehenden technischen Kursen teilzunehmen. An erster Stelle steht die Ausbildung von Bauarbeitern. Dine besondere Abteilung wird für die Erlernung des Trocknens und1 der Präparierung von Früchten und Gemüsen eingerichtet werden. Zwecks Ausbildung von jüdischen Fachleuten auf dem Gebiete des Konsumwesens.’ das für Palästina von besonderer Bedeutung ist. stehen die kooperativen Kurse in Moskau zur Verfügung. Auch zahlreiche Fabriken und technische Unternehmungen haben der Gesellschaft ihre Unterstützung zugesagt. IV. Die Tätigkeit des Jüdischen Nationalfonds. Der Jüdische Nationalfonds setzt seine Arbeit intensiv fort. Laut den Veröffentlichungen des Hauptbüros in Moskau war bis zum 1. Mai 1919 der Betrag von 433 995,61 Rubel eingegangen. Abgesehen von einzelnen behördlichen Störungen konnte der Nationalfonds seine Tätigkeit ungehindert ausüben. Seit dem Monat Mai sind weitere enorme Eingänge des Jüdischen Nationalfonds zu verzeichnen. Ein Bild über die Tätigkeit und Entwicklung des Jüdischen Nationalfonds gibt folgendes von dem Leiterdes Moskauer Hauptbüros Herrn L. Tscherikower unterzeichnetes Zirkular: „Bei weitem nicht alle Orte in Sowjet-Ruß!and. haben ihre Berichte über den Verlauf ihrer Sammeltätigkeit an das Hauptbüro gesandt. Aber die bereits eingelaufene große Anzahl der Berichte beweist, wie groß das Verständnis für die Aufgaben des Jüdischen Nationalfonds in den weitesten Kreisen unseres Volkes ist. In Simbirsk wurde eine allgemeine Sammlung für den Jüdischen Nationalfonds eingeleitet, die in den ersten zwei Tagen 20 000 Rubel ergab. Eine weitere Sammlung in Elna (Gouvernement Smolensk) ergab mehr als 10 000 Rubel. Während einer Pause auf einem Meeting in Moskau sind 30 000 Rubel gezeichnet worden. Im Städtchen Schurawitschi (Gouvernement Mohilew) wurden 960 Rubel gesammelt. Ähnliche Beispiele könnte man in großer Anzahl anführen. Gleichzeitig wird eine starke Tätigkeit zur Durchführung der Selbstbesteuerung zugunsten des Jüdischen Nationalfonds entfaltet. Die Losung zur Selbstbesteuerung fand überall stärkste Unterstützung. Einige Beispiele sollen auch hier angeführt Werden: In Kamvschow (Gouvernement Poltawa) sind1 bereits 53 Selbstbesteuerungen zu verzeichnen, die eine monatliche Einnahme von 334,50 Rubel ergeben, Owsei, ein kleines Städtchen im Gouvernement Witebsk. hat bis jetzt 39 Selbstbesteuerungen zu verzeichnen mit einer monatlichen Einnahme von 553 Rubel. Aus Charkow erhalten wir die Mitteilung, daß die Arbeit dort so organisiert worden ist. daß jedes jüdische Haus im Laufe einer kurzen Zeit zwecks Heranziehung zur Sel'bstbesteuerung besucht wird. Die bisher übliche Methode, die Sammlung kleiner Spenden, verschwindet allmählich von der Szene, um ihren Platz einer neuen Arbeitsform zu räumen: die breiten Volksmassen, das ganze Volk, schreitet in Erkenntnis dier Größe des Moments und der Bedeutung der den Nationalfonds auferlegten Aufgaben zu regulären Zahlungen, zu einer systematischen Volkssteuer, um auf diese Weise das Institut zu stärken, das für den Aufbau Palästinas eine große Aufgabe zu erfüllen hat. Aus der jüdischen Weit Palästina. Eine Gelehrtenkonferenz in Angelegenheit der hebräischen Universität. Die Leitung der zionistischen Organisation hat durch ihr Erziehungs- Departement eine Konferenz jüdischer Gelehrter einberufen, welche vom 14. bis 16. Januar in Basel stattfinden wird, um über den Aufbau der hebräischen Universität zu beraten. Diese Gelehrtenversammlung soll a,uf Grund der Referate, die ihr vorgelegt werden, das Programm der Universität beraten und alle diejenigen Schritte beschließen, welche notwendig sind, um die Universität in den nächsten Jahren errichten zu können. Zu diesem Zweck wird die Konferenz in Vollsitzungen und Komiteeberatungen über die folgenden Punkte zu beschließen haben: 1. Einrichtung des Unterrichtes in den jüdischen und den philosophisch-philologischen Fächern. 2. ‘ Naturwissenschaftliche und medizinische Fakultät. 3. Juristische und soziologisch-nationalökonomische Fächer. 4. Die organisatorischen und technischen Fragen der Lehrkörper, die finanzielle Fundierung und sachliche Vorbereitung der Unive/rsität betreffend. Eine Anzahl hervorragender Gelehrter, unter ihnen der berühmte Physiker, Professor Einstein - Berlin, haben bereits ihre Teilnahme an dieser Beratung zugesagt, die für das monumentale Unternehmen einer Universität des jüdischen Volkes von entscheidender Bedeutung sein wird. Eine Arbeiterbank in Palästina. Das zionistische Aktionskomitee in London hat beschlossen, eine Arbeiterbank für Palästina mit einem Kapital von 200 000 Pfund Sterling, eingeteilt in Aktien zu je 1 Pfund zu gründen. Ihre hauptsächlichste Aufgabe soll darin bestehen, daß sie Arbeitergruppen für öffentliche Körperschaften oder für den privaten Arbeitgeber kreditfähig macht. Sie soll in allen Fällen, wo Arbeitergruppen Akkordvertiräge abschließen, dem Arbeitgeber die richtige Erfüllung dieser Verträge seitens der Ar-