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Das jüdische Echo · 1919-12-24 · 52 (24.12.1919) · p. [Seite]

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
52 (24.12.1919)
Date
1919-12-24
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Das Jüdische Echo 'iMMBBMBBBgMnBgBWMBBaillll IIIIIIIIIIII ■■IMBBBMB—■WMMMM———i— Nummer 52 24. Dezember 1919 6. Jahrgang Lebensbedürfnis in unseren Tagen, da sich alles gegen das Judentum verschworen zu haben scheint, da die grimmigste Hetze blüht, ist für jedes jüdische Haus €in Blatt wie Das Jüdische Echo - Ein jüdisches Blatt ist unsere beste Waffe in allen inneren und äußeren Kämpfen. Das Jüdische Echo kommt dieser Aufgabe in vorbildlicher Weise nach. Es unterrichtet über alle wichtigen Angelegenheiten, es klärt auf über die Bestrebungen in unseren Reihen sowohl wie über die der Gegner. Wir bitten daher alle unsere gelegentlichen Leser, das „Jüd. Echo“ nunmehr regelmäßig zu abonnieren. Für Württemberg wolle man ausdrücklich die Ausgabe B bestellen. Zu beziehen um M. 2.— vierteljährlich beim Verlag München, Herzog Maxstr. 4, oder direkt bei der Post. Palästina im Weltverkehr Der beendete Weltkrieg hat uns recht drastisch gezeigt, daß es außer'einem friedlichen Völkerverkehr auch einen kriegerischen gibt, und daß beide gleich stark wirken können. Die Wirkung kann auf wirtschaftlichem, sozialem und ethischem Gebiet liegen und die kriegerische kann bei weitem einschneidender sichfühlbar machen als die friedliche. was lange Friedensjahre geschaffen, können wenige Kriegsjahre zerstören, ebenso können Kriegsjahre Projekte verwirklichen lassen, die Friedensjahre in" vielen Zeitungsartikeln haben diskutieren lassen, ohne sie ihrer Ausführung nur ein Jota näher zu bringen. Palästina hat alle diese Einwirkungen wiederholt und zu allen Zeiten zu spüren bekommen, nicht in einem leichten Maß noch zuletzt im Völkerkrieg 1914/18. Seine Lage als Länderbrücke sie findet sich in sovieüen Büchern, Unmengen von Zeitungsartikeln recht ausführlich behandelt.' so daß es sich erübrigt, ,liier noch näher darauf einzugehen hat ihm in der Völkergeschichte eine Rolle eingetragen, die es in viele Kriege mitverwickelt und zum mehr oder minder Kriegsschauplatz gemacht hat. Nacht vierzigjähriger Wüsten Wanderung stehen die Kinder Israels vor den-Grenzen Palästinas, um das ihren Vätern von Gott verheißene Land zu erobern, nach und nach erst gelingt es ihnen, wie es bereits in der Bibel vorhergesagt ist, das Land ganz in Besitz zu nehmen und nur von kurzer Dauer war der Vollbesitz des gelobten Landes. Teils war es die eigene Schuld — Unfrieden im Innern und Nichterfüllung des Gottesgesetzes — teils die geographische Lage, die Palästina zum Kriegsgebiet machte, ein Nord- oder Oststaat wollte auf dem Weg über Palästina Ägypten unterwerfen, oder umgekehrt Ägypten wollte seine Machtsphäre nach Norden ausdehnen und dazu mußte es erst Palästina beherrschen. So war Palästina der Schlüssel zur Herrschaft über Asien resp. Afrika. Erst war es Assyrien (722 v. Chr.), das das Reich Israel unterwarf und 134 Jahre später wurde der größte Teil der palästinensischjüdischen Einwohnerschaft gefangen nach Babel geführt, der Perserkönig Cyrus, welcher durch die Eroberung Babels sein Weltreich gründete, erlaubte den Juden die Rückkehr in das gelobte Land. Die persische Weltmacht wurde durch Alexander den Großen abgelöst, der 330 v. Chr. Palästina in die Reihe der von ihm beherrschten Länder einbezog. Das mazedonische Weltreich zerfiel nach dem Tode Alexanders in vier Teile, Palästina wurde Ägypten angegliedert, aber von Antiochus dem Großen, dem Beherrscher Syriens erobert. Die syrische Herrschaft in Palästina brachte durch ihre religiöse Unduldsamkeit die Makkabäerkämpfe, die viel jüdisches Blut die palästinensische Erde tränken ließ. Die Makkabäerzeit, die mit soviel Heroismus eingeleitet worden war, war keine glückliche für das jüdische Volk. Als Schlußstein in der Reihe der Unglücke kam 70 n. Chr. der Untergang der jüdischen Selbständigkeit und des jüdischen Reiches. Nach mehrhundertjähriger Römerherrschaft kam wieder Persien an die Reihe im Besitz Palästinas (614 n. Chr.); und seit 637 ist es mit Ausnahme der Zeit der Kreuzziige in mohamedanischen Händen. Mannigfaltig wie die Politischen Veränderungen, war auch die wirtschaftliche Lage Palästinas. Klimatisch ist Palästina dem Gebiet der Mittelmeerflora zugehörig, durch seine ganze Beschaffenheit, durch seinen Mangel an Hinterland, durch seine Abgeschlossenheit im verkehrspolitischien Sinn, nicht als Industriestaat geeignet, sondern Agrarstaat. Aber auch als solcher hat es im Wandel der Zeiten Veränderungen mitgemacht. Feigen und Datteln, welch letztere verhältnismäßig spärlich angepflanzt sind, sind nur im Küstenland zu finden und kommen als Ausfuhrgut nicht in Betracht, dagegen hat die moderne Zeit — und der Verdienst -kommt zum größten Teil den jüdischen Kolonisten zu — die Orange eingeführt und zu einem bedeutenden Ausfuhrartikel gemacht. Der Wem. von jüdischen und deutschen Kolonisten gekeltert, hat sich schon seit Jahrzehnten in der Welt seinen Namen gemacht und die palästinensische Mandel hat auf dem europäischen Südfriichtenmarkt sich einen Platz erobert. Hauranweizen — der Hauran ein linksjordanisches Hochland —- wandert nach England, wo er seiner Vorzüglichkeit wegen sehr geschätzt wird. Das Öl der Sesampflanze bildet in dem fettarmen Lande für die Volksernährung einen wichtigen Bestandteil. Auch die Wolle der Schlafe ist zum größten Teil nach England gewandert. Aber auch als Einfuhrland für Lebensmittel und die Gegenstände des täglichen Bedarfes war Palästina schon seit den Kreuzzügen her von Wichtigkeit. Seit dieser Zeit war Palästina Einwanderungsgebiet — es siedelten sich Einzelne und Klostergemeinschaften an —

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