Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- 50 (12.12.1919)
- Date
- 1919-12-12
- Page
- Seite 602 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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602 Das Jüdische Echo Nr. 50 sehe Wächter“, das Organ der niederländischen Zionisten fordert in einem Leitartikel die Zionisten der Niederlande auf, eine Selbstbesteuerung zu Gunsten des Erez Israel Restoration Fund durchzuführen, welche, dem Einkommen jedes Zionisten entsprechend, in Klassen abgestuft ist. Die Zionisten werden ersucht, sich selbst in diese Klassen einzureihen, um die Abgaben zu entrichten. Deutschland. Bamberg. Antisemit isc he Verleumdungen. Das naturärztliche Halbmonatsblatt „Gesundes Leben“ veröffentlichte in Nummer 9 vom 15. September an seinem Kopf folgende „öffentliche Anfrage“: „Wir fragen hierdurch Herrn Geheimrat v. Wassermann öffentlich: Ist es wahr, daß das Ihnen nahestehende Bankhaus Ihres Vaters in Bamberg an einem einzigen Tage 2,5 Millionen Mark durch das Salvarsan verdiente? Es war, als die Aktien der Höchster Farbwerke durch die Salvarsanreklame so kolossal in die Höhe getrieben wurden. Um Antwort wird gebeten. „Gesundes Leben“, Freies naturärztliches Halbmonatsblatt.“ Daraufhin hat der Angegriffene an das Blatt eine Berichtigung gesandt, die folgenden Wortlaut hat: „1. Die in Nr. ... Ihrer Zeitung in der Form einer Anfrage an mich enthaltene Behauptung, daß das mir nahestehende Bankhaus meines Vaters in Bamberg an einem einzigen Tage 2.5 Millionen Mark durch das Salvarsan verdiente, ist ihrem ganzen Inhalte nach unwahr und von Anfang bis Ende erfunden. 2. Ich, bezugsweise das genannte Bankhaus, wird jeden, der diese oder eine ähnliche Behauptung aufstellt oder verbreiten sollte, strafgesetzlich verfolgen. 3. Sollten Sie selbst in Ihrer Anfrage die Behauptung aufstellen wollen, so ersuche ich um diesbezügliche Erklärung, damit ich das weitere veranlassen kann. A. v. Wassermann.“ Wenn man dem Herrn Geheimrat v. Wassermann den Vorwurf macht, daß er sich durch den Ertrag der Ergebnisse der sowohl von ihm als auch von anderen veranstalteten wissenschaftlichen Forschungen bereichern wolle oder dies indirekt mit Hilfe des Bankhauses seines Vaters zu tun versuche, so stellt dies tatsächlich den Gipfelpunkt der antisemitischen Verleumdungssucht dar. Es ist sicher manchem nicht bekannt, daß gerade dieser Gelehrte, dessen epochemachende Entdeckungen ihm einen Weltruf eingebracht haben, alle die Ergebnisse seiner Forschungen in der selbstlosesten Weise der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt hat, ohne davon für sich durch Patente oder dergleichen auch nur einen Pfennig zurückzubehalten. Er hätte Millionen und Abermillionen verdienen können, wenn er sich den finanziellen Ertrag seiner Forschungsergebnisse durch Patente gesichert hätte, was man ihm doch ganz und gar nicht hätte verdenken können. Der ihm gemachte Vorwurf steht auf derselben Stufe,, wie die einst von antisemitischer Seite gegen den Entdecker des Salvarsans, Professor Ehrlich, wahrheitswidrig erhobene Behauptung, dieser habe, samt den Höchster Farbwerken, die das Mittel herstellen, ungeheure Wuchergewinne daraus gezogen. Professor Ehrlich konnte nachweisen, daß er gewiß einen entsprechenden Gewinn für sich als Entschädigung in Anspruch genommen, daß er diesen aber nicht für seine Person, sondern lediglich im Interesse seines Instituts verwendet habe. Professor Ehrlich hatunter diesen Vorwürfen bis an sein Lebensende schwer gelitten, weil er selbst der Wissenschaft große pekuniäre Opfer gebracht hatte, da ihm in jüngeren Jahren für seine Forschungen öffentliche Mittel nicht zur Verfügung standen und er die Kosten dafür aus eigenen Mitteln bestreiten mußte. literarisches fcho „Al Hanissim“, eine Chanukahgabe für die jüdische Jugend. Sondernummer von „Bar Kochba, Blätter für die heran wachsende jüdische Jugend“, herausgegeben von C. Z. Klötzel. Welt-Verlag, Berlin NW 7, brosch. Mk. 2.—. Dieses 32 Seiten starke sehr schön ausgestattete Heft bringt außer einer Einleitung und einem längeren Auszug aus den „Makkabäerbüchern“ Chanukaherzählungen von Schalom Asch, Annette Loewenthal, Gedichte von Zuckermann und Herzl, die Noten des „Moaus zur“ und eine Reihe kleinerer Beiträge, die alle im Zusammenhang mit dem Chanukahfest stehen. Das. Verständnis eines Kapitels aus dem Jugendroman „Moses Pipenbrinks Abenteuer“ wird dadurch ermöglicht, daß der bisherige Inhalt kurz wiedergegeben wird. Einen besonderen Schmuck des- Buches stellen die zahlreichen Bilder nach Zeichnungen von Joseph Budko, Lotte Baerwald und Ludwig Wronkow dar. Eine Anzahl noch nirgends veröffentlichter Bilder aus dem Leben Palästinas geben dem Heft einen besonderen Reiz. Rätsel und Briefkastennotizen, darunter eine sehr lesenswerte über den „jüdischen Weihnachtsbaum“», schließen das Heft. Feuilleton Jüdische Anatomie (Aus meinem Skizzenbuch.) 1. Das jüdische Herz. Ich sammelte damals. „Es wird zuviel gesammelt“, ächzte der Kommerzienrat, sog den Rauch der Upman prüfend Utundjncr Jteuefte 3tadjn<hten ©rößte,tägl.2mal erfcfyeinenbe 3eitun$ ©übunb Vfittelbeutfcfjlanbä. &auffräftiger£e[erfrete unb über 2>eut!rfjlanb$©ren$en fyinauägeftenbe Verbreitung. ©roßerfaufmänn.u.gea>erbl.6teflenmarft Slnerfannt feljr erfolgreich für Stnseigen alter 2trt. Slnjelgenpreiä unb Nachlaß nach Xarif. Vejugäpretf monatt.Vtt.ß.— bei allen beutfcfyen poftanfialten r üägliefjeAuflage 2 mal I60000 ögemplare/Übet ‘/j 2JlitttonXefer jmxsKewxßamaaGfWsim^