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Das jüdische Echo · 1919-12-24 · 52 (24.12.1919) · p. Seite 628

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
52 (24.12.1919)
Date
1919-12-24
Page
Seite 628 (sequence 4)
Language
German
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628 Das Jüdische Echo Nr. 52 und Reiseziel abenteuernder Reisender. Es wurden dadurch Bedürfnisse wach, deren Zahl sich in der modernsten Zeit noch gewaltig gesteigert hat. Einer Industrie ist noch Erwähnung zu tun. die Weltberühmtheit erlangt hat, nämlich die Herstellung und der Vertrieb von Andenken an das heilige Land; es ist dies ein Gewerbe, an dem Vertreter aller drei Religionen, die an Jerusalem gekettet sind., beteiligt sind. Wer kennt sie nicht, die Olivenholzarbeiten, die Arbeiten aus dem Toten Meerstein, die gepreßten Blumen und wasderlei Dinge noch mehr sind. Besonders haben es die Araber aus der Hebroner Gegend verstanden, in Amerika mit dem Handel mit solchen Andenken, Vermögen zu machen, palastartige Gebäude an der Straße Jerusalem—Hebron, die von dort zuriickgekebrte Araber sich bauen, bezeugen, daß auch der Handel mit diesen Dingen, seinem Meister — mehr als sein Brot verschaffen kann. Palästina ist arm an Verkehrswegen. An Eisenbahnwegen waren bis zum Krieg nur die Eisenbahn Jaffa—Jerusalem und die Verbindungsstrecke Haifa und Semach zur Hedschasbahn hinüberleitend, also nur zwei kurze Ouerbahnen, deren Bedeutung noch dadurch leiden mußte, daß der größte Teil der Strecke im unproduktivsten Gebirge verlief. Eine Längsverbindung gab es nicht, die einen regelrechten Handels-verkehr zwischen Norden und Süden ermöglichte. Der Jordan kam als Binnenwasserstraße nicht in Betracht, und auch eine geregelte Küstenschiffahrt war infolge der vielen der Küste vorgelagerten Felsblöcke nicht möglich. Der Verkehr war auf die mehr oder minder schlechten Wege angewiesen. Lasten wurden auf Kamelen und Eseln, seltener auf Wagen befördert, so daß der Transport sehr verteuert wurde; so kostete, um ein Beispiel, zu geben, der Transport der Orangenkisten von der Kolonie Petach Tikwah, die 15 km von Jaffa entfernt ist, zum Hafen mehr als die Schiffahrt Jaffa-Liverpool. In Bezug auf die Verkehrsverhältnisse hat der Krieg verbessernd gewirkt. Landstraßen wurden noch in türkischer Zeit teils neu angelegt, teils verbessert, die Engländer werden wohl die begonnene Arbeit fortgesetzt haben, eine Längseisenbahn durchschneidet Palästina von Gaza bis zu seiner Nordgrenze, sie ist im Süden an die Bahn nach Ägypten entweder schon angeschlossen. oder leicht anschließbar, im Norden geht die Bahn weiter durch Anatolien nach Konstantinopel (Haidar Pascha) den Taurus in gewaltigen Tunnelen und Bahnbauten durchschneidend. Wenn nun die Verkehrsverhältnisse im Inlande besser werden, elektrische Bahnen, europäische Landstraßen entstehen, so daß Lastautos verkehren können, so würde sicht Handel und Industrie sicher heben. Die Hände, die bisher schlaff und untätig im Schoße gelegen, würden sich regen, zu ihrem eigenen Besten, zum Besten der Allgemeinheit, zum Besten des Landes, dessen Entwicklung wir alle so herzlich wünschen, wenn das Regen Vorteil bringt; ohne Zweck und Sinn arbeitet niemand gern. Arbeitsmöglichkeiten sind vorhanden. um Handel und Industrie aufbliihen zu lassen, auch Bodenschätze fehlen nicht und der Humusboden gibt dem fleißigen Landwirt vielfachen Ertrag seiner Saat. Es ist schon oben der Reisenden gedacht worden die aus Wanderlust