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Das jüdische Echo · 1919-12-05 · 49 (5.12.1919) · p. Seite 590

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
49 (5.12.1919)
Date
1919-12-05
Page
Seite 590 (sequence 6)
Language
German
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590 Das Jüdische Echo Nf 49 gramm gegeben werden. Hier soll lediglich auf die allerwichtigste Gegenwartsarbeit der deutschen Judenheit hingewiesen werden. Wenn irgendwo, dann können gerade auf diesem Gebiete sich alle jüdischen Parteien Deutschlands zusammenfinden, um über alle Parteizerklüftungen hinweg gemeinsam dafür zu arbeiten, daß die deutschen Juden nicht aus ihren mühsam erkämpften wirtschaftlichen Positionen verdrängt und daß ihre Angestelltenmassen nicht proletarisiert werden. V olkshochschulkurse In einer Anzahl größerer Städte Deutschlands wurde in der letzten Zeit eine Einrichtung geschaffen, wodurch Jedem Gelegenheit geboten werden soll, Kenntnisse von Juden und Judentum sich zu erwerben, ln volkstümlich gehaltenen Vortragsreihen und seminaristischen Übungen sollen die Schätze, des jüdischen Schrifttums und der jüdischen Geschichte verbreitet werden. Auch in München wurde auf Veranlassung und unter Leitung des „Vereins für jüdische Geschichte und Literatur“ eine solche Organisation ins Leben gerufen, die sich bereits jetzt reger Teilnahme erfreut. Man sollte nun meinen, daß derartige Volkshochschulkurse keinen Grund zur Beanstandung geben würden und hieran die Volkskreise aller Schattierungen, Konservative wie Liberale, mit Freuden Anteil nähmen. Leider hat ein Teil der Orthodoxie schon jetzt, bevor sich eine Entwicklung absehen ließe, wiederum einen Sonderstandpunkt eingenommen. In einer Versammlung der Frankfurter Ortsgruppe der „Agudas Isroel“ hat der Führer dieser Spezialität in Frankfurt a. M. die Erklärung abgegeben, daß seine Partei hier nicht mitmachen könne. Da am Rednerpult solcher Volkshochschulen Vertreter aller Richtungen der Judenheit zum Worte kämen, sei es nach seiner Ansicht nicht ausgeschlossen, daß ein nicht kritisch geschultes Laien-Publikum nur verwirrt werden müßte. Nach der Meinung dieses Herrn muß eine derartige Arbeit auf dem Tora-Judentum basieren, von ihm aus müßte man an alle Probleme des Denkens und der Geschichte herantreten. Es ist sehr bedauerlich, daß diese Frankfurter Spezialität der Orthodoxie in keiner Weise die Zeichen der Zeit versteht; statt;hre Anhänger aufzufordern, hier mitzuwirken, Redner aus ihrem Lager hinzuschicken, stellen sie sich nicht nur in den Schmollwinkel sondern suchen sogar hier Hindernisse in den Weg zu legen. * Es ist erfreulich, daß in München derartige, destruktive Tendenzen keinen Rückhalt haben, da neben Dozenten anderer Richtungen auch streng Orthodoxe ihre Dienste zur Verfügung stellen. Nur so ist zu hoffen, daß das Resultat solcher Kurse ein allseitig befriedigendes sein möge. J. F. An die jüdische Lehrerschaft! Wir werden um Veröffentlichung folgender Nachricht gebeten: „Die Unterzeichneten Verbände haben sich zur Bildung einer Arbeitsgemeinschaft entschlossen, um durch geschlossenes Vorgehen der Forderung auf auskömmliche Besoldung und gerechte Würdigung der Wirksamkeit des Lehrers stärkeren Nachdruck zu verschaffen. Die Selbständigkeit der Verbände wird durch diese Arbeitsgemeinschaft nicht berührt. — Es wird erwartet, daß alle noch abseits stehenden Kollegen unverzüglich den Anschluß an einen Verein suchen werden. Der Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche. Jos. Feiner-Hamburg, Vorsitzender. — Der Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands. Dr. G. Lange-Frankfurt a. M., Vorsitzender. — Israelitischer Lehrerverein für Bayern. A. Mandelbaum-Würzburg, Vorsitzender.“ Dieser Hilferuf ist ein klares Beispiel dafür, wie wenig die heutige Gemeindeorganisation der deutschen Judenheit imstande ist, die notwendigsten und berechtigtsten Forderungen ihrer Beamtenschaft zu erfüllen. — Die Besoldung und Behandlung nicht nur der Lehrer sondern auch anderer Beamten der Kultusgemeinden ist nachgerade ein Skandal. Eine gründliche Änderung wird erst die Umwandlung der leistungsschwachen Kultusgemeinden in Volksgemeinden, die alle in Deutschland wohnenden Juden umschließen, bringen. Red. literarisches Echo Martin Buber. Der heilige Weg. Ein Wort an die Juden und an die Völker. Literarische Anstalt (Riitten & Loening). Frankfurt a. Main. 1919. brosch. Mk. 3.—; geb. Mk. 5.—. Als Buber im Frühsommer 1918 auch in München in einer neuen Rede dem Ruf der Zeit Stimme verlieh, war es den Hörern wie den Ferngehaltenen drängender Wunsch, dem Worte Dauer verliehen zu sehen, und aus der nachdenklichen Beschäftigung mit dem nicht nur flüchtig Aufgenommenen Ausgang einer Wirkung im Sinne des Schaffenden aufkeimen zu lassen. Dieser Hoffnung ist nun Genüge getan. In Buchform, die sich in Aus- Übe bisset im HUeitfrieg nimmt Oft ttlümfynet fugend flurfj 6dm H3icöccauf&au öe$ #cteden$ ftyrt ausgeprägte Stellung unter den deutfrfjen iliujhierten ^ettfrfjrtften ein. Sie ifl narf> tute bot die flic&lmgöleftücc eines Jeflen/ der ernft und öorurteitslo* den fcit* geifl üerfolgt Sejugspreis üierteljährlich Ulf. 10.— (Öudföande! oder pop) Unmittelbar üom Oerlag in Hotten üerparft mit potio, in OeutfdHand Ulf. 12.50 im Ausland Ulf. 13.— profteftände 4 Hummern enthaltend me. 1.50 ftnjelne nummern Ulf. l.— Öetlag flec ^ugettfl' ItWiutyen, teflfingpr. I

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