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Das jüdische Echo · 1919-11-21 · 47 (21.11.1919) · p. Seite 529

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
6 (1919)
Issue
47 (21.11.1919)
Date
1919-11-21
Page
Seite 529 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 47 Das Jüdische Echo 566 forderte, wie der „Berner Bund“ berichtet, jetzt trotz des judenfreundlichen Interviews vom Februar mit offener Gewalt droht und geben die Äußerungen des Führers des islamitisch-christlichen Komitees, Azef Paschas El Dajani, die das ..Algemeen Handelsblad“ veröffentlicht, und der erklärte, die Araber wollten lieber sterben, als eine jüdische Herrschaft in Palästina dulden, die Meinung der Mehrheit der palästinensischen Bevölkerung wieder? Wie ist es demgegenüber möglich, daß nach dem Sitzungsbericht des Zentralkomitees die Araberfrage quasi en passant behandelt wurde, und wie konnte vor allem Herr Dr. Zlocisti scheinbar unwidersprochen erklären, unsere einzigen Gegner in Palästina seien die arabischen Großgrundbesitzer?“ Wir lasen, daß Jabotinski für die Juden in Erez Jisroel nur nationale Minderheitsrechte verlange. Trotz der günstigen politischen Lage? Hält er es etwa für geraten, der allgemeinen arabischen Stimmung nachzugeben und liegt hier der Grund, aus dem die englische Verwaltung bis vor kurzem den jüdischen Aufbauwünschen gegenüber gar so zurückhaltend war? Aber es gibt ja noch anderes und wichtigeres, was des Fragens wert ist. Wie ist augenblicklich die ökonomische Lage im Lande? Wir hörten, daß 136 marokkanische Juden, junge kräftige Männer. nur deshalb in Palästina bleiben konnten, weil ihnen durch besonderes Eingreifen der zionistischen Instanzen im letzten Augenblick Arbeit verschafft wurde. Wie steht es mit der jüdischen Legion, die auseinander läuft, obgleich, wie Dr. Katzenelson im „Hapoel Hazair“ schreibt, gerade jetzt die „Zentralisierung aller realen Kräfte gegenüber den verschiedenen Schwierigkeiten“ nötig ist! Und die demobilisierten Mannschaften? Junge, arbeitsfreudige, abgehärtete Leute, die im Lande bleiben wollen um es aufzubauen und dank ihrer militärischen Erfahrung und Befähigung schützen zu helfen! Was geschieht, ihnen die Niederlassung zu ermöglichen? Werden sie bessere Bedingungen finden, als jene ersten osteuropäischen Chaluzim. über deren Notlage „Volk und Land“ vor kurzem bezeichnende Mitteilungen machte? In Rischon sollen von den nur 40 jüdischen Arbeitern die Hälfte arbeitslos sein, von 100 kurdischen Juden 72, von den jüdischen Arbeitern in Sedschera die Hälfte! Ist es wahr, daß zahlreiche jüdische Kolonisten in dieser Zeit der judenfeindlichen nationalarabischen Bewegung das Arabertum dadurch stärken, daß sie immer noch vorwiegend arabische Arbeiter beschäftigen? Ist es wahr, daß dies der Hauptgrund der jüdischen Arbeitslosigkeit im jüdischen Landeist? Die „Arbeit“, das Organ des deutschen Hapoel Hazair bringt darüber erschreckende Zahlen. Ist es wahr .... aber man könnte immer so weiter fragen. — Die Leitung möge reden, möge dem jüdischen Volke ein klares, eindeutiges Bild der Lage und dessen, was getan wird und getan werden soll, geben. Das deutsche Zentralkomitee fordert die Einberufung der Jahreskonferenz, des sogenannten „kleinen Kongresses“ und tatsächlich hören wir, daß sie für Januar 1920 im historischen Basel geplant ist. Wir nehmen diese Nachricht mit besonderer Befriedigung auf und können nur wünschen, daß die Beratungen im Sinne jener „rage de le verite“ vor sich gehen mögen, die eine besondere Nationaltugend des jüdischen Volkes sein soll. Wir alle wissen, was von dem Erfolge des Palästina Werkes für das Judentum abhängt. Es handelt sich um Leben oder Untergang. Ein drittes gibt es nicht. Und wir sind überzeugt, daß keiner, der es ernst mit seinem Judentume meint, zögern wird, seine Kräfte für ein Werk einzusetzen, das, so nötig es ist, nur dann getan werden kann, wenn jeder nach seinen Kräften, aber wirklich nach seinen Kräften hilft. „Das Volk muß alle Schwierigkeiten kennen und muß verstehen, daß von seiner eigenen Energie. Organisierung und Opferwilligkeit die Erreichung unseres Ideals, d. h. seine Rettung abhängt“, schreibt Pasmanik. La rage de la vörite, klare, wahrheitsgemäße Darstellung und Erkenntnis der Lage, Befreiung von jeder Täuschung und Selbsttäuschung wird den allgemeinen Willen zu geistiger, physischer, ökonomischer Mitarbeit, und damit die Aussicht auf volle Ausnutzung unserer politischen Erfolge stärken. G—. Memorandum der Jüdischen Legionäre an Louis D. Brandeis Das Kopenhagener Zionistische Bureau veröffentlicht folgendes Memorandum, welches die Vertreter der jüdischen Regimenter in Palästina (Nr. 38, 39 und 40) Herrn Louis D. Brandeis während seines letzten Aufenthaltes in Palästina übermittelt haben: a) Die Zukunft der Regimenter. 1. Die unter den jüdischen Soldaten herrschende Stimmung veranlaßt uns, Ihnen gegenüber zu erklären. daß es notwendig ist, die Entlassung aller jüdischen Soldaten so rasch als möglich herbeizuführen. Unter den Truppenteilen ist ein Gerücht verbreitet, daß diejenigen, die bis zum 15. September nicht entlassen und abgereist sind, im Laufe des ganzen Winters nicht mehr demobilisiert werden können aus dem Grunde, weil die Britische Regierung Truppenteile aus den warmen Ländern nach dem Norden während des Winters nicht entläßt. 2. Sämtliche Freiwillige, die sich bereit erklären in der Armee zu verbleiben, mit Rücksicht auf das nationale Interesse, haben doch den Wunsch, darüber Bescheid zu erhalten, wie lange sie noch in der Armee werden verbleiben müssen, und zu welchem Zeitpunkt sie spätestens entlassen werden. 3. Eine der Hauptursachen für die in den Regimentern herrschende Unzufriedenheit ist die Verwischung des nationalen Charakters der jüdischen Regimenter. Die höheren Militärbehörden haben uns wiederholt versichert, daß wir eine spezielle jüdische Bezeichnung und jüdische Abzeichen erhalten. Die Zusicherungen sind nicht erfüllt worden. Die Zionistische Organisation muß sich daher bemühen, daß die Regimenter einen hebräischen Namen bekommen und daß das nationale Abzeichen (die Menorah) als das offizielle des Regiments festgesetzt, ebenso daß die hebräische Sprache die Befehlssprache wird. Ferner sollen die jüdischen Regimenter in der Nähe der jüdischen Siedlungen in Judäa, Samaria und Galiläa stationiert werden. Die militärische Leitung wolle bestimmte Stunden für den Unterricht in der hebräischen Sprache festsetzen (innerhalb der für die militärischen Übungen festgesetzten Zeit) und den hebräischen Unterricht für sämtliche Angehörige der jüdischen Regimenter als obligatorisch erklären. 4. Um der jüdischen Armee die Möglichkeit der Entwicklung und Ertüchtigung zu geben, auch für

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