ins Land kommen; daß diese Saisonwanderer viel Geld ins Land bringen, weiß bei uns in Europa jedes Kind, in Palästina wußten es nur einzelne Hoteliers, Händler in Reiseandenken und die Kassenverwalter von Geschenken lebender Wohltätigkeitsanstalten. Palästina birgt aber in sich Schätze, die es zum Fremdenland par exzellence stempeln, die Meeresküste könnte zum Badestrand ausgebaut werden, die warmen Quellen von Tiberias könnten Tausenden von Kranken Heilung verschaffen — auch steht die Umgebung von Tiberias den Schweizer Seen an Schönheit nicht im mindesten nach — und Jerusalem, Jordan, Totes Meer werden stete Reiseziele Unzähliger sein und bleiben. Aber nicht nur Güter stehen im Mittelpunkt des Welt- und Völkerverkehrs, auch Gedanken. Ich will nicht ein Beispiel aus neuester Zeit nennen, das kriegsgeboren, den Krieg in Permanenz erklärt, und solche Gedanken haben schon vielmals Länder durchstürmt und viel Unglück, zerstörte Städte, vernichtete Kulturen bildeten die Wegspur dieser Gedanken. Auch Palästina hat schon im Wege solcher die Welt durcheilenden Gedanken gestanden. Es waren die Kreuzzüge, die in Palästina in Schutt legten, was Jahrhunderte vorher mühselig aufgebaut hatten. Ein solcher Gedanke muß und soll noch von Palästina aus seinen Siegeszug durch die Welt halten, der Gedanke des Völkerfriedens. Jüdisches Volk, Dir fällt bei der Verwirklichung dieses Gedankens eine große Aufgabe zu. daß Du Dich zur Erfüllung dieser Pflicht vorbereitest, damit Dich die Stunde gewappnet findet, und Du imstande bist. Dein Amt nach Gottes Gebot auszuführen. Professor Dr. Jakob Wetzler, Nürnberg. Aus dem Jahrbuch der Vereinigung Jüdischer Exportakademiker. Wien 1918. Vom Jüdischen Nationalfonds. Im Monat September 1919 sind für den JNF Frs. 230.848.— an Spenden eingegangen, die sich auf folgende Länder verteilen: England £ 1333.15.5.—, Bulgarien Levas 244.252.—, Deutschland Mk. 102.957.—. Rumänien Lei 62.000.—, Nordamerika $ 2545.—. Palästina äg. £ 285.705.—, Holland Hfl. 2690.—, Belgien Frs. 5000.— und Hfl. 346.—, Ostgalizien Kr. 31.653.—, Westgalizien Kr. 33.534.—, Deutschösterreich Kr. 31.653.—, Frankreich Frs. 3312.—, Norwegen Kr. 1364.—, Niederländ. Indien Hfl. .1152.—, Schweiz Frs. 2337.—, Canada $ 353.—, Ägypten £ 56.8.7.—, Schweden Kr. 781.—, Kurland Mk. 872.—, Litauen Mk. 232.—, Griechenland Dr. 5905.—, Tunis Frs. 20.—. Die große Bedeutung des JNF für den Aufbau unserer historischen Heimat wird nirgends so stark empfunden wie in Erez-Israel selbst. Führende Persönlichkeiten fast sämtlicher Parteien und Richtungen der dortigen Judenheit haben einen Aufruf an die jüdische Bevölkerung Palästinas und Syriens zur Sammlung für den JNF erlassen. In Jaffa wurde ein Komitee gegründet, das in mustergültiger Weise die Nationalfonds-Arbeit in Palästina organisiert und einen genauen Verteilungsplan über die für das laufende Jahr aufzubringenden Summen aufgestellt hat. Die Selbstbesteuerung soll auf alle Juden des Landes ausgedehnt werden, und die jüdische Arbeiterschaft Palästinas erklärte'sich bereit, den Ertrag eines Arbeitstages dem JNF zu überlassen. Die Kolonie M e 1 h a m i e hat auf Anregung der orthodoxen Kolonisten in diesem Jahre das für „Truma“ und „Maasser“ eingesammelte Getreide zugunsten des JNF verkauft. Auf den Nationalfondsböden in Emek-Jizrael und in Galiläa sind Assanierungsarbeiten größeren Stiles in Angriff genommen worden. In der Umgebung Merchawjahs werden alle

